Berlin - Der Landeschef der Berliner Grünen, Werner Graf, ist einer der möglichen Kandidaten für den Posten des künftigen Verkehrssenators der Stadt. Er wird von den Grünen für die Position gehandelt, wie die Berliner Zeitung aus Parteikreisen erfuhr. Graf wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Werner Graf ist seit 2016 zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Nina Stahr Berliner Landeschef der Grünen. Er wurde 1980 in Neumark in der Oberpfalz geboren, war von 2000 bis 2002 Bundessprecher der Grünen Jugend. Von 2006 bis 2010 studierte er in Bremen Internationales Politikmanagement. Der 41-Jährige ist bei den Kreuzberger Grünen, die in der Landespartei Einfluss haben, fest verwurzelt, hat viele Fürsprecher und genießt Beliebtheit – auch bei der Noch-Verkehrssenatorin Regine Günther (ebenfalls Grüne). Doch es gibt auch Kritiker, weil Werner Graf eben keinen großen Namen als Verkehrsexperte hat.

Kritiker schreiben Protest-Mail und wollen Graf verhindern

Gegen die Pläne der Grünen wehrt sich die Landesarbeitsgemeinschaft Mobilität (LAG). Die taz zitiert aus einer Protestmail, mit der ein künftiger Verkehrssenator Werner Graf verhindert werden soll. „Damit die nächsten fünf Jahre keine Fortsetzung der letzten fünf werden, sollten wir dieses Mal eine qualifizierte SenUVK  bestellen“, heißt es darin. Die Unterzeichner sprechen sich für die grüne Spitzenkandidatin Bettina Jarasch aus, „deren Top-Wahlkampfthema Mobilität und Klima war“.

Zu den Favoriten für den Posten zählt auch weiterhin die Bürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann. Sie selbst sieht sich nicht als nächste Verkehrssenatorin. Die Parteispitze der Grünen möchte sie aber noch mal fragen, ob der Senatorenposten nicht doch etwas für sie wäre.   

Das neue Abgeordnetenhaus hat sich schon konstituiert, die Koalitionsverhandlungen zwischen SPD, Grüne und Linke laufen noch. Ein neuer Senat, so ist der Plan bisher, soll noch vor Weihnachten vereidigt werden.