Bedrohung und Widerstand: Angriffe auf Berliner Polizisten nehmen zu

In den letzten Jahren gab es immer wieder Angriffe auf Beamte. Polizeipräsidentin Slowik nennt Gründe für die zunehmende Gewalt gegen Berliner Beamte.

Berliner Polizisten bei der Revolutionären 1. Mai-Demo.
Berliner Polizisten bei der Revolutionären 1. Mai-Demo.www.imago-images.de

Die Zahl der Polizeibeamten und -beamtinnen, die in diesem Jahr angegriffen oder mit Widerstandshandlungen konfrontiert wurden, ist nach Angaben von Polizeipräsidentin Barbara Slowik erneut gestiegen. Bis Mitte Dezember seien knapp 8400 Polizisten im Dienst betroffen gewesen, sagte Slowik. Das sei ein leichter Anstieg zum Vorjahr um 2,7 Prozent. Am häufigsten würden Funkwagenbesatzungen angegriffen.

Im Jahr 2021 erfuhren rund 5200 Polizisten bei Kontrollen oder Festnahmen den Widerstand der Verdächtigen, die um sich schlugen oder versuchten, sich mit Gewalt loszureißen. Knapp 2400 Polizisten waren Opfer von Angriffen, 475 erlitten Körperverletzungen und knapp 370 wurden bedroht.

Polizei Berlin: Psychische Belastung der Beamten steigt

Ein Grund für die zunehmende Gewalt gegen Polizisten könnte aus Sicht von Slowik „fehlendes Wissen der Zivilgesellschaft um die Aufgaben der Polizei sowie eine mangelnde Wertschätzung“ sein. Dies sei auch ein Ergebnis einer Studie zur Berliner Polizei. „Die gesellschaftliche Anerkennung und Wertschätzung für die Polizei könnte – gerade in Berlin – deutlicher gelebt werden“, sagte Slowik. „Wir arbeiten tagtäglich hart für die Sicherheit und damit für die Freiheit der Menschen in unserer Stadt. Dafür müssen wir auch Maßnahmen durchführen, die für die Betroffenen im Zweifel sehr unangenehm sind.“ Sie betonte: „Am Ende des Tages wollen doch alle Menschen, dass die Polizei da ist, wenn sie sie brauchen.“

Slowik beobachtet seit längerem zunehmende psychische Belastungen bei Polizisten. Sie setzt sich darum für eine schnellere Anerkennung von Erkrankungen infolge psychischer Einsatzbelastungen ein. „Das aktuelle Dienstunfallrecht ist nicht mehr zeitgemäß.“ Sie freue sich, dass die Innensenatorin eine Reform unterstütze.