Berlins Verkehrs- und Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hat sich gegen eine autofreie Innenstadt ausgesprochen. Sie rechnet aber damit, dass dort schon vor 2030 keine Fahrzeuge mit Verbrennermotor mehr unterwegs sind. Sie teile fast alle Ziele der Initiative „Berlin autofrei“, sagte Jarasch der Tageszeitung taz. „Aber ich halte den Weg politisch und auch praktisch für falsch. Würden wir in wenigen Jahren den S-Bahn-Ring autofrei machen, dann verlagert sich der Berufsverkehr an dessen Rand“, so die Grünen-Politikerin. „Die Leute würden ihr Auto dort abstellen und versuchen, in die Stadt zu kommen – ohne dass wir die Zeit hatten, alle Voraussetzungen dafür zu schaffen.“

Das Bündnis „Volksentscheid Berlin autofrei“ möchte, dass nahezu alle Straßen innerhalb des S-Bahn-Rings zu autoreduzierten Bereichen erklärt werden. Dadurch würden die Probleme in ein Gebiet verlagert, wo der Großteil der Berlinerinnen und Berliner lebe und wo es noch deutlich schwieriger sei als in der Innenstadt, ohne eigenes Auto auszukommen, argumentierte die Senatorin.

Kommt das Aus für Verbrennungsmotoren bis 2030?

Verbrennungsmotoren sollten in der Innenstadt dagegen bis spätestens 2030 verboten sein. „Wir konnten uns leider nicht darauf verständigen, dass dies Eingang in den neuen Koalitionsvertrag findet. Da hatten beide Koalitionspartner ihre Befürchtungen“, sagte Jarasch über SPD und Linke.

Das mache ihr aber wenig Sorgen, weil sie sehr sicher sei, dass die Zeit über dieses Problem hinweggehen werde. „Der Bund und auch Europa werden dafür sorgen, dass wir noch sehr viel schneller werden müssen mit dem Aus für Verbrenner-Autos.“ Insofern konzentriere sie sich in den nächsten Jahren gerne darauf, die Voraussetzungen für emissionsfreie Mobilität in ganz Berlin zu schaffen. „Ich sage noch mal ganz deutlich: Das Verbrenner-Aus wird sowieso kommen, und es ist klug, sich darauf einzustellen.“