Berlin - Berliner Elternvertreter fordern regelmäßige Corona-Tests für Kita-Kinder und eine Impfpflicht für das pädagogische Personal. Kinder würden bewusst einem Infektionsrisiko ausgesetzt, kritisierte der Landeselternausschuss Kindertagesstätten am Freitag. Das stehe in krassem Gegensatz zur Schutzhaltung des Senats gegenüber älteren vulnerablen Gruppen während der bisherigen Pandemiewellen.

Doch auch bei Kindern steige die Zahl von Corona-Fällen mit schwerem Verlauf. Außerdem seien die Langzeitfolgen nicht ausreichend erforscht, um eine Infektion für Kinder als ungefährlich einstufen zu können. „Wir fordern den Senat daher auf, umgehend regelmäßige, kindgerechte und verpflichtende vor Ort durchzuführende PCR-Lolli-Tests in Kitas für Kita-Kinder und Personal anzuordnen sowie über eine Impfpflicht für das Kita-Personal nachzudenken.“

Was für die allgemeine Bevölkerung mit Blick auf Schutzmaßnahmen gelte, müsse auch für die Kita-Kindern gelten. „Da Kinder nicht selbst geimpft werden können, muss (...) aufgrund augenscheinlich mangelnder Eigenverantwortung eine Impfpflicht für Berufsgruppen, die eng mit den schutzlos ausgesetzten Kindern arbeiten, eingeführt werden“, forderte der Elternausschuss.

Elternvertreter: Senat muss seinen Schutzauftrag wahrnehmen 

Aus Sicht der Elternvertreter ist außerdem nicht einleuchtend, warum es Tests in den Schulen, aber nicht in den Kindertagesstätten gibt: „Wo ist der rechtfertigende Grund, zum Beispiel eine sechsjährige Schülerin zu testen, hingegen ein fünfjähriges Kita-Kind nicht?“ Die Verläufe seien in beiden Fällen ähnlich. Dass der Senat seinen Schutzauftrag erst ab der Grundschule wahrnehme, sei „verfassungsrechtlich extrem fragwürdig“.

Durch eine allgemeine Regelung zu Corona-Tests ließen sich auch soziale Ungerechtigkeiten vermeiden. Derzeit sei es so, dass immer mehr Kitas eigenständig PCR-Test durchführten. „Es kann nicht sein, dass ein solch erhöhter Schutz nur für Kinder betuchter Eltern möglich ist“, kritisierte der Landeselternausschuss.