In Berlin gibt es nun 39 bestätigte Affenpocken-Fälle. Wie eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag auf Twitter mitteilte, sind von den 39 registrierten Infizierten 9 Patienten im Krankenhaus. Am Dienstag waren es laut Gesundheitssenatorin Ulrike Grote (Grüne) noch 18 Infizierte. Fünf mussten waren hospitalisiert.

Bei den Betroffenen soll es sich ausschließlich um Männer handeln. Zur Übertragung des Affenpockenvirus kommt es durch engen Körperkontakt – insbesondere über die Schleimhäute. Das Affenpockenvirus sei mit dem Coronavirus nicht zu vergleichen und insgesamt weniger gefährlich, sagte Gote zu Wochenbeginn. Auch vor Stigmatisierung warnte die Senatorin. Das Virus sei zwar ausschließlich bei Männern nachgewiesen worden, das Virus unterscheide aber nicht zwischen gesellschaftlichen Gruppen oder sexueller Orientierung.

Kann das Affenpocken-Virus wieder ganz eingedämmt werden?

Wer Kontakt zu einem Infizierten hatte, solle vorsichtig sein, auf Symptome achten und einen Arzt aufsuchen. In den vergangenen Wochen sind der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge weltweit mehr als 550 Fälle von Affenpocken in 30 bislang kaum betroffenen Ländern nachgewiesen worden.

Steigender Druck auf Ökosysteme könnte aus Sicht eines UN-Experten zu Affenpocken-Infektionen bei Menschen führen. Bedrohte Lebensräume und der Klimawandel würden Bewegungsradien von Tieren verändern und das Überspringen des Virus auf Menschen begünstigen, sagte Mike Ryan von der UN-Organisation am Donnerstag in Genf.

„Wir wissen nicht, ob es schon zu spät ist, um es ganz einzudämmen“, sagte WHO-Pockenexpertin Rosamund Lewis über das Virus. Sie zeigte sich jedoch optimistisch, dass die Weiterverbreitung mit herkömmlichen Hygienemaßnahmen bekämpft werden kann. (mit dpa)