Berlin - Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert für Berlin eine Homeoffice-Pflicht im öffentlichen Dienst. Diese Pflicht soll – wo möglich – auch für Polizisten gelten. „Wir brauchen die verpflichtende Anordnung für Dienststellenleitungen, Homeoffice zu ermöglichen, und endlich genügend mobile Geräte sowie die nötigen Schnittstellen“, sagte der Berliner GdP-Landeschef Norbert Cioma am Montag.

Der Berliner Senat könne nicht „mit dem Finger auf Unternehmen zeigen, selbst aber verlangen, dass sich Zehntausende Kolleginnen und Kollegen täglich auf die Dienststellen der Stadt begeben“, so Cioma weiter. Zwar gebe es Aufgaben in der Polizei, Feuerwehr und in den Bezirken, die sich nicht via Zoom, Skype oder Google Meets bewerkstelligen lassen würden. In vielen anderen Bereichen hingegen könnten die Kolleginnen und Kollegen sehr wohl von zu Hause agieren. Dennoch müssten sie „im Büro antanzen“.

Der GdP-Landeschef sprach hier in großen Teilen des Landesdienstes von einem grundsätzlichen Misstrauen den Beschäftigten gegenüber: „Es steht außer Frage, dass wir in unseren Arbeitsbereichen die Stadt am Leben halten müssen, aber ob jemand im Homeoffice seine zu leistende Arbeit in sechs oder in acht Stunden schafft, ist mir völlig egal. Hauptsache, er erledigt sie.“

Die Polizei könne sich nicht als familienfreundlicher Arbeitgeber präsentieren und für die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf rühmen, gleichzeitig aber von „den Kolleginnen und Kollegen erwarten, dass sie erarbeitete Überstunden aufbrauchen, um zu Hause Kinder zu betreuen und die Bildungsauftrag des Landes zu übernehmen“, so Cioma.