Berlin - Die Berliner Linke hat erneut für Petra Pau als Spitzenkandidatin für den Bundestagswahlkampf gestimmt. Die 57-jährige Bundestagsvizepräsidentin wurde am Sonnabend auf einer Vertreterversammlung in Neukölln auf Platz 1 der Landesliste gewählt. Sie erhielt 125 Ja-Stimmen bei zehn Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen. Das entspricht einer Zustimmungsquote von 89,3 Prozent. Pau war bereits 2017 Spitzenkandidatin ihrer Partei.

Die Linke-Politikerin ist seit 1998 Mitglied des Bundestags und seit 2006 Vizepräsidentin des Parlaments. Ihren Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf hat sie seit 2002 fünfmal in Folge direkt gewonnen.

In Berlin sind am 26. September parallel Wahlen zum Bundestag und zum Abgeordnetenhaus. Die Berliner Linke will bei der Veranstaltung in Neukölln ihre Landesliste für die Bundestagswahl festlegen. Für den zweiten Listenplatz gab es mit dem früheren Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Udo Wolf, und dem Bundestagsabgeordneten Pascal Meiser zwei Kandidaten.

Pascal Meiser unerwartet auf Listenplatz 2

Der Bundestagsabgeordnete Pascal Meiser landete überraschend auf Platz 2 der Berliner Landesliste für die Bundestagswahl. Der Linke-Landesvorstand hatte den früheren Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Udo Wolf, dafür vorgeschlagen. Er galt in der Partei als Favorit. Meiser erhielt bei der Vertreterversammlung am Sonnabend in Neukölln 73 Stimmen (51,4 Prozent), Wolf 66 (46,5 Prozent) bei zwei Enthaltungen und einer ungültigen Stimme.

Unter anderem Berlins Linke-Vorsitzende Katina Schubert hatte zuvor ausdrücklich für Wolf geworben. Meiser hatte in seiner Rede unter anderem auf sein Engagement als Gewerkschafter und Streiter für die Rechte von Mietern hingewiesen, Wolf auf seine langjährige Erfahrung.