Sturm in Berlin und Brandenburg: Das Wichtigste in Kürze

  • Orkantief „Zeynep“ zog von Freitagabend bis Samstagmorgen über Berlin. Sturmtief „Antonia“ zog am Montag über Deutschland.
  • Die Behörden sagen zudem auch für Dienstag Sturmfluten voraus.
  • In Europa gab es 14 Tote durch „Zeynep“, drei davon in Deutschland.

Dienstag, 22. Februar

Jetzt kommt Sturmtief „Bibi“

Auf „Ylenia“, „Zeynep“ und „Antonia“ folgt „Bibi“: In Berlin und Brandenburg ist am Dienstag noch vereinzelt mit Sturmböen zu rechnen, es kehrt jedoch langsam Ruhe ein. Der Tag beginnt nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit mäßigem Westwind, der im Laufe des Tages schwächer wird. Insbesondere im Süden Brandenburgs kann es noch stürmische Böen mit bis zu 55 Kilometern pro Stunde geben.

Der Morgen startet dem DWD zufolge zunächst stark bewölkt und mit örtlichen Schauern. Im Tagesverlauf kommt vereinzelt die Sonne durch, bis es am Abend wieder regnerisch wird. Die Temperaturen liegen zwischen sieben und neun Grad.

Der Mittwoch startet ebenfalls zunächst wolkig, im Laufe des Tages wird es hingegen sonnig. Von der Uckermark bis in die Lausitz kann es nach Prognosen des DWD noch vereinzelt Sturmböen mit mehr als 70 Kilometern pro Stunde geben. Der Wind schwächt jedoch bis zum Nachmittag deutlich ab. Mit Temperaturen zwischen neun und elf Grad wird es etwas wärmer. Am Donnerstag wird es zunächst sonnig, im Tagesverlauf ziehen jedoch vermehrt Wolken auf und am Abend setzt leichter Regen ein. Die Höchstwerte liegen bei neun bis elf Grad.

Montag, 21. Februar

Tanne begräbt das Auto von Andrej Hermlin unter sich

Die jüngsten Stürme haben ihre Spuren auch auf zwei Autos des Pianisten und Bandleaders Andrej Hermlin hinterlassen. Möglicherweise hatte der Sohn des Schriftstellers Stephan Hermlin (1915-1997) dabei sogar noch Glück im Unglück, wie der 57-Jährige am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin berichtete. Zuvor hatte die Bild-Zeitung berichtet.

Hermlin war am Freitagabend nach einem Konzert mit seinem Swing Dance Orchestra in sein Haus im Stadtteil Pankow zurückgekehrt, wie er erzählte. Auf dem Nachbargrundstück habe er eine sehr hohe Tanne im auffrischenden Sturm beobachtet. „Das sieht nicht gut aus“, habe er sich gesagt. Vorsichtshalber habe er die Autos wegfahren wollen. Noch während er die Schlüssel gesucht habe, sei die Tanne im Sturm umgeknickt und habe das Carport mit den Autos darunter „bis auf vielleicht 80 Zentimeter“ heruntergedrückt. „Hätte ich den Schlüssel sofort gefunden, hätte es mich da begraben“, sagte Hermlin. „Das war schon ein ziemlicher Schock.“

Berlin und Brandenburg: Noch Einschränkungen im Zugverkehr

Aufgrund von Unwetterschäden ist der Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg weiterhin beeinträchtigt. Zwischen Berlin und Rostock/Stralsund fuhren am Montag keine Fernverkehrszüge, wie die Bahn mitteilte. Im Regionalverkehr verkehrten keine Züge zwischen Potsdam und Michendorf (RB23) und Prenzlau und Angermünde (RE3). Auf der Linie RE3 wurde ein Notverkehr mit Bussen eingerichtet. Fahrgäste der Linie RB23 sollten auf die Buslinie 643 des Stadtverkehrs ausweichen. Bei der S-Bahn gab es am Montag keine witterungsbedingten Einschränkungen, sagte ein Sprecher.

Die Unwetter in den vergangenen Tagen hatten zu erheblichen Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. Der Deutsche Wetterdienst rechnete bis Montagnachmittag mit Wind- und einzelnen Sturmböen zwischen 60 und 80 Kilometer pro Stunde. Am Abend solle der Wind demnach allmählich nachlassen.

Warnungen vor Sturmfluten für Montagabend und Dienstag

Eine Sturmflut jagt derzeit die nächste: Für Montagabend hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) für die deutsche Nordseeküste erneut vor der Gefahr einer Sturmflut gewarnt. An der ostfriesischen Küste werde das Hochwasser bis zu 1,5 Meter höher als das mittlere Hochwasser ausfallen, teilte das BSH am Montagmittag mit. An der Nordsee-Küste und im Weser- und Elbegebiet, und damit auch in Hamburg, soll das Hochwasser 1,5 bis 2 Meter höher sein als normal. Die Sturmflutgefahr besteht bis etwa 20.30 Uhr. Das ist den Angaben zufolge die elfte Sturmflut in Hamburg in diesem Jahr.

