Berlin - Mehr als 2000 Menschen haben am Samstagmittag laut einer Verdi-Sprecherin in Neukölln für mehr Personal und bessere Arbeitsbedingungen in Berliner Kliniken demonstriert. Die Polizei sprach von einer Zahl „im unteren vierstelligen Bereich“. Die Proteste der Berliner Krankenhausbewegung standen unter dem Motto „Wir helfen euch – Wer rettet uns?“ Die Organisatoren fordern ein Einschreiten der Berliner Landespolitik im Tarifstreit bei den Tochterfirmen des Klinikkonzerns Vivantes.

Die Demonstranten zogen vom Hermannplatz zum Urban-Krankenhaus, wo eine Zwischenkundgebung geplant war. Anschließend sollte es weiter zum Willy-Brandt-Haus der SPD gehen. Auf Transparenten wurden Slogans gezeigt wie „Die Pflege wird zum Pflegefall“, „Gesundheit statt Profite“, und „TVöD für alle“ – gemeint ist der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst.

„Wir streiken schon seit fast 30 Tagen! Und noch immer kommen wir am Verhandlungstisch kaum voran“, teilte die Bewegung auf ihrer Internetseite mit. Senat und Abgeordnetenhaus müssten für die Krankenhausmitarbeiter „in die Puschen kommen“ und Geld bereitstellen, forderte die Verdi-Sprecherin. Die Streiks bei den Vivantes-Töchtern hatten am 9. September begonnen und sollen am kommenden Donnerstag ausgesetzt werden. Das hatte die Gewerkschaft Verdi am Freitag angekündigt. Grund dafür ist, dass am 14. Oktober die Tarifverhandlungen wieder aufgenommen werden.

Die Polizei sprach am Mittag zunächst von einem ruhigen Verlauf der Demonstration.