Der mutmaßliche Serientäter hatte sich vermummt. 
Foto: Polizei Berlin 

BerlinDie Berliner Polizei hat einen 37 Jahre alten Mann vorläufig festgenommen, der über einen längeren Zeitraum mehrere Männer dazu gezwungen haben soll, sich geknebelt von ihm fotografieren zu lassen. Mit der Veröffentlichung eines Phantombildes hofft die Polizei nun darauf, dass sich weitere Opfer melden. Der Verdächtige soll bei seien Taten ein weißes Basecap von Nike und eine weiße Camouflage-Jacke getragen haben.

Intensive Ermittlungen hatten in dieser Woche zum Durchbruch in dem rätselhaften Fall geführt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, soll der mutmaßliche Serientäter für mehrere Körperverletzungen, Freiheitsberaubungen und Nötigungen in Hellersdorf verantwortlich sein. Ermittler hatten erst vor kurzem die Identität des Mannes herausgefunden, hieß es. Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft hatte die Polizei daraufhin die Wohnung des Mannes in Hellersdorf durchsucht. 

Der Lkw-Fahrer wohnte zwischenzeitlich in Plauen

Bei der Durchsuchung wurden mögliche Tatbekleidung und Datenträger beschlagnahmt. Er wurde erkennungsdienlich behandelt und anschließend wieder entlassen. „Der 37-Jährige, der von Beruf Lkw-Fahrer ist, hat sich seit 2009 beruflich im Bereich Plauen aufgehalten, zwischenzeitlich dort auch gewohnt“, erklärte ein Polizeisprecher. Derzeit werde geprüft, ob ein weiterer Berliner Fall vom Dezember 2014 auch Teil der Tatserie sein könnte, so der Sprecher. Die Ermittler vermuten, dass es darüber hinaus weitere ähnlich gelagerte Fälle geben könnte. Deshalb bittet die Berliner Polizei alle Personen, die zwischen 2006 und 2020 Opfer einer solchen Straftat geworden sind, sich zu melden. 

Die Tatkleidung des Mannes. 
Foto: Polizei

Bisher sind der Polizei drei Fälle bekannt. Demnach soll der Mann am 9. April 2015 in der Teupitzer Straße, am 29. Dezember 2017 in der Nossener Straße und am 29. Februar 2020 in der Louis-Lewin-Straße nachts seinen Opfern vor ihren Wohnhäusern aufgelauert haben. Er soll Männer, die zur Tatzeit 22 bis 28 Jahre alt waren, bis zu deren Wohnanschriften gefolgt sein, sie an der Haustür überrascht und in die jeweiligen Keller gedrängt haben. Nach Angaben der Polizei habe er ihnen dort die Augen verbunden und sie gezwungen haben, sich hinzuknien. In dieser Position sollen die Opfer von ihm fotografiert worden sein.

Hinweise bitte an den Polizeiabschnitt 33 in der Heinrich-Grüber-Straße 35 in 12621 Berlin-Kaulsdorf oder unter der Telefonnummer 4664 333 701.