Unterrichtsausfall in Berlin: 3500 Lehrer beteiligen sich an Warnstreik

Lehrkräfte fordern kleinere Klassen und einen Tarifvertrag. Damit würde die Arbeitsbelastung erheblich sinken. Der Senat mauert jedoch.

3500 Lehrer streiken in Berlin: Stühle stehen in einem Klassenzimmer auf den Tischen.
3500 Lehrer streiken in Berlin: Stühle stehen in einem Klassenzimmer auf den Tischen.dpa/Sebastian Kahnert

Für viele Berliner Schülerinnen und Schüler ist der gewohnte Unterricht am Dienstag ausgefallen. Nach Angaben der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beteiligten sich 3500 Lehrkräfte an einem ganztägigen Warnstreik. Mit dem Ausstand, zu dem auch andere Schulbeschäftigte wie Sozialpädagogen und Psychologen aufgerufen waren, wollte die GEW zum wiederholten Mal ihre Forderung nach kleineren Klassen und einem entsprechenden Tarifvertrag untermauern.

„Der Tarifvertrag ist unser Hebel für Entlastung“, sagte die Leiterin des GEW-Vorstandsbereiches Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik, Anne Albers, laut Gewerkschaft auf einer Kundgebung. „Nur mit einem Tarifvertrag können wir den Senat dazu bringen, endlich verbindliche Zusagen über mehr Personal, mehr Schulgebäude und kleinere Klassen zu machen.“

Kleinere Klassen hätten nach Einschätzung der Gewerkschaft eine geringere Arbeitsbelastung und damit einen besseren Gesundheitsschutz für Lehrerinnen und Lehrer zur Folge. Auch die Kinder und Jugendlichen würden davon profitieren.

GEW-Landeschef Erdmann kündigt weitere Warnstreiks an

Die Gewerkschaft trägt ihr Anliegen schon seit mehr als einem Jahr vor und organisierte deswegen bereits einige Protestaktionen und Warnstreiks. Der Senat verweist darauf, dass Berlin – wie alle anderen Bundesländer außer Hessen – der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) angehört. Ohne Zustimmung der Tarifgemeinschaft könne Berlin daher keine Tarifverhandlungen über die Klassengröße aufnehmen. Die TdL lehne solche Verhandlungen ab.

GEW-Landeschef Tom Erdmann kündigte weitere Warnstreiks an, sollte der Senat seine Haltung nicht überdenken. In Berlin gibt es rund 34.000 Lehrer, viele davon sind Angestellte und dürfen anders als Beamte streiken.