Hunderte Menschen haben am Samstagabend in Berlin-Friedrichshain gegen die Räumung des linksautonomen Wagencamps „Köpi“ protestiert. Die Teilnehmerzahl bewege sich im oberen dreistelligen Bereich, sagte eine Polizeisprecherin. Der Demonstrationszug bewegte sich von der Rigaer Straße bis zum Gelände des Camps an der Köpenicker Straße. Die Polizei hatte den Aufzug zwischenzeitlich für einige Zeit gestoppt, weil einige Teilnehmer vermummt gewesen seien, wie die Sprecherin sagte.

„Nicht kampflos aufgeben“

Nach dem Ende der Demo sprach ein Polizeisprecher von 24 vorübergehenden Festnahmen wegen Delikten wie Landfriedensbruch, Sachbeschädigung oder auch Widerstand gegen Polizeibeamte. Nach Aufnahme der Personalien seien aber alle Personen wieder auf freien Fuß gekommen. Einige Demonstranten hätten Pyrotechnik gezündet. Der Sprecher sprach von einem insgesamt recht ruhigen Demoverlauf.

Das Wagencamp gilt als eines der letzten Symbolprojekte der linksradikalen Szene in Berlin. Im Juni hatte das Landgericht die Räumung des Grundstücks mit bewohnten Bauwagen angeordnet, die nun für den 15. Oktober angesetzt ist. Die Bewohner wollen versuchen, dies mit einem Eilverfahren vor dem Kammergericht zu stoppen. Sollte es doch zur Räumung kommen, wollen sie „nicht kampflos aufgeben“, wie Sprecher am Freitag ankündigten.

Die Demonstration soll auch an die Räumung des besetzten Hauses „Liebig 34“ vor einem Jahr erinnern.