Berlin - Nach dem Kellerbrand an Heiligabend in einem Hochhaus im Stadtteil Neu-Hohenschönhausen können 168 Menschen voraussichtlich erst im neuen Jahr in ihre Wohnungen zurückkehren. Zwei Aufgänge der Hausnummer 24 in der Ahrenshooper Straße wurden komplett gesperrt, wie eine Sprecherin des Bezirksamts Lichtenberg am Freitag sagte. Zuvor war zunächst von einem Aufgang die Rede gewesen. Die Bewohner von 88 betroffenen Wohnungen hatten die Wahl, entweder privat anderweitig unterzukommen oder in ein vom Bezirk organisiertes Hotel zu gehen.

43 Menschen seien bereits im Hotel untergebracht, sagte die Sprecherin. Am Freitag hätten sich 24 weitere angemeldet. Die Bewohner müssten dafür nichts bezahlen. Der Arbeiter-Samariter-Bund stelle zunächst für drei Tage Verpflegung bereit.

Den Angaben zufolge bemüht sich das Wohnungsunternehmen nun, wegen der unerwartet langen Unterbringung eine Unterkunft in Apartments mit Küchen zu organisieren.

Ein Amtsarzt hatte laut Sprecherin am Donnerstagabend alle, die ins Hotel wollten, auf Corona getestet. Zwei ältere Ehepaare hätten ein positives Ergebnis ohne Symptome gezeigt. Sie seien im Hotel in zwei Zimmern isoliert worden. Bei ihnen sollte noch ein PCR-Test vorgenommen werden.

Teile einer Stromverteileranlage in Brand geraten

Am Donnerstag waren in dem Gebäudekomplex Teile einer Stromverteileranlage sowie angrenzende Kellerverschläge in Brand geraten. Die Ursache ist laut Polizei noch unbekannt. Die Feuerwehr rückte mit mehr als 100 Einsatzkräften an. Das Feuer selbst sei nicht groß gewesen, hieß es von der Feuerwehr. Es habe aber heftige Rauchentwicklung gegeben. Nach gut einer Stunde war der Brand gelöscht. Eine Person sei mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden.

Aufgrund der Rauchausbreitung und des Schadens im Keller habe man sich dazu entschlossen, Wasser und Strom abzuschalten, hieß es bei der Feuerwehr. Auch die Heizung funktioniere daher nicht. Wie die Sprecherin des Bezirksamts sagte, ist der Stromverteiler so stark beschädigt, dass er nicht umgehend repariert werden kann. Es sehe nicht nach einer schnellen Lösung aus.

Zwischenzeitlich war laut der Sprecherin befürchtet worden, dass nicht nur die Aufgänge der Hausnummer 24 für die Bewohner gesperrt werden müssten. Doch in den Wohnungen der anliegenden Hausnummern habe der Vermieter mittlerweile wieder Strom und Wasser bereitstellen können, sodass diese bewohnbar blieben. Doch auch ihnen biete das Bezirksamt Unterstützung an.

Gesundheitlich gehe es den betroffenen Menschen gut, sagte die Sprecherin. Eine schwangere Frau sei sicherheitshalber in ein Krankenhaus gebracht worden, habe dieses aber bald wieder verlassen. „Die Leute sind wohlauf.“