Berlin - Aufmerksamen Personen mag die Statue auf dem Dach der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Kreuzberg schon aufgefallen sein. Auf dem Gebäude am Blücherplatz „krallt“ sich seit Mittwoch eine Figur an das Kreuz des Gotteshauses. Verantwortlich dafür ist der spanische Künstler Pejac. Gemeinsam mit den Seenotrettern von Sea-Watch, der Stiftung Dojo Cares und der Kirchengemeinde soll das Projekt auf die Situation von Geflüchteten auf dem Mittelmeer aufmerksam machen, schreibt der Künstler.

Die Kunstinstallation trägt den Namen „Landless Stranded“ – also landlos gestrandet. Es sei den Menschen gewidmet, „die sich auch an Land nicht sicher fühlen“, so der Künstler weiter. Er nimmt dabei Bezug auf die 82,4 Millionen Menschen, die sich laut UNHCR Ende 2020 weltweit auf der Flucht befunden haben.

Um das weltweite Leid Geflüchteter darzustellen, hat der Künstler die Gestalt eines Kindes gewählt, das über den Dächern Berlins eine Notfackel in den Himmel streckt. Bekleidet ist das Kind mit Kapuzenpullover und Rettungsweste. Um die Statue besser betrachten zu können, wurden gegenüber der Kirche Ferngläser aufgestellt. Mittels OR-Code gelangen die Betrachtenden auf die Internetseite der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch – und werden aufgerufen, zu spenden.

Das Kunstwerk soll bis zum 5. November auf dem Dach der Heilig-Kreuz-Kirche stehen. Weitere Werke des Künstlers Pejac können Interessierte vom 30. Oktober bis 7. November im ehemaligen Fabrikkomplex in der Modersohnstraße 35–45 in Berlin-Friedrichshain betrachten. Es soll die bislang größte Ausstellung des Spaniers werden.