Berlin - Mehrere hundert AfD-Anhänger haben am Samstagnachmittag gegen eine mögliche Impfpflicht in Deutschland demonstriert. Unter dem Motto „Ja zur Freiheit, nein zur Impfpflicht, Jugend steht auf – Impfstreik Deutschland“, hatte die Nachwuchsorganisation der AfD, die Junge Alternative (JA), für 15 Uhr zur Demonstration am Hauptbahnhof aufgerufen. Rund 600 Teilnehmer zogen bis zum Regierungsviertel, sagte ein Polizeisprecher. Angemeldet waren 500 Demonstranten. Der Verfassungsschutz stuft die JA als rechtsextremen Verdachtsfall ein.

Rund 180 linke Gegendemonstranten begleiten den AfD-Protest 

Dem AfD-Nachwuchs gegenüber standen etwa 80 Gegendemonstranten, die sich am Washingtonplatz am Hauptbahnhof versammelt hatten. Beide Gruppierungen waren nicht weit voneinander entfernt. „Sie können sich sehen und hören“, sagte der Polizeisprecher. Ein direktes Aufeinandertreffen werde aber von Einsatzhundertschaften verhindert. Der Protest war von Geradedenken e.V. unter dem Motto „Kein Platz für rechte Propaganda“ angemeldet worden.

dpa/Annette Riedl
Gegendemonstranten gegen die Demo der AfD-Jugend 

Bis zum frühen Abend sei es zu keinen gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten gekommen. Hin und wieder seien ein paar Schneebälle in Richtung der AfD-Anhänger geflogen, so der Polizeisprecher. Eine kleinere Gruppe linker Gegendemonstranten habe versucht, den Aufzug von hinten anzugreifen. Dies sei aber von der Polizei verhindert worden. 

Rund 90 weitere Gegendemonstranten hatten sich am Simson-Weg unter dem Motto „Keine Nazi-Zusammenrottung“ zusammengefunden. Sie wollten bis 18 Uhr über die Paul-Löbe-Allee, die Willy-Brandt-Straße zur Ella-Trebe-Straße gehen. Zudem fand wie jeden Samstagnachmittag auf dem Platz der Republik eine Kundgebung unter dem Motto „Heimat und Weltfrieden“ statt, zu der laut Polizei nur 13 Teilnehmer erschienen seien.