Berlin - Sowohl die Hauptstadt als auch Brandenburg bekommen weniger Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer als bisher geplant. Gleichzeitig können in Berlin pro Ampulle inzwischen sechs statt bisher fünf Impfdosen genutzt werden. Das gleicht die geringeren Lieferungen nach Angaben eines Sprechers der Gesundheitsverwaltung vom Dienstag aber nur zum Teil aus. Unterm Strich bleibe in den nächsten zwei Wochen eine Lücke von 17.550 Impfdosen, die weniger zur Verfügung stünden. Weil die Hälfte der Impfdosen für die zweite Impfung aufgehoben wird, können entsprechend zunächst 8775 Berliner weniger geimpft werden. Zuerst berichtete die B.Z. darüber.

Bereits vereinbarte Termine in den drei Berliner Impfzentren, die bereits in Betrieb sind, müssen dem Sprecher zufolge nicht abgesagt werden. Bei der weiteren Vergabe sollten die Termine aber „gestreckt“ werden. Wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Montag im Gesundheitsausschuss erläuterte, sind bisher mehr als 49.000 Termine telefonisch gebucht worden. Wie die Gesundheitsverwaltung auf Twitter mitteilte, gab es berlinweit bisher rund 60.000 Impfungen.

Hintergrund für die Änderungen beim Lieferplan sind Umbauten im belgischen Pfizer-Werk Puurs, die höhere Produktionskapazitäten schaffen sollen. „Es sind am Ende deutlich weniger Impfdosen, die wir in den nächsten vier Wochen bekommen. Dass die Umstellung der Berechnung von fünf auf sechs Dosen gerade jetzt zeitgleich mit dem Ausfall von Lieferungen kommt, kaschiert bestenfalls die fehlenden Dosen, ändert aber nichts an dem Ausfall“, sagte Kalayci der Zeitung. „Wir müssen uns auf die vom Bundesgesundheitsministerium mitgeteilten Lieferpläne verlassen können. Nach zwei kurzfristigen Ausfällen in kürzester Zeit können wir weitere Ausfälle nicht mehr verkraften.“

Weniger Impfstoff auch für Brandenburg

Brandenburg wiederum bekommt in der kommenden Woche 25 Prozent weniger Impfstoff. Daher könnten in der Folgezeit weniger Erstimpfungen durchgeführt werden, so das Landesgesundheitsministerium. Die Reduzierung der Impfstoffmenge werde bis Mitte Februar nicht kompensiert. Darüber hinaus gebe es noch keine gesicherten Lieferzusagen der Hersteller, hieß es.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte: „Die jetzt vorliegenden Informationen zum weiteren Lieferzeitplan und Lieferumfang des BioNTech/Pfizer-Impfstoffs sind nicht zufriedenstellend. Es gibt noch viele Unklarheiten.“ Das Land könne das System nicht beliebig schnell hoch- und runterfahren: „Das sind komplexe Abläufe, für deren gewissenhafte Vorbereitung und Durchführung wir absolut verlässliche Lieferzusagen benötigen.“

Für die Impfzentren in Potsdam, Cottbus und Schönefeld werden vorerst keine neuen Impftermine vergeben. Bei den bereits vereinbarten Terminen werde es von der kommenden Woche an zu Umbuchungen kommen, so die offizielle Mitteilung. Die vereinbarten Termine in den Impfzentren Elsterwerda, Frankfurt (Oder) und Oranienburg, die in dieser Woche starten, bleiben bis Ende kommender Woche bestehen.

Auch in den Pflegeheimen werde weiter geimpft, teilte das Ministerium weiter mit. Die mit den Pflegeeinrichtungen bislang vereinbarten Termine mit den mobilen Impfteams für die Erst- und Zweitimpfung soll es demnach unverändert geben.