Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sollen nun auch auf dem Berliner Messegelände untergebracht werden. „Derzeit gilt es, die vielen ankommenden Menschen erstmal mit einem Bett und dem Nötigsten schnell zu versorgen, bevor sie weiter in geeignete Unterkünfte gebracht werden“, teilte der Sprecher der Messe Berlin, Emanuel Höger, am Donnerstag auf Anfrage mit.

Kurzfristig entstehe im Berliner Westend (Charlottenburg) auf dem Messegelände deshalb eine temporäre Übernachtungsmöglichkeit. „Messe Berlin und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) werden dafür die untere Ebene der Halle 11.1 und die Halle 17 unter dem Funkturm für die Erstversorgung der ankommenden Geflüchteten vorbereiten“, sagte Höger. „Diese beiden Hallen liegen logistisch günstig und sind einfach zu erreichen.“

Etwa 1000 Flüchtlinge sollen auf dem Messegelände Platz finden

Der Sprecher des DRK Berlin, Karsten Hintzmann, sagte, ehrenamtliche Kräfte des DRK seien gerade dabei, die erste Halle vorzubereiten, sodass noch am Donnerstag die ersten Flüchtlinge dort einziehen könnten. In der Halle 11.1 gebe es Platz für ungefähr 600 Menschen. Das Ziel sei, auch die zweite Halle zu nutzen. „Dann können wir auf 1000 Plätze hochgehen.“ Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hatte am Donnerstag im Abgeordnetenhaus gesagt, dass die Messe als zusätzliche Kapazität genutzt werden solle – „möglichst noch heute Abend“.

Nach Angaben von Messe-Sprecher Höger haben die Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge keine Auswirkungen auf die geplanten Frühjahrsmessen wie die Fruit Logistica oder die Bus2Bus. „Sie werden in den entsprechend dafür geplanten Messehallen stattfinden.“ Höger sagte, die Vorbereitungen für das neue Ankunftszentrum am ehemaligen Flughafen Tegel liefen parallel bereits. „Die Messe Berlin unterstützt bei Planung, Koordination und Aufbau.“ DRK-Sprecher Hintzmann ergänzte, der Starttermin für das Ankunftszentrum im Nordwesten Berlins sei noch nicht sicher – voraussichtlich Sonntag oder Montag.