Berlin - Der historische Bärensaal im Gebäude der Innenverwaltung des Landes darf nur noch mit Zustimmung der Behörde für Filmdrehs und Veranstaltungen vermietet werden. Das sagte ein Sprecher der Innenverwaltung. Zuvor hatte die Berliner Morgenpost berichtet, dass in dem Saal des Alten Stadthauses ein Musikvideo aufgenommen wurde. In den Aufnahmen zum Lied mit dem Titel „Sirenen“ der Rapper Kontra K und AK Ausserkontrolle begehen Bewaffnete einen Banküberfall. Das YouTube-Video ist bereits seit Ende August 2020 online und wurde fast acht Millionen Mal angesehen.

Die Zeitung verwies darauf, dass in dem Saal mit einem bronzenen Bären Polizeipräsidentin Barbara Slowik 2018 in ihr Amt eingeführt wurde und auch die erste Berliner Konferenz zum Vorgehen gegen sogenannte Clankriminalität stattfand. Auch Szenen der TV-Serie „Babylon Berlin“ wurden demnach dort gedreht.

„Über abgesprochenes Maß hinausgegangen“

„Wir wollen die Kunstfreiheit nicht einschränken“, sagte Geisel-Sprecher Martin Pallgen der Deutschen Presse-Agentur. Man müsse aber nicht unbedingt dort drehen, wo der Innensenator sitze. Es solle in Zukunft nur Veranstaltungen geben, die dem Ansehen des Hauses nicht entgegenstehen würden. Deshalb werde die Innenverwaltung künftig in die Vergabe des Saals einbezogen, der von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) verwaltet wird. Laut Sprecher ist die Behörde ebenfalls Mieter bei der BIM.

BIM-Sprecherin Johanna Steinke sagte zu dem Vorfall, der Dreh sei „weit über das abgesprochene Maß hinausgegangen“ und: „Wir haben daraus gelernt.“ Man hätte die Produktionsfirma hartnäckiger prüfen müssen, so Steinke, die das Video als gewaltverherrlichend einschätzt. Juristisch durchgesetzt worden sei das Verbot, das Video direkt in Verbindung mit der Innenverwaltung zu bringen. Laut Morgenpost dürfen keine Bilder mehr gezeigt werden, „auf denen der Schriftzug der Senatsverwaltung zu sehen ist“.

Die BIM genehmige normalerweise etwa 45 Verträge im Jahr allein für den Bärensaal für Preisverleihungen, Konferenzen oder Filme, so die Sprecherin. Dazu kommen den Angaben zufolge etwa 120 Abschlüsse im Jahr, mit denen leere Schwimmbäder, alte Gefängnistrakte oder Gerichtsgebäude etwa für Filmaufnahmen vermietet werden. Damit würden Tausende Euro für die Landeskasse eingenommen, hieß es.