Berlin - Die 7-Tage-Inzidenz in Berlin geht weiter zurück. Am Freitag lag sie laut Lagebericht bei 98,6. Und damit erstmals seit langer Zeit unter dem Grenzwert von 100. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen neu mit dem Virus infiziert haben. Sollte der Wert unter 100 bleiben, hat das Auswirkungen auf die Bundesnotbremse.

Sie gilt seit dem 24. April und sieht bundeseinheitliche Regeln, Verbote und Einschränkungen vor, die bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen gelten.

Lockerungen frühestens nach acht Tagen

Liegt die 7-Tages-Inzidenz in Landkreisen und kreisfreien Städten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100, tritt die Bundesnotbremse außer Kraft. Was bedeutet: Ab dem übernächsten Tag können die Einschränkungen wieder gelockert werden. Sonntage und Feiertage werden in der Rechnung nicht berücksichtigt. Anders verhält es sich mit Samstagen, diese gelten als Werktage. Lockerungen kann es demnach vom ersten Tag unter 100 an gerechnet frühestens nach acht Tagen geben.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht in der Kontrolle der Neuregelungen zu Lockerungen für Geimpfte und Genesene unterdessen eine Herausforderung. „Das wird verdammt schwer, es zu kontrollieren“, sagte Müller am Freitagmorgen im Deutschlandfunk. Für eine Übergangszeit sei es unumgänglich, dass Geimpfte ihren Impfpass oder eine Bestätigung ihres Arztes mitführten.  

Mögliche Schwierigkeiten bei der Kontrolle der Lockerungen für Geimpfte und Genesene seien aber kein Argument, Grundrechte nicht zurückzugeben. „Es geht hier um Grundrechte, und die dürfen nur dann eingeschränkt werden, wenn es dringend geboten ist“, sagte Müller. Im öffentlichen Raum würden die neuen Regelungen wie bisher durch Polizei und Ordnungsämter kontrolliert, für den privaten Bereich mahnte Müller Eigenverantwortung an.