Berlin - Bedrohungen von arabischen Clanmitgliedern in Berlin richten sich auch gegen Mitarbeiter der Justiz. Wie die Polizei in einem Lagebericht zur Clankriminalität vor wenigen Wochen verdeutlichte, sei es eine übliche Methode arabischer Clans, „Bedrohungspotenzial“ aufzubauen. Wie oft sich diese Bedrohung gegen Staatsanwälte, Richter oder Bedienstete der Sicherheitsbehörden richtet, soll nun genauer untersucht werden, wie aus einem Bericht der Berliner Morgenpost hervorgeht.

Demnach habe eine parlamentarische Anfrage der FDP-Abgeordneten Holger Krestel und Paul Fresdorf ergeben, dass „Einzelfälle“ von Bedrohungen oder Einschüchterungen gegen Polizisten bekannt geworden seien, aber wie die Senatsverwaltung für Inneres einräumte: „Eine statistische Erhebung über Bedrohungen von Angehörigen der Polizei und der Justiz im Sinne der Fragestellung erfolgt nicht.“ Dennoch befasse sich die Polizei derzeit mit der Frage, „wie zukünftig eine valide, statistische Abbildung von entsprechenden Sachverhalten erfolgen kann“. 

Bedrohung im Gerichtssaal

Ein bekannter Fall eines unverhohlenen Einschüchterungsversuchs stammt aus dem Jahr 2019. Der mutmaßliche Chef eines der größten Berliner Clans hatte noch im Gerichtssaal den Staatsanwalt verbal bedroht. Er habe zu dem Justizbeamten gesagt: „Herr Staatsanwalt, ich kenne Sie – und alle, die mit euch arbeiten. Lasst uns in Ruhe! Sonst kommen wir euch holen!“

Im „Lagebild Clankriminalität“ der Berliner Polizei sei von gut 1000 Straftaten durch kriminelle Clan-Mitglieder die Rede. Davon sind Bedrohungen demnach besonders häufig.