Und damit ist auch vorerst noch nicht Schluss. Denn die nächste Sturmflut wird bereits für Dienstagmorgen erwartet, wie eine Sprecherin sagte. „Und aller Voraussicht nach steht auch für Mittwochmorgen noch einmal eine an.“

An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bleibt es im Norden Deutschlands zunächst windig, wechselhaft, nass und kühl. In der Nacht zum Dienstag soll es bei wechselnder Bewölkung einzelne Schauer und Tiefstwerte um 2 Grad Celsius geben. Das kann in einigen Regionen zu glatten Straßen führen. Auch für den Dienstag sind Wolken, Regen und Wind angesagt. Stürmische Böen werden dann lediglich an der Nordsee erwartet.

DWD hebt Unwetterwarnungen auf: Es bleibt aber windig bis stürmisch

Der Deutsche Wetterdienst hat seine offiziellen Unwetterwarnungen vor orkanartigen Böen oder Orkanböen für Deutschland aufgehoben. „Es wird jedoch weiterhin vor Sturmböen, teils auch schweren Sturmböen in weiten Teilen Deutschlands gewarnt“, teilte der DWD am Montagmorgen mit. „Zudem bestehen nur noch für wenige exponierte Gipfellagen Warnungen vor Orkanböen.“ Die Kaltfront von Sturmtief Antonia habe Deutschland südostwärts überquert. Dahinter bleibe es aber weiterhin sehr windig bis stürmisch, hieß es. Gegen Abend lasse der Wind deutlich nach.

Bahnreisende im Norden brauchen weiter viel Geduld

Bahnreisende müssen auch am Montag im Norden weiterhin viel Geduld und Zeit mitbringen. „Aufgrund von Unwetterschäden kommt es auch am Montag in Teilen Deutschlands zu Verspätungen und Zugausfällen im Bahnverkehr“, teilte die Deutsche Bahn am Montag auf ihrer Internetseite mit. Der dritte Sturm in Folge hatte in der Nacht im Streckennetz weitere Schäden verursacht. Im Vergleich zu seinen Vorgängern habe der Sturm „Antonia“ jedoch weniger stark gewütet, hieß es weiter. „Dennoch ist heute früh bundesweit noch mit Einschränkungen im morgendlichen Pendlerverkehr zu rechnen.“

Demzufolge fahren keine Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund, Berlin und Rostock/Stralsund sowie zwischen Norddeich Mole/Emden und Köln. Zudem müsse auf den übrigen Zügen des Fernverkehrs mit einer sehr hohen Auslastung gerechnet werden. Im Norden sei der Verkehr zum Teil noch eingeschränkt, weil manche Streckenabschnitte zunächst nur eingleisig befahrbar waren. „Die Aufräum- und Reparaturarbeiten laufen unvermindert fort, um auch hier schnellstmöglich alle Züge wieder fahren zu können.“

Auch der Regionalverkehr im Norden war am Montag weiterhin weit vom Normalfahrplan entfernt. So sollte es auf den Strecken bis mindestens Montagnachmittag Beeinträchtigungen geben. Viele Züge waren mit geringerer Geschwindigkeit unterwegs. Auf einigen Strecken konnten Züge wegen vorangegangener Erkundungsfahrten erst später oder gar nicht starten. Und mancherorts waren auch noch Streckenabschnitte gesperrt. Wie lange sie nicht befahrbar sein werden, war zunächst unklar. „Für die durch Sturmfolgen in Norddeutschland gesperrten Strecken ist im Moment noch keine sichere Prognose möglich“, schrieb das Unternehmen weiter.

Hamburger Fischmarkt erneut überschwemmt

Der Hamburger Fischmarkt im Stadtteil Altona ist am Montag erneut überschwemmt worden. Sturmtief „Antonia“ verursachte am frühen Morgen eine Sturmflut – nach Angaben des Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) überschritt der Wasserstand das mittlere Hochwasser um etwa 1,5 Meter. Von einer Sturmflut wird gesprochen, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft. Von einer schweren oder sehr schweren Sturmflut wird erst ab Werten von 2,5 beziehungsweise 3,5 Meter gesprochen.

dpa/Daniel Bockwoldt
Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle in Hamburg ist am Morgen während einer Sturmflut beim Hochwasser der Elbe überschwemmt.

