Berlin - Unter Pandemie-Bedingungen beginnen in Berlin am Mittwoch die Klausuren für das Abitur 2021. An den Prüfungen für die allgemeine Hochschulreife nehmen rund 14.500 Schülerinnen und Schüler teil, wie die Bildungsverwaltung am Dienstag auf Nachfrage mitteilte. Rund 1300 kommen hinzu, die das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg ablegen möchten. Am Mittwoch werden zunächst die Klausuren im sogenannten dritten Prüfungsfach geschrieben, anschließend die in den Leistungskursen. Letzter Prüfungstag ist der 18. Juni.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) war – wie die Kultusministerkonferenz – dafür, die Abiturklausuren trotz der Corona-Pandemie schreiben zu lassen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte Ostern gefordert, die Prüfungen abzusagen, falls die Infektionszahlen deutlich ansteigen sollten, und vorgeschlagen, stattdessen die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung zu machen.

Sonderregeln: Mehr Prüfungszeit,  mündliche Nachprüfungen möglich

Schon im Januar hatte die Bildungsverwaltung bekannt gegeben, dass in diesem Jahr eine Reihe besonderer Regeln für die Abiturprüfungen gelten. Zum Beispiel ist die Unterrichtsphase verlängert und der Termin für die ersten schriftlichen Prüfungen vom 12. auf den 21. April verschoben worden, sodass die Schülerinnen und Schüler mehr Zeit zum Lernen hatten.

Außerdem wurde die Zeit für die einzelnen Klausuren um eine halbe Stunde verlängert. In allen schriftlichen Prüfungsfächern haben die Schüler Anspruch auf eine zusätzliche mündliche Prüfung, wenn sie das möchten. Und für die mündliche Prüfung können sie aussuchen, über welche zwei Kurshalbjahre sie sich prüfen lassen wollen. Falls es mit dem Abitur insgesamt schiefgeht, haben die Schülerinnen und Schüler ein zusätzliches Wiederholungsrecht.

Die Berliner Elternvertretung hält es nach wie vor für richtig, die Abiturprüfungen abzuhalten. Wichtig sei, dass die Hygienevorschriften und nicht zuletzt der nötige Mindestabstand eingehalten werden könnten, sagte der Vorsitzende des Landeselternausschusses, Norman Heise, am Dienstag.

Nach Angaben der Bildungsverwaltung ist bei den Prüfungen ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern vorgeschrieben, er soll jedoch möglichst zwei Meter betragen. Während der Prüfungen ist das Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske dringend empfohlen. Sie ist verpflichtend, solange die Schülerinnen und Schüler nicht unter Einhaltung des Mindestabstands an ihrem Platz sitzen und in der Schule generell für alle Personen in geschlossenen Räumen. Selbsttests vor den Prüfungen sind nach Angaben der Bildungsverwaltung ebenfalls dringend empfohlen, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme.