Berlin - Vor dem Berliner Landgericht ist der Betreiber eines Drogenlabors am Montag zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Der Angeklagte Jan M. stellte nach Überzeugung der Kammer in seiner Firma für Nahrungsergänzungsmittel in den Jahren 2018 und 2019 rund 550.000 Ecstasy-Tabletten her. Der Mitangeklagte Frank K. half ihm bei der Herstellung. Aufgrund seiner umfassenden Aussage vor Gericht wurde K. lediglich zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass die Angeklagten die Betäubungsmittelproduktion als Auftragsarbeit erledigten. So wurde den Angeklagten das zur Herstellung benötigte MDMA von einer nicht identifizierten Gruppe geliefert, die anschließend auch die fertiggestellten Ecstasy-Tabletten wieder abholte.

Richter: Jan M. als Hauptdrahtzieher identifiziert

Dass K. diese Tabletten hinter dem Rücken und ohne das Wissen seines Vorgesetzten M. hätte herstellen können, wie von der Verteidigung von M. dargestellt, hielt das Gericht für „nicht ansatzweise nachvollziehbar“. Der Angeklagte M. habe zweifelsfrei „als Hauptdrahtzieher identifiziert“ werden können, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Strafmildernd für den Angeklagten K. bedachte das Gericht außerdem dessen umfassendes Geständnis, das auch der Grund für die gut einjährige Dauer des Verfahrens war.

„Die Unterschiede zwischen den beiden Angeklagten sind erheblich“, sagte der Vorsitzende Richter weiter. Die vergleichsweise hohe Haftstrafe für M. verhängte das Gericht auch wegen einschlägiger Vorstrafen, eine verminderte Schuldfähigkeit aufgrund von Drogenkonsum sah das Gericht als nicht erwiesen an. Dem Angeklagten M. wurden außerdem der Verkauf von 20 Kilogramm Amphetamin und die Einfuhr von 26,5 Kilogramm Marihuana aus Spanien vorgeworfen.