Berlin - Das Aktionsbündnis „#Unteilbar“ erwartet am Samstag in Berlin mehrere Zehntausend Menschen zu einer Großdemonstration für eine gerechte und solidarische Gesellschaft. Bei der Polizei hat das Bündnis 30.000 Menschen angemeldet, wie eine Sprecherin der Berliner Zeitung bestätigte. Wie die Organisatoren am Mittwoch in der Hauptstadt mitteilten, beteiligen sich weit mehr als 300 Organisationen vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) über die Menschenrechtsorganisation Amnesty International bis hin zur Klimabewegung Fridays for Future und dem Berliner Mieterverein.

Die Veranstalter und Teilnehmer wollen knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl auf verschiedene Problemfelder und Bedrohungen hinweisen, die nach ihrer Auffassung den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Zukunft der Menschen in Deutschland wie weltweit gefährden. Unter anderem verweisen sie dabei auf den Klimawandel, Rassismus, soziale Ungerechtigkeit und eine sich aktuell abzeichnende „humanitäre Katastrophe in Afghanistan“.

Wahlkampf: Krisen werden nicht ausreichend benannt

Im Wahlkampf für die Bundestagswahl würden „Inhalte zu wenig verhandelt und die sich zuspitzenden Krisen in ihrer Tragweite nicht ausreichend benannt“, heißt es im gemeinsamen Aufruf der beteiligten Organisationen. Die Demonstration beginnt um 13 Uhr mit einer Auftaktkundgebung im Bereich der Straße des 17. Juni, des Brandenburger Tors und des Potsdamer Platzes.

Anschließend soll sich der langgezogene und in diverse thematische „Blöcke“ gegliederte Zug zum Alexanderplatz bewegen, wo gegen etwa 15 bis 15.30 Uhr eine Abschlusskundgebung geplant ist. Im Lauf der Veranstaltung sollen unter anderem DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel, die Fridays-for-Future-Aktivistin Carla Reemtsma und der Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, Ulrich Schneider, sprechen. Per Videoschaltung ist auch ein Auftritt des im russischen Exil lebenden Whistleblowers Edward Snowden geplant.

Etwa 240.000 Menschen bei der „#Unteilbar“-Demonstration 2018

Das „#Unteilbar“-Bündnis organisiert seit Jahren immer wieder große und thematisch breit gefächerte Demonstrationen für eine offene und gerechtere Gesellschaft. 2018 beteiligten sich nach „#Unteilbar“-Angaben an einer Kundgebung in Berlin etwa 240.000 Menschen. Zudem gab es unter anderem Demonstrationen vor Landtagswahlen oder nach dem rechtsextremistischen Anschlag auf die Synagoge in Halle.

Abgerundet wird die Demonstration am Samstag laut Organisatoren auch durch ein „deutlich politisches“ Musikprogramm. Auftreten wird dabei etwa der Künstler Max Herre. Die Veranstalter betonten zugleich die Einhaltung der Corona-Schutzregeln. Die Teilnehmer sollten Masken tragen, am besten mit dem Standard FFP2. Zudem gelten die üblichen Abstands- und Hygieneregeln. Ungeimpfte Teilnehmer werden gebeten, sich vorher zu testen.