Berlin - In einer Wohnung in der Liegnitzer Straße in Berlin-Kreuzberg hat die Feuerwehr am Montag einen toten Mann gefunden. Der Hausmeister hatte am frühen Nachmittag den Notruf gewählt, weil er starken Verwesungsgeruch vor der Wohnungstür im vierten Obergeschoss gerochen hatte, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstagmorgen. Die Hausverwaltung hatte bereits seit längerem versucht, den 56-jährigen Mieter zu erreichen. Er starb offenbar einsam in seinem Bett. Die Polizei hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet.

Alarmierte Feuerwehrleute hatten nach dem Anruf des Hausmeisters die Tür zur Wohnung aufgebrochen. In einem der Zimmer fanden sie den toten Mann, woraufhin sie die Polizei informierten. Die Gerichtsmedizin sei mit dem Transport der Leiche überfordert gewesen, hieß es vor Ort. Die Polizeisprecherin sprach von „einem sehr stark übergewichtigen Mann“. Der Körper habe laut Zeugenaussagen mehr als 160 Kilogramm gewogen. Höhenretter der Feuerwehr mussten bei der Bergung aus dem Wohnhaus helfen. Der Einsatz dauerte demnach mehrere Stunden.

Todesursache ist noch unklar – die Kriminalpolizei ermittelt

Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nach Angaben der Polizeisprecherin bisher nicht. Die Kriminalpolizei habe trotzdem die Ermittlungen übernommen. Die Staatsanwaltschaft entscheidet nun, ob der Leichnam obduziert wird, da die genaue Todesursache noch unklar ist. Wie lange der Tote unbemerkt in seiner Wohnung lag, sei ebenfalls Bestandteil der Untersuchungen.

Nachbarn beschrieben den verstorbenen Mann als nett und freundlich. Der Hausverwaltung war der überquellende Briefkasten aufgefallen, heißt es. Wie lange die Leiche bereits in der Wohnung lag, ist unklar. Die frische Farbe im Treppenhaus habe den Geruch überdeckt. Der Tote wurde mittels Schwerlastrettungswagen ins Leichenschauhaus nach Moabit transportiert.