Der Streit um die 2G-Regel im Einzelhandel beschäftigt in der kommenden Woche das Berliner Abgeordnetenhaus. Die FDP-Fraktion hat für die Sitzung am Donnerstag einen Antrag eingebracht mit dem Ziel, die für viele Geschäfte bestehenden Zugangsbeschränkungen umgehend aufzuheben. „Während sich große Onlinehändler über satte Gewinnzuwächse freuen können, zählt der stationäre Einzelhandel, der seit nun mehr fast zwei Jahren ums schiere Überleben kämpft, zu den wohl größten Verlierern der Pandemie“, heißt es in dem Antrag.

Neben großen Einzelhandelsunternehmen befänden sich vor allem kleine inhabergeführte Geschäfte in einer existenzbedrohenden Situation. Zu massiven Umsatzeinbußen komme ein unverhältnismäßig hoher Kontrollaufwand dazu. Für Einkäufe in Geschäften der Grundversorgung wie Super- oder Baumärkte, Drogerien, Apotheken oder Buchläden gelten keine Zugangsbeschränkungen. In alle anderen Läden dürfen nur Menschen rein, die geimpft oder genesen sind (2G).

Einige Länder kippten 2G-Regel im Handel: Berlin noch nicht

In einigen Bundesländern wurden diese Regeln bereits gekippt. Der Handelsverband Berlin-Brandenburg kämpft schon seit einiger Zeit vehement auch in der Hauptstadt für die Abschaffung, weil Existenzen und Arbeitsplätze gefährdet seien.

„Die 2G-Regelung für den Einzelhandel ist nicht sinnvoll“, sagte die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Sibylle Meister am Samstag der Deutschen Presse-Agentur zu dem Antrag. „Es ist nicht erklärbar, warum der Kauf von Schreibwaren und Blumen ohne 2G eine geringere Gefahr darstellen soll als der Kauf von Kleidung und Kinderspielzeug.“ Viel wichtiger seien Hygienekonzepte unter Einbeziehung von Masken und Abstandsregelungen.