Berlin - Mit einem Impfzentrum auf dem Gelände der Trabrennbahn Karlshorst will Berlin die Impfmöglichkeiten gegen das Coronavirus im Ostteil der Stadt ausbauen. Bis zu 800 Impfungen mit Terminbuchung sollen dort in Kürze täglich möglich sein, wie Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) der Deutschen Presse-Agentur sagte. Der Standort sei gut per S-Bahn, Bus und Auto erreichbar, Taxis könnten gut vorfahren. Seit Samstag sind grundsätzlich auch wieder kostenlose Corona-Tests möglich.

Zudem will die Gesundheitsverwaltung die Impfkapazität in Lichtenberg im „Ring-Center“, bei der man spontan vorbeigehen kann, ausbauen auf bis zu 800 Impfungen täglich. Durch einen Umzug an eine andere Stelle in dem Zentrum könne die Kapazität der bisherigen Einrichtung erweitert werden, erklärte Matz.

Umzug des Impfzentrums Messe ins ICC bis Mitte Dezember

Ziel sei es, beide neue Standorte noch im November zu eröffnen. „Hier sind wir schneller als beim ICC“, erklärte er mit Blick auf den geplanten Umzug des Impfzentrums in den Messehallen unter dem Funkturm ins benachbarte Kongresszentrum ICC. Dies soll bis Mitte Dezember erfolgen. Organisiert wird der Umzug von dem früheren langjährigen Präsidenten des Technischen Hilfswerks, Albrecht Broemme.

Dieser hatte, eigentlich schon im Ruhestand, im Frühjahr 2020 das Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten an der Messe aufgebaut. Auch an dem Aufbau der beiden Impfstellen im Osten der Stadt ist er laut dem Gesundheitsstaatssekretär beteiligt. „Bis zum 28. Februar können wir dann an vier Standorten weiterimpfen“, so Matz.

Derzeit sind berlinweit nur noch die beiden Impfzentren an der Messe und in Tegel geöffnet – beide im Westen Berlins. Die Impfzentren im Velodrom in Pankow und in der Arena in Treptow-Köpenick wurden im August geschlossen. Die Berliner CDU hatte deshalb zuletzt ein Impfzentrum für den Ostteil Berlins gefordert. Hintergrund ist die wieder steigende Nachfrage nach Corona-Impfungen. Es wird aber auch an anderen Orten in der Stadt geimpft. In einem Einkaufszentrum in Pankow stellten sich am Samstag etliche Menschen für eine Impfung oder einen Corona-Test an.

2G in Berlin gilt ab Montag

Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rief bei Twitter erneut dazu auf, sich impfen zu lassen. Laut Lagebericht des Senats sind bisher 67,8 Prozent der Menschen in Berlin vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Sieben-Tage-Inzidenz wurde am Samstag mit 300,2 angegeben. Die Zahl gibt an, wie viele nachgewiesene Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen registriert wurden. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 199,1 gelegen.

Nach Senatsangaben sind 13,7 Prozent der Intensivbetten in der Stadt mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten belegt. Vor einer Woche hatte der Wert bei 11,5 Prozent gelegen. Die entsprechende Ampel im Warnsystem des Landes zeigt Gelb. Bei der Sieben-Tage-Inzidenz zeigt die Ampel Rot. Allerdings werden zur Bewertung der Pandemie mehrere Faktoren berücksichtigt. Die Hospitalisierungs-Sieben-Tage-Inzidenz etwa liegt mit 3,4 laut Lagebericht weiter im grünen Bereich.

In Berlin werden ab Montag die Regeln verschärft. Nur noch Geimpfte und Genesene (2G) sollen dann Zutritt zum Beispiel zu Restaurants, Friseuren, Kinos, Theatern, Museen, Galerien und Konzerthäusern haben.