Berlin - Fast alle landeseigenen und Beteiligungsunternehmen nutzen Überwachungskameras schon seit vielen Jahren intensiv. Obwohl der Berliner Senat mehrheitlich gegen eine Videoüberwachung öffentlicher Plätze ist, setzen von 21 Unternehmen 18 auf Kameras zum Schutz von Gebäuden und Einrichtungen, wie aus einer Antwort des Senats auf eine Linken-Anfrage hervorgeht. Einige Firmen filmen nur an einem Standort, andere haben hunderte Kameras aufgebaut. Die Berliner Verkehrsbetriebe BVG dürften mit der Zahl von mehr als 20.000 Kameras in Bahnhöfen, U-Bahnen und Bussen ganz vorne liegen.

Aber auch die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau gibt 291 Standorte für Videoüberwachung an, die Gewobag kommt auf 145 Standorte, die Degewo auf 114 Standorte. Der Krankenhauskonzern Vivantes überwacht alle Kliniken, die Flughafengesellschaft die Terminals, den Flughafenbetrieb und Absperrzäune. Kameras stehen auch im Britzer Garten und in den Gärten der Welt, an Schwimmbädern und auf dem Messegelände.

Video-Aufnahmen werden bis zu sieben Tage gespeichert 

Zur Begründung sprachen fast alle Firmen von Verhinderung von Diebstahl, Vandalismus, Eigentumsschutz und Verfolgung von Straftaten. Außerdem filmen die Kameras bei Zutrittskontrollen an den Ein- und Ausfahrten zu Firmengeländen, überwachen Baustellen und sollen die Sicherheit von Wachleuten erhöhen.

Die Immobilienfirma Howoge schreibt, die Videoüberwachung diene der Erhöhung der Wohnqualität, indem Beschädigungen und Diebstähle, Partys in Nottreppenhäusern, Graffiti, illegale Müllentsorgung und ähnliches verhindert würden.

Die Aufnahmen werden zum Teil gar nicht, zum Teil aber auch 24 Stunden, 48 Stunden, 72 Stunden, 3, 5, 6 oder auch 7 Tage lang gespeichert. Bei fast allen Standorten wurden laut den Antworten die Bestimmungen des Datenschutzes eingehalten. Nur an einigen Stellen mussten die Hinweise auf Schildern besser sichtbar gemacht werden.