Fast fünf Mal am Tag fällt irgendwo in Berlin länger als drei Minuten der Strom aus. Insgesamt gab es 1771 dieser Stromausfälle im vergangenen Jahr. Die meisten betrafen aber nicht sehr viele Haushalte: 480 Stromausfälle hatten Auswirkungen auf mehr als 50 Haushalte. Das geht aus Antworten des Senats auf Anfragen der CDU und der AfD hervor. Die Zahlen der Stromausfälle in den vergangenen Jahren lagen etwas höher, 2018 gab es rund 2200 dieser Störungen.

Die durchschnittliche Zeit der Ausfälle lag im vergangenen Jahr bei 104 Minuten im Bereich der Niederspannung, der für Haushalte relevant ist. Die meisten Ursachen waren technische Defekte, gefolgt von der „Einwirkung Dritter“.

Strom für Berlin kam vor allem durch Erdgas

Auffällig ist, dass in den Statistiken seit 2017 die meisten Ausfälle jeweils in den Sommermonaten Juni, Juli und August verzeichnet wurden. In diesen Zeiträumen gab es zum Teil doppelt so viele Ausfälle wie in manchen Wintermonaten. Die Gründe wurden nicht genannt, ob es unter Umständen mit den vielen Klimaanlagen in Büros zusammenhängt, ist unklar. Etwa 21 Millionen Euro pro Jahr gab der Netzbetreiber Stromnetz Berlin zur „Behebung von störungsbedingten Ereignissen im Berliner Stromverteilungsnetz“ aus.

Zuletzt gab es einen größeren Stromausfall Ende Februar in Berlin-Lichtenberg. Rund 3300 Haushalte in Wohngebieten nahe der Frankfurter Allee waren betroffen. Der Strom für Berlin wurde im Jahr 2020 vor allem durch die Verbrennung von Erdgas erzeugt: rund 4500 Gigawattstunden (GWh). Steinkohle lieferte rund 1900 GWh Strom und weitere fossile Energieträger 415 GWh. Erneuerbare Energien kamen auf 405 GWh, davon 278 GWh Biomasse, knapp 100 GWh aus Sonnenenergie und 28 GWh aus Windkraft.