Die Veterinäraufsicht des Ordnungsamtes Berlin-Mitte hat an einem Tag mehr als 300 nicht artgerecht gehaltene Tiere sichergestellt. Bei zwei tierschutzrechtlichen Kontrollen in mehreren Wohnungen wurden am 28. Januar 65 Vögel und rund 300 Fische gefunden, wie das Bezirksamt Mitte am Dienstag mitteilte. Die Tierhalter werden nun zum Verstoß gegen das Tierschutzgesetz angehört und erhalten ein Haltungs- und Betreuungsverbot für Tiere aller Arten.

Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung kontrollierte das Ordnungsamt zunächst zwei Wohnungen, in denen insgesamt 17 Stieglitze (Wildvögel), zwei Halsbandsittiche sowie 46 Kanarienvögel sichergestellt wurden, die gewerbsmäßig gehalten worden seien. Die Haltungsbedingungen seien nicht artgerecht gewesen, da es unter anderem zu wenig Platz für die Tiere gab, Käfige übereinander gestapelte waren und Tiere einzeln gehalten wurden. Außerdem seien die Zustände unhygienisch gewesen und es habe zu wenig Trinkwasser und Tierfutter gegeben, hieß es.

Kampffische aus Einweggläsern gerettet

Noch am selben Tag wurde die Veterinäraufsicht des Ordnungsamtes Mitte - ebenfalls nach einem Hinweis aus der Bevölkerung - in einer weiteren Wohnung in Mitte fündig. Insgesamt fand sie dort rund 300 Fische, darunter Guppys, Schwertträger, Platys, Black Mollys und Antennenwelse. In einzelnen Einweggläsern in der Wohnung befanden sich außerdem insgesamt drei Kampffische, hieß es.

Auf der Grundlage des Tierschutzgesetzes wurden alle Tiere amtlich sichergestellt. Die Fische befinden sich derzeit in der Obhut eines Fachtierarztes, die Vögel sind beim Tierschutzverein Berlin untergebracht.

Bezirksstadträtin Almut Neumann sagte: „Wenn Menschen sich dazu entschließen, Tiere bei sich aufzunehmen, so müssen sie ausnahmslos für das Wohlergehen der Tiere einstehen. Die Veterinäraufsicht wird auch hier ihre Kontrollen weiter intensiv fortsetzen.“