Berlin - Ob der für den 8. Mai angemeldete israelfeindliche Al-Quds-Marsch von palästinensischen Gruppen in Berlin stattfindet, ist nach Einschätzung des Verfassungsschutzes noch nicht klar. Angesichts der Corona-Pandemie könne es auch sein, dass die Veranstaltung nur über das Internet erfolge, sagte Verfassungsschutz-Chef Michael Fischer am Mittwoch im Abgeordnetenhauses. Weder regional noch überregional werde bisher für die Demonstration mobilisiert. Auch im vergangenen Jahr sei sie kurzfristig abgesagt worden.

Für den 8. Mai 2021 hatte der Veranstalter bei der Versammlungsbehörde der Polizei Berlin bis zu 2000 Teilnehmer angemeldet, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Demonstranten wollen demnach zwischen 14.30 Uhr bis 18.30 Uhr vom Adenauerplatz in Charlottenburg bis zum Wittenbergplatz in Schöneberg marschieren. An der Kreuzung Kurfürstendamm/Joachimsthaler Straße soll eine Zwischenkundgebung abgehalten werden. Anschließend soll es über die Tauentzienstraße weiter Richtung Wittenbergplatz gehen. Die Polizei rechnet mit antisemitischen Parolen und judenfeindlichen Transparenten.

Al-Quds-Marsch: Glorifizierung der Terrororganisation Hisbollah

Am Al-Quds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Fischer sagte, auch die jährliche Berliner Al-Quds-Demonstration sei zumindest in einem ideologischen Zusammenhang mit den libanesischen Hisbollah-Milizen zu sehen. Die Hisbollah-Milizen wiederum sind mit dem Iran verbündet und werden von ihm unterstützt.

Dass der Aufzug im vergangenen Jahr abgesagt wurde, bezeichnete Innensenator Andreas Geisel (SPD) damals als „gute Nachricht für Berlin“. Geisel erklärte: „Eine der widerlichsten antisemitischen Veranstaltungen bleibt uns allen erspart.“ Die Absage erfolgte am selben Tag wie das Verbot der radikalislamischen Terrororganisation Hisbollah durch den Bundesinnenminister Horst Seehofer. Symbole der Hisbollah tauchten in den vergangenen Jahren auf den Al-Quds-Märschen immer wieder auf.