Nach einer Brandserie in einem Berliner Klinikum ist eine damalige Pflegehelfer-Schülerin zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach die 27-Jährige am Montag der Sachbeschädigung in sechs Fällen sowie der versuchten gefährlichen Körperverletzung und der versuchten schweren Bandstiftung schuldig. Zudem wurde der Frau auferlegt, 180 Stunden gemeinnützige Arbeit zu leisten.

Die Angeklagte habe im August 2020 aus persönlicher Frustration heraus Feuer gelegt, hieß es weiter im Urteil. Im ersten Fall habe sie im Badbereich eines Patientenzimmers einen Müllbehälter angezündet und eine bettlägerige Patientin in Gefahr gebracht. An drei weiteren Tagen habe die Angeklagte im Keller des Klinikums sowie in Arbeits- und Versorgungsräumen einer Station Müllbehälter oder Wäsche angezündet. Die Brände hätten jedoch jeweils gelöscht werden können, bevor sich das Feuer habe ausbreiten können.

Die Angeklagte fühlte sich „ausgegrenzt und gemobbt“

Die geständige Frau hatte in dem Klinikum bereits seit mehreren Monaten eine Ausbildung zur Pflegehelferin absolviert, als es zu den Taten kam. Die 27-Jährige sagte, sie habe sich „ausgegrenzt und gemobbt gefühlt“. Kurz vor den Taten sei ihr eine Probeprüfung verwehrt worden. Die Ausbildung habe sie nicht abgeschlossen. Auch Staatsanwältin und Verteidiger hatten auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.