Bahnverkehr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen teils gestört

Das weiterhin stürmische Wetter hat am Montagmorgen erneut für Störungen im Bahnverkehr in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gesorgt. Nach Angaben der Deutschen Bahn mussten Zugreisende etwa mit Verspätungen auf den Strecken Glauchau (Sachsen) – Jena – Erfurt – Göttingen (Niedersachsen), Altenburg - Erfurt sowie Erfurt–Meiningen rechnen.

In Sachsen-Anhalt war unter anderem die Strecke Magdeburg - Uelzen betroffen, wo es zum Teilausfall der Strecke kam. Die Bahn richtete für den Abschnitt Salzwedel - Uelzen einen Busverkehr ein. Ähnlich sah es auf der Regionalbahn-Strecke Burg (Magdeburg) – Braunschweig (Niedersachsen) aus. Auch hier kam es zum Teilausfall der Strecke.

In Sachsen waren mehrere Linien im Raum Dresden betroffen. So musste laut Deutscher Bahn unter anderem mit Zugausfällen oder Verspätungen bei den S-Bahn-Linien Dresden – Freiberg und Dresden – Kamenz gerechnet werden sowie den Regionalbahnlinien Dresden – Elsterwerda–Biehla, Dresden–Neustadt – Königsbrück und Pirna – Neustadt.

Keine größeren Schäden durch Sturmtief „Antonia“ in Berlin

Nach den beiden heftigen Stürmen der vergangenen Tage und Nächte hat das dritte Sturmtief „Antonia“ bis Montagmorgen in Berlin keine größeren Schäden verursacht. Bei der Feuerwehr gab es laut einem Sprecher bis zum frühen Morgen keine größeren wetterbedingten Einsätze.

Mancherorts gibt es auch weiter Einschränkungen. So sind laut Verkehrsinformationszentrale die Veitstraße und die Berliner Straße in Tegel weiterhin gesperrt. Auch bei der Bahn gibt es noch immer wetterbedingte Ausfälle. Laut der Deutschen Bahn fahren aktuell zum Beispiel keine Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Rostock/Stralsund.

Deutscher Wetterdienst erwartet Sturmböen bis zu 100 km/h in Gewitternähe

Die Woche beginnt in Berlin und Brandenburg mit teils schweren Sturmböen und kurzen Gewittern. Nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) werden am Montag Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 70 und 85 Kilometern pro Stunde erwartet, in Schauer- und Gewitternähe sind besonders am Morgen lokal auch schwere Sturmböen bis zu 100 Stundenkilometer möglich. Der Tag ist neben dem Wind von vielen Wolken, örtlich Regen- und Graupelschauern und morgens auch von kurzen Gewittern geprägt. Die Temperaturen liegen zwischen sieben und neun Grad.

Der Dienstag startet zunächst wolkig bis heiter und meist trocken. Am Nachmittag nehmen die Wolken zu und gegen Abend breitet sich von Westen nach Osten Regen aus bei Temperaturen zwischen sieben und neun Grad. Gelegentlich gibt es noch Windböen. Am Mittwoch werden neben Wolken auch sonnige Abschnitte erwartet, am Abend wird es laut den DWD-Prognosen klar. Der Tag bleibt trocken bei Höchstwerten um die neun Grad.

Sonntag, 20. Februar

Feuerwehr zieht Bilanz: Fast 4000 Sturm-Einsätze

Ylenia und Zeynep sorgten für fast 4000 wetterbedingte Einsätze der Berliner Feuerwehr. Um 16 Uhr wurde der seit Freitag andauernde Ausnahmezustand beendet. Doch die Feuerwehr rüstet sich schon für das nächste Sturmtief: „Antonia“ kommt in der Nacht zum Montag.

Samstag, 19. Februar:

Fast 2000 Einsätze für Berliner Feuerwehr

Der Sturm ist vorüber, doch für die Berliner Feuerwehr war die Arbeit am späten Nachmittag noch nicht getan. „Der Ausnahmezustand hält noch an“, sagte ein Sprecher. Das bedeutet in diesem Fall, dass so viele Alarmrufe eingehen, dass sie nicht mehr nacheinander abgearbeitet werden können, sondern Prioritäten gesetzt werden müssen. Auf der Liste der Feuerwehr standen noch mehr als 400 Anrufe, die am späten Nachmittag noch nicht abgearbeitet waren.

Von Freitagabend bis Samstag um 16 Uhr rückte die Feuerwehr zu 1954 Einsätzen aus, die im Zusammenhang mit dem Sturm standen. Wie schon beim Sturmtief „Ylenia“ am Donnerstag waren es häufig umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer oder herabgestürzte Dachziegel, mit denen sich die Feuerwehrleute beschäftigen mussten.

Aktuelle Infos zum S-Bahn-Verkehr in Berlin

Zugverkehr der Deutschen Bahn bis Montagnachmittag beeinträchtigt

Bahnreisende müssen weiter mit starken Beeinträchtigungen rechnen. „Aufgrund von Unwetterschäden kommt es im Norden Deutschlands und in Nordrhein-Westfalen bis mindestens Montagnachmittag zu Verspätungen und Zugausfällen“ teilte die Deutsche Bahn am Samstagnachmittag mit und forderte dazu auf, Reisen von und nach Hamburg und Bremen zu vermeiden.

Der Bahn zufolge verkehren am Samstag bis mindestens 18 Uhr keine Fernverkehrszüge nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin. Bis dahin fallen auch ICE-Züge auf der Strecke Köln - Hannover - Berlin aus, genau wie ICE-Züge zwischen Kassel-Wilhelmshöhe und Berlin.

Einige Einschränkungen gelten nicht mehr. Der Fernverkehr in Nordrhein-Westfalen, der bis zum frühen Nachmittag weitgehend lahmgelegt war, ist wieder angelaufen. Auch zwischen Leipzig/Halle (Saale) und Berlin sind wieder Fernzüge unterwegs. Wann wieder ICE/IC-Züge von Frankfurt (Main) beziehungsweise Berlin nach Amsterdam im Einsatz sein werden, ist dagegen weiterhin nicht absehbar.

Orkan fegte mit bis zu 120 km/h über Berlin und Brandenburg – es bleibt stürmisch

Über Berlin und Brandenburg sind die beiden Sturmtiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ mit teilweise orkanartigen Böen mit Stärken von zehn bis zwölf hinweggefegt. Ein Spitzenwert sei in der Nacht zu Freitag in Angermünde mit einer Geschwindigkeit von 125 Kilometer pro Stunde erreicht worden, sagte eine Meteorologin von der Regionalstelle Potsdam des Deutschen Wetterdienstes (DSD) am Samstag auf Anfrage.

In der Nacht zu Samstag sei in Lindenberg bei Berlin ein Wert von 120 Stundenkilometern erreicht worden. Orkanartige Böen gab es dem DWD zufolge auch in Potsdam mit 113, in Heckelberg (Märkisch-Oderland) mit 111, Berlin-Dahlem mit 108 und am Flughafen BER mit 107 Stundenkilometern. „Winterstürme von der Stärke können schon mal vorkommen“, sagte die Sprecherin. „Außergewöhnlich ist aber diesmal, dass zwei so kurz hintereinander auftraten, fast ohne Pause.“

Sturmböen wird es nach Einschätzung des DWD noch bis Samstagabend geben, allerdings nur mit Windstärke sieben bis maximal neun. Nach einer Wetterberuhigung ist ab Sonntagmorgen in Südwestbrandenburg erneut mit Windböen in vergleichbarer Stärke zu rechnen. Ähnlich sind die Erwartungen der Meteorologen für ganz Brandenburg und Berlin ab Sonntagnachmittag.

In der Nacht zum und am Montag selbst erwartet der DWD für Berlin und Brandenburg das neue Sturmtief „Antonia“. Allerdings sei es kein Vergleich zu den Sturmtiefs der vergangenen Tage. Der DWD geht von Windspitzen zwischen 60 und 80, maximal 90 Stundenkilometern aus, also Windstärke acht und neun, noch weit entfernt vom Orkan.

Feuerwehr: „Ylenia“ und „Zeynep“ zusammen schlimmer als Sturm „Xavier“ von 2017

Die Feuerwehr zieht eine Zwischenbilanz: „Ylenia“ und „Zeynep“ zusammen überträfen das Sturmtief „Xavier“ von 2017, twitterten die Einsatzkräfte. Seit Donnerstag habe man 7842 Einsätze verzeichnet, darunter 3236 wetterbedingte. Bei „Xavier“ seien es 3000 Einsätze gewesen.

Sturmschäden: KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen bis Dienstag geschlossen

Nach weiteren Sturmschäden bleibt die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen in Oranienburg voraussichtlich bis Dienstag geschlossen. Das teilte die Gedenkstätte am Samstag mit. In der Nacht zu Samstag seien weitere Teile der historischen Lagermauer umgeweht worden. Zudem habe der Sturm bei einem Gebäude im ehemaligen KZ-Industriehof Teile der Dachhaut abgetragen. Bäume stürzten um.

Bereits in der Nacht zu Donnerstag hatte das Orkantief „Ylenia“ die östliche Lagermauer, die das dreieckige Häftlingslager des KZ Sachsenhausen umschloss, auf etwa 200 Meter Länge umgeweht. Die