Der Rettungsdienst der Berliner Feuerwehr ist überlastet. Bis zum 10. April dieses Jahres hat die Feuerwehr bereits 85-mal den Ausnahmezustand ausgerufen. Wie aus einem Bericht von RBB24 am Mittwoch hervorgeht, hat die Berliner Feuerwehr nun eine spezielle Taskforce gebildet, die den Anstieg der Rettungseinsätze aufhalten soll. Sie soll Wege finden, um die Notfallrettung zu entlasten.

Der Ausnahmezustand wird immer dann erklärt, wenn die Rettungswagen zu 80 Prozent ausgelastet sind und die vorgegebene Eintreffzeit von zehn Minuten bei einem Notruf nicht mehr zu schaffen ist. Immer häufiger werde in Berlin der Notdienst der Feuerwehr zur Hilfe gerufen. Teilweise gebe es bis zu 1600 Notrufe am Tag, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. In den letzten Jahren sei die Zahl dabei immer weiter gestiegen.

Schlechte Versorgung durch Haus- und Fachärzte?

Grund für die extreme Belastung des Notdienstes der Feuerwehr sei die schlechte Versorgung durch die Haus- und Fachärzte, sodass eher der Feuerwehr-Rettungsdienst gerufen werde, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Feuerwehrgewerkschaft Berlin-Brandenburg, Micha Quäker, gegenüber dem Sender. Gleichzeitig stünden immer weniger Rettungsmittel zur Verfügung.

Hinzu komme, dass auch der Kassenärztliche Versorgungsdienst unter der Rufnummer 116 117 weniger „schlagkräftig“ geworden sei, so Quäker weiter. Patienten müssten nach einem Anruf dort oft drei bis sechs Stunden auf einen Arzt oder eine Ärztin warten. „Wenn man sich schlecht fühlt, hat man nicht diese Zeit oder möchte man nicht warten – und dann wird auf die Feuerwehr ausgewichen.“