Berlin - Weil sie ihre knapp zweijährige Tochter beinahe tödlich verletzt haben soll, steht eine 31-Jährige vor dem Berliner Landgericht. Die Frau soll ihrem Kind mit einem Messer einen tiefen Schnitt am Handgelenk zugefügt haben. Für das Mädchen habe durch erheblichen Blutverlust vorübergehend Todesgefahr bestanden, so die Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger erklärte zu Prozessbeginn am Mittwoch, seine Mandantin räume den Vorwurf objektiv ein. Sie habe an das Geschehen im Juli 2021 allerdings keine vollständige Erinnerung.

Die Staatsanwaltschaft strebt in dem Prozess wegen versuchten Totschlags und Misshandlung von Schutzbefohlenen die Unterbringung der Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus an. Bei der 31-Jährigen liege eine erhebliche Erkrankung vor. Derzeit sei sie wegen ihres Zustands für die Allgemeinheit gefährlich, so die Staatsanwaltschaft. Die Frau soll seit mehreren Jahren an einer psychischen Erkrankung leiden.

Die 31-Jährige erklärte unter Tränen, sie habe vor der Tat innere Stimmen gehört. Um diese aus dem Kopf zu bekommen, habe sie Alkohol getrunken. An das Geschehen danach fehle ihr die Erinnerung. „Das nächste Bild ist: Meine Tochter liegt blutend im Bett“, schilderte die Mutter. Sie habe sofort den Rettungsdienst alarmiert. Die Helfer hätten die Blutung noch rechtzeitig stoppen können. Ihre Tochter lebe seitdem bei der Großmutter. Der Prozess wird am 14. Januar fortgesetzt.