Berlin - Die Hauptstadt hat die Bundesmittel aus dem Digitalpakt Schule bisher kaum in Anspruch genommen. Bund und Länder hatten im Mai 2019 beschlossen, die Schulen in Deutschland bis 2024 besser zum Beispiel mit schnellem Internet, digitalen Tafeln, WLAN oder Laptops und Tablets auszustatten. Dafür sollen fünf Milliarden Euro vom Bund und 500 Millionen von den Ländern investiert werden können.  

Wie Zeit Online am Dienstag berichtet, sind von den 256,9 Millionen Euro Bundesmitteln, die Berlin zur Verfügung stehen, erst 27 Millionen bewilligt worden, so dass das Geld ausgegeben werden kann. Das sind knapp elf Prozent. In anderen Bundesländern ist der Anteil deutlich höher, bundesweit liegt er bei zwölf Prozent. Hamburg etwa hat bereits 127,9 Millionen Euro bewilligt - 100 Prozent, Sachsen 246,1 von 249,5 Millionen, das sind fast 99 Prozent.

Deutlich hinter Berlin liegen Schleswig-Holstein und das Saarland mit einem Anteil von jeweils etwa drei Prozent. Das Ziel, bis Ende 2021 die Hälfte der Finanzhilfen zu bewilligen, sei insgesamt noch weit entfernt, so Zeit Online.

Gerade während der Corona-Pandemie hat digitales Lernen als Alternative oder Ergänzung zum Unterricht in der Schule erheblich an Bedeutung gewonnen. Eine ausreichende Ausstattung etwa mit Laptops und Tablets, Lernplattformen und den Möglichkeiten, per Videokonferenz zu kommunizieren, ist damit ebenfalls noch wichtiger geworden.

Das Thema, dass Geld für den Digitalpakt ungenutzt bleibt, ist in Berlin nicht neu: Die Schulen müssen erst ein Medienkonzept erstellen, bevor sie das Geld bekommen. Förderanträge sind an gewisse Richtlinien gebunden. Die Förderungen könnten nicht einfach so verteilt werden, hieß es immer wieder. Bei allen Problemen macht Berlin Fortschritte. Im Sommer (Stand 17. Juli 2020) waren erst sieben Millionen aus dem Digitalpakt bewilligt worden.