Berlin/Schönefeld - Das Hauptterminal des BER hat einem Bericht zufolge ein Jahr nach der Eröffnung deutlich an Wert verloren. Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf das Bundesfinanzministerium schreibt, besitzt das Terminal noch einen Restbuchungswert von 2,5 Milliarden Euro. Gebaut wurde es ursprünglich für 5,4 Milliarden Euro.

Grund für den Wertverlust sei die Pannengeschichte des BER. Der Bau des Flughafens sei bekanntlich viel teurer gewesen als eigentlich nötig. „Der Airport, der 2020 nach 14 Jahren Bauzeit in Betrieb ging und insgesamt 6,8 Milliarden Euro verschlungen hat, hat so viel wie zwei Flughäfen gekostet“, schreibt die Zeitung.

Am Wochenende hatte sich Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) über die Situation am BER aufgeregt. „So ein Chaos am BER darf es nicht mehr geben“, sagte er. „Die täglichen Hiobsbotschaften von Schäden und sogar Hygieneproblemen sind inakzeptabel.“

Andreas Scheuer forderte Bericht zum BER an

Personalmangel und Platzprobleme hatten in den Herbstferien für Chaos gesorgt. Am Freitag führte eine womöglich fehlerhafte Räumung des Sicherheitsbereichs zu stundenlangen Wartezeiten und Flugausfällen; Auslöser war möglicherweise ein Raucher in einem Toilettenraum. Seit einigen Tagen ist zudem das Wasser im Terminal nicht als Trinkwasser zu gebrauchen, weil darin Keime gefunden wurden. Auch am heutigen Dienstag weist die Flughafengesellschaft ausdrücklich darauf hin, das Wasser nicht zu trinken.

Scheuer zeigte sich auch unzufrieden mit einem Lagebericht, den er bei der Flughafengesellschaft angefordert und am Freitag erhalten hatte. „Leider habe ich nur eine oberflächliche, vierseitige Stellungnahme ohne Details erhalten, die ich so nicht annehmen werde.“ Bis Mittwoch soll das Unternehmen weitere Informationen liefern, hieß es aus Ministeriumskreisen.