Charlottenburg: Radweg an der Kantstraße behindert Arbeit der Feuerwehr

Der Pop-Up-Radweg wurde bereits mehrfach kritisiert. Nun kam heraus: Er könnte sogar die Anwohner akut gefährden. 

Der Radweg in der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg. 
Der Radweg in der Kantstraße in Berlin-Charlottenburg. Imago/Jürgen Ritter

An dem Radweg in der Kantstraße in Charlottenburg gibt es schon seit längerem Kritik. Wie die B.Z. nun berichtete, könnte der Radweg sogar die Arbeit der Feuerwehr behindern und so die Anwohner in Gefahr bringen.

Wegen des neuen Radwegs sind die Parkplätze und Lieferzonen auf der Kantstraße in der Mitte angeordnet. Rechts davon verläuft der Radweg, links eine Spur für Autofahrer. Im Notfall wird dies zum Problem: Muss die Feuerwehr zu einem Einsatz in der Straße fahren, kann sie nur auf der Fahrbahn stehen bleiben – falls die Parkplätze besetzt sind. Der Abstand zwischen Feuerwehrauto und Gebäude beträgt dann zwölf Meter – zu groß, um im Notfall die Bewohner mit Feuerwehrleitern zu evakuieren.

Wohnungen ab dem 3. Stock in der Kantstraße betroffen

Wohnungen, Arztpraxen oder Läden müssen laut Verordnung jedoch mindestens zwei unabhängige Rettungswege haben. Falls bei einem Brand in dem Gebäude auch das Treppenhaus in Flammen steht und die Bewohner nicht über die Leiter gerettet werden können, ist dies nicht mehr gewährleistet.

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) sagte auf Anfrage des Bezirksverordneten Johannes Heyne (FDP): „Bei Beibehaltung der derzeitigen Situation vor Ort wären aufgrund der nicht mehr vorhandenen Gewährleistung des zweiten Rettungsweges die Nutzungseinheiten ab dem 3. OG betroffen, denen kein weiterer baulicher Rettungsweg zur Verfügung steht.“ Wie das Problem gelöst werden soll, ist allerdings noch nicht bekannt.