Berlin - Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche ist in den letzten vier Jahren in Berlin kontinuierlich angestiegen. Im Jahr 2015 lag die Zahl noch bei  8898 und stieg dann im Jahr 2017 auf 9649 an.  Im letzten Jahr wurden schon 10.113 Schwangerschaftsabbrüche registriert. 

Die Zahlen gab die Senatsgesundheitsverwaltung nach einer parlamentarischen Anfrage der FDP bekannt. Die Antwort liegt der Berliner Zeitung exklusiv vor. Die Anzahl der Beratungsgespräche, die in Berlin vor einem solchen Abbruch geführt werden, sind dafür über die Jahre gleichgeblieben. Sie liegen jährlich bei etwa 12.500.

Juristisch gesehen dürfen Frauenärzte nicht für Schwangerschaftsabbrüche werben. Genauer geht es um den Paragraphen 219 a StGB. Frauen bräuchten aber diese Hilfe und gute Beratung. Gerade in schwierigen Lebensphasen. Das Gesetz müsse abgeschafft werden,  findet Maren Jasper-Winter von der FDP. Die Politikerin hatte die Anfrage beim Senat gestellt. „Frauen wird der Zugang zu Informationen durch  das Gesetz weiterhin erschwert, dabei ist eine Bevormundung nicht der richtige Weg“, sagte sie der Berliner Zeitung. Für die steigenden Zahlen der Schwangerschaftsabbrüchen müsse Berlin auch in Zukunft die notwendige Infrastruktur bereitstellen.  

In vielen Nachbarländer wie Polen oder Ungarn spitze sich die Situation zu, werden Schwangerschaftsabbrüche erschwert, erklärte Maren Jasper-Winter. Hier müsse die Stadt Frauen gezielt unterstützen und einen Zugang zum Abbruch einer Schwangerschaft schaffen. Dieser biete gesundheitliche und rechtliche Sicherheit.