Berlin - Ein Mann hat am Sonntagmorgen eine Rollstuhlfahrerin in einer S-Bahn attackiert. Wie die Polizei mitteilte, bewegte sich eine Frau in ihrem Rollstuhl sitzend durch eine S-Bahn der Linie S4 und bat die übrigen Fahrgäste um Kleingeld. Dabei sei sie ersten Erkenntnissen zufolge auf einen Mann getroffen, der sich über ihr Handeln beschwert und gegen den Rollstuhl getreten haben soll. Die Frau soll umgekippt und aus dem Rollstuhl gefallen sein. Als sich dabei zudem die Türen des Zuges öffneten, rollte der Stuhl auf den Bahnsteig hinaus, so die Polizei.

Ein weiterer Fahrgast soll der Rollstuhlfahrerin zur Hilfe geeilt sein, wobei es mit dem Tatverdächtigen offenbar zu einem Gerangel kam. Der Mann soll dem Helfer gegen den Kopf getreten haben. Als die Polizei eintraf, habe der Tatverdächtige gerade auf dem Bahnsteig gestanden und sei, als er die Einsatzkräfte sah, zurück in den Zug geflüchtet. Aus diesem zog ihn dann ein Polizist wieder heraus und wollte ihn festnehmen. 

Rund 1,2 Promille im Blut

Der aggressive Mann soll dabei Widerstand geleistet haben, so dass die Hilfe einer weiteren Polizistin und eines Passanten notwendig gewesen sein soll, den Mann zu Boden zu bringen und zu fesseln. Weitere Einsatzkräfte brachten den mutmaßlichen Schläger in ein Polizeigewahrsam. Eine Messung ergab bei dem Mann eine Alkoholisierung von rund 1,2 Promille, heißt es in der Mitteilung der Polizei. 

Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen sei der Tatverdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Sowohl die 29-Jährige als auch der 24-Jährige hätten eine ärztliche Behandlung abgelehnt. Der Tatverdächtige soll sich leicht an der Hand verletzt haben. Er sei ambulant behandelt worden. Mögliche Zusammenhänge zu zwei gefährlichen Körperverletzungen gegen 2.15 Uhr am S-Bahnhof Tiergarten, bei denen zwei schlafende Obdachlose angegriffen und verletzt wurden, prüft ein Kommissariat der Polizei.