Berlin - Die Berliner Friseur-Innung rechnet mit spürbaren Folgen der ab Montag auch für ihre Branche vorgeschriebenen 2G-Regel. „Für uns ist nicht nachvollziehbar, warum man die Friseure in die 2G-Regelung genommen hat, weil wir Sicherheitsstandards hatten, die auch erbracht worden sind“, sagte Innungs-Obermeister Jan Kopatz am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. „Ich finde es auch unpassend, eine gewisse Gruppe, also Ungeimpfte, von einer hygienischen Dienstleistung auszuschließen“, sagte Kopatz. Für die Betriebe bedeute das weniger Kunden und damit Umsatzrückgänge.

Der Berliner Senat hatte am Mittwoch beschlossen, dass angesichts der Corona-Fallzahlen nur noch Geimpfte und Genesene (2G) Zutritt zu Restaurants, Kinos, Theatern und unter anderem auch Friseursalons haben sollen, nicht auch Getestete. Ein negativer Test berechtigt nicht also nicht mehr zur Teilnahme. 

Kopatz: 2G bei Friseuren wird zu Schwarzarbeit führen 

Kopatz kritisierte nun: „Letztendlich bringt es wieder eins: mehr Schattenwirtschaft, sprich Schwarzarbeit.“ Auch Ungeimpfte wollten zum Friseur. „Und ich glaube, das ist auch ein hygienisches Grundrecht.“ Aus seiner Sicht ist die Senatsentscheidung, die 2G-Regel deutlich auszuweiten, „übers Ziel hinausgeschossen“.

Konsequente Kontrollen findet Kopatz dagegen wünschenswert: „Es gibt Betriebe, die sich an die Vorschriften halten, und Sie haben Betriebe, die das nicht interessiert“, sagte er. „Da ist das dann schon schade, wenn Kontrolle nicht stattfindet.“ Der gesamte Aufwand für 2G koste auch Geld. Blieben Kontrollen aus, könnten davon Betriebe profitieren, die sich nicht an die Regel hielten.