Berlin - In der Corona-Pandemie haben manche Jugendliche nach Einschätzung des Senats deutlich mehr Alkohol und Drogen konsumiert. Durch die Einschränkungen hätten die Jugendlichen schneller getrunken, was zu „starken Räuschen“ und auch Vergiftungen geführt habe, antwortete die Senatsgesundheitsverwaltung auf eine CDU-Anfrage und stützte sich dabei auf Beobachtungen aus der Präventions-und Beratungspraxis. Es habe viele Treffen in Parks und an Seen gegeben. Dort sei Alkohol „häufig deutlich schneller konsumiert“ worden.

Eine wichtige Rolle hätten auch „illegale Substanzen“, also Drogen, gespielt, „welche jederzeit online verfügbar sind“. Häufiger seien auch Medikamente zur Angst- oder Stressbewältigung eingesetzt worden, hieß es in der Antwort. „Gerade in Verbindung mit dem Konsum von Alkohol können hierbei lebensgefährliche Situationen in Form von Atemdepression oder Herzstillstand entstehen.“

Jugendliche griffen zur Flasche, um persönliche Krisen zu bewältigen

Jugendliche, die schon zuvor zu viel Alkohol tranken, hätten durch den Wegfall von Schule, Vereinen und anderen Freizeitaktivitäten noch mehr getrunken, „weil es keinen öffentlichen Rahmen und weniger soziale Kontrolle gab, vor dem der Konsum verheimlicht werden musste“. Andere Jugendliche hätten erst seit Beginn der Pandemie regelmäßig zu Alkohol gegriffen, um persönliche Krisen zu bewältigen.

Die Rückkehr zur Normalität lasse hoffen, dass sich der stärkere Alkoholkonsum nicht auf Dauer festige, betonte der Senat. „In einigen Beratungsgesprächen mit Familien zeigte sich, dass sich die Rückkehr zu den Schulen und Freizeit- und Sportvereinen positiv auf etwaigen schädlichen Konsum auswirkte. Unklar ist, ob sich dieser Trend manifestiert.“