Vor einer Woche für ein Autofahrer in Berlin-Charlottenburg in eine Schülergruppe aus Hessen. Eine Lehrerin starb, mehrere Schüler wurden schwer verletzt. Wie jetzt bekannt wurde, war es für einige Schüler aus dem nordhessischen Bad Arolsen bereits die zweite Amokfahrt, die sie aus nächster Nähe miterleben mussten. Sie wurden vor zwei Jahren Zeugen der Amokfahrt in Volkmarsen, berichtet der RBB.

„Sie sind von Grund auf verunsichert und stellen sich die Frage: Kann ich überhaupt noch rausgehen? Bin ich überhaupt sicher?“, sagt die Opferbeauftragte des Bundeslandes, Daniela Birkenfeld dem RBB. Die schrecklichen Erlebnisse auf dem Berliner Kurfürstendamm und der Tauentzienstraße hätten die Kinder retraumatisiert. Sie werden derzeit psychologisch betreut.

Ein 29-jähriger Autofahrer raste am 24. Februar 2020 absichtlich in den Karnevalsumzug in Volkmarsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) und verletzte dabei mindestens 88 Menschen, darunter 26 Kinder, teilweise schwer. Der Tatort liegt nur acht Kilometer von der Schule entfernt. Immer wieder werden die Kinder an die furchtbaren Bilder erinnert, wenn sie daran vorbeikommen, hieß es.

Der Täter befindet sich war mittlerweile im Gefängnis, doch die Angst ist bei vielen geblieben. Ein Gericht verurteilte den heute 31-Jährigen unter anderem wegen 89-fachen Mordversuchs zu einer lebenslangen Haftstrafe.

Amokfahrt in Berlin löst bei Schülern alte Traumata aus

Die Tat in Berlin hatte nun schreckliche Erinnerungen geweckt und Traumata bei einigen der betroffenen Schüler ausgelöst. Bei der Amokfahrt wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft insgesamt 32 Menschen verletzt. Mehrere Kinder und Lehrkräfte kamen schwer verletzt in Krankenhäuser. Zwei von ihnen werden weiterhin in Berliner Klinken behandelt. Die übrigen Verletzten der Gruppe konnten unterdessen wieder in ihre Heimat zurückkehren.

Der 29-jährige Täter befindet sich mittlerweile in einem psychiatrischen Krankenhaus. Die Justizbehörde wirft ihm Mord in einem Fall und versuchten Mord in 17 weiteren Fällen vor. Nach RBB-Informationen war der Deutsch-Armenier 2020 bereits an eine psychiatrische Klinik überstellt worden, wo eine Einweisung geprüft werden sollte. Was dann geschah, ist nicht bekannt.

„Wir sind immer die Erstintervenierenden“, erklärte der Bezirksstadtrat für Jugend und Gesundheit, Detlef Wagner (CDU). „Danach sind wir raus.“ Dies sei auch im Fall des 29-Jährigen so. Nach Anfang 2020 gebe es keine weiteren Eintragungen. „Der Mann ist –jedenfalls laut unseren Akten – nicht mehr mit psychischen Problemen in Erscheinung getreten“, so Wagner.