Berlin - Die Polizei hat die Traditionsbuchhandlung Kisch & Co. in Kreuzberg geräumt. Wie der Tagesspiegel berichtet, war der Gerichtsvollzieher gegen acht Uhr morgens zur Schlüsselabgabe vor Ort. Die Buchhandlung bleibt bestehen – allerdings fortan an einer anderen Adresse.

Die Polizei sperrte die Oranienstraße von der Adalbertstraße bis zum Heinrichplatz ab, heißt es. Etwa 60 Unterstützer versammelten sich am Dienstagmorgen, um zu protestieren. Am Morgen begann eine Kundgebung. Bei der Schlüsselübergabe gab es Buhrufe: „Schämt euch“ und „die Häuser denen, die drin wohnen“, riefen die Unterstützer, so der Tagesspiegel.

Kisch & Co zieht nun nach 23 Jahren in der Oranienstraße 25 in andere Räume. Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen ist mit einem Angebot auf die Inhaber des Ladens zugekommen, ein paar Häuser weiter in die Nummer 32 zu ziehen. 

Im April hatte das Landgericht Berlin der Räumungsklage eines Luxemburger Immobilienfonds stattgeben. Der Mietvertrag des Ladens war im Mai 2020 ausgelaufen, seither kämpften Inhaber und Aktivisten um einen Verbleib der Buchhandlung. Zu früheren Protesten kamen bis zu 500 Menschen.