Berlin plant, die Gebühren für das Parken in den nächsten Monaten anzuheben. Die Senatsverwaltung für Verkehr teilt auf Nachfrage mit, dass eine Erhöhung im ersten Halbjahr 2022 geplant ist. Wie hoch diese ausfallen wird, ist noch unklar. Die Grünen, zu den auch Verkehrssenatorin Bettina Jarasch gehört, fordern solch eine Anhebung schon länger.

Zur Erklärung: Derzeit gibt es in Berlin 76 Parkraum-Bewirtschaftungszonen, die meisten liegen im S-Bahnring. Die Gebühren untergliedern sich in drei Stufen (ein, zwei oder drei Euro pro Stunde). Die letzte Erhöhung habe es 2004 gegeben, heißt von der Verkehrsverwaltung. Damals wurde die höchste Stufe hinzugefügt.

Gebühren in Friedrichshain-Kreuzberg rasant gestiegen

Wo welche Stufe gilt, darf aber jeder Bezirk selbst entscheiden. Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg beispielsweise sind in den letzten Monaten die Gebühren nach einer eigenmächtigen Entscheidung rasant gestiegen – von einem auf zwei Euro bzw. von zwei auf drei Euro. Anwohner aus der Mainzer Straße in Friedrichshain berichten der Berliner Zeitung von erhöhten Gebühren und sorgen sich darum, dass dieser Anstieg auf Besucher wenig einladend wirken könnte. Und in der Tat: In vier von sieben Parkzonen in Friedrichshain-Kreuzberg hat es am 1. November 2021 eine Erhöhung gegeben, teilt das Bezirksamt auf Nachfrage der Berliner Zeitung mit.

Mainzer Straße: Parken kostet jetzt drei Euro die Stunde

In Zone 30 (rund um das Ring-Center), Zone 51 (Oberbaumcity), in Zone 60 (Viktoria-Kiez) und Zone 61 (Bergmannkiez) kostet das Parken jetzt zwei Euro und nicht mehr nur einen Euro. Darüber informiert war offenbar niemand, auch nicht die Senatsverwaltung für Verkehr. Der Bezirk begründet die Erhöhung mit „Vermeidung von Verdrängungseffekten“ und erhöhter Nachfrage. Der Kiez um die Mainzer Straße liegt in Zone 50, westlich vom Ostkreuz. Hier kostet das Parken jetzt drei Euro die Stunde. Nach Angaben des Bezirks fand in dieser Zone zuletzt, also am 1. November, keine Gebührenerhöhung statt.