Berlin - Durch die Corona-Pandemie und viele Proteste gegen Einschränkungen steuert Berlin auf einen Rekordwert bei den Demonstrationen im ablaufenden Jahr zu. „In diesem Jahr ist das Demonstrationsgeschehen noch einmal gestiegen“, sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. Bis Ende November seien 7919 Versammlungen angemeldet worden, teilte die Senatsinnenverwaltung am Dienstag mit. Bis zum vergangenen Montag hätten davon 5814 Demonstrationen stattgefunden.

Eine der Ursachen sei die Pandemie mit Demonstrationen von Gegnern und Unterstützern der Infektionsschutz-Maßnahmen. „Das Thema wirkt offenbar anregend auf das Bedürfnis, seine politische Meinung auf die Straße bringen zu wollen“, sagte Geisel. „Und da ist Berlin einfach eine Bühne als Hauptstadt der Bundesrepublik.“ Dazu kämen zahlreiche Demonstrationen, die mit politischen Konflikten auf der ganzen Welt zu tun hätten.

Dabei lobte der Innensenator die Polizei, die an vielen Wochenenden Kontrahenten auf den Straßen auseinanderhalten müsse. „Die Polizisten zeigen gemessen an den Belastungen eine erstaunliche Widerstandskraft“, sagte Geisel. Allerdings habe sich die Lage geändert. „Es ist nicht mehr so wie im April, als die Polizei in den Parks erschienen ist und es gab Applaus für Lautsprecherdurchsagen für Corona-Regeln. Das ist vorbei. Inzwischen fliegen auch Flaschen, wenn das durchgesetzt werden muss.“ Umso wichtiger seien der Rückhalt in der Bevölkerung und der Politik.