Berlin - Vor etwa einem Monat hieß es, dass der Berliner Senat „zeitnah“ 20.000 Wohnungen von den Immobilienkonzernen Vonovia und Deutsche Wohnen abkaufen möchte. Wie der RBB am Freitag von Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) erfuhr, soll sich der Deal nun auf der „Zielgeraden“ befinden.

Allerdings ist das Paket nicht ganz so groß wie geplant. Nach Informationen des RBB geht es mittlerweile um 14.000 Wohnungen in Gesamtpaket von etwa 1,74 bis 2,17 Milliarden Euro. Offizielle Angaben zum Preis gibt es bisher nicht. Die Bestände, um die es geht, liegen in mehreren Bezirken, unter anderem in Spandau und in der Thermometersiedlung in Lichterfelde.

Berlins Senat will angesichts der Wohnungsknappheit in der Hauptstadt möglichst viele Wohnungen wieder in staatlichen Besitz zurückholen. Als Käufer für das Land sollen die Degewo, die Berlinovo und die Howoge auftreten, hieß es. Dabei soll die Howoge den größten Teil der Wohnungen übernehmen. Doch zuvor müssen sich erst noch die Aufsichtsräte von Vonovia und Deutsche Wohnen mit dem Geschäft befassen, berichtet der RBB.

Berlin will keine überteuerten Wohnungen kaufen

Nachdem die Übernahme der Deutschen Wohnen durch die Vonovia vor wenigen Wochen erneut scheiterte, war zunächst unklar, ob das Geschäft überhaupt zustande kommt. In der Koalition hatten Linke und Grüne Bedenken, dass das Land überteuerte und sanierungsbedürftige Wohnungen übernehmen könnte. Laut Finanzsenator Kollatz sollen die angebotenen Wohnungen nur zum Ertragswert gekauft werden. Damit soll sichergestellt werden, dass die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften die Übernahme ohne Mittel aus dem Landeshaushalt leisten können. Angeblich handelt es sich um Wohnungen im preisgünstigen Segment.

Vonovia mit Sitz in Bochum besitzt (Stand Ende März) knapp 415.000 Wohnungen, davon gut 354.000 in Deutschland. Die Deutsche Wohnen ist der größte Privatvermieter in Berlin: Rund 114.000 ihrer insgesamt mehr als 155.000 Wohnungen stehen im Großraum der Hauptstadt.