Berlin: Original Unverpackt ist insolvent – Investor gesucht

Müll vermeiden, dafür die Nudeln direkt im Markt in das mitgebrachte Glas füllen – eigentlich eine gute Idee. Doch nun hat das Berliner Unternehmen Insolvenz angemeldet.

Verschiedene Hülsenfrüchte, Nüsse und Getreide in Behältnissen im Laden Original Unverpackt.
Verschiedene Hülsenfrüchte, Nüsse und Getreide in Behältnissen im Laden Original Unverpackt.Imago/photothek

Der Berliner Öko-Händler Original Unverpackt hat Insolvenz angemeldet und sucht derzeit nach einem Käufer oder neuen Investoren. Das sagte Geschäftsführerin Milena Glimbovski dem RBB. Bereits in der Corona-Pandemie sei es zu deutlichen Umsatzeinbußen gekommen. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und aufgrund der rasant steigenden Inflation habe sich die finanzielle Situation verschlimmert, sodass sie nun die Entscheidung getroffen habe, Insolvenz anzumelden, so Glimbovski.

2014 gründete die russischstämmige Unternehmerin und Zero-Waste-Aktivistin den Verpackungsfrei-Laden in Berlin. Aus dem Laden Original Unverpackt sollten als einem der ersten Geschäfte Verpackungen im Verkauf verbannt werden. Um die Ware transportieren zu können, konnten Kunden ihre eigenen Behältnisse mitbringen oder alternativ Pfandgläser mieten. Seitdem gilt Glimbovskis Laden als Meilenstein der Zero-Waste-Bewegung. Ihre Idee fand diverse Nachahmer.

Glimbovski: „Ich muss einsehen, dass mich Krisen überfordern“

Erfolg und hoher Umsatz seien nicht ausschlaggebend für sie gewesen, sondern die Idee eines alternativen Konsums voranzutreiben, sagte Glimbovski im Gespräch mit dem RBB. Die Idee fand 2014 so viele Anhänger, dass Hunderte Menschen mehr als 100.000 Euro in einer Crowdfunding-Kampagne sammelten, um Glimbovski den Start mit Original Unverpackt zu ermöglichen. Außerdem habe sie mit Online-Kursen andere Gründer dazu ermutigen können, ihr Geschäftsmodell aufzugreifen.

Betriebswirtschaftliche Expertise fehlte ihr, gibt die Gründerin zu. 2018 wurde sie dennoch als Unternehmerin des Jahres ausgezeichnet. In den vergangenen zwei Jahren sei es nach der Corona-Pandemie und dem Krieg aber zu schwierig für sie geworden. Gemeinsam mit einem Insolvenzverwalter hoffe sie nun auf einen Neustart für ihren Laden und die 13 Mitarbeitenden. Sie hofft, dass jemand den Laden kaufen wird. Allein am vergangenen Wochenende hätten drei Personen ihr Interesse bekundet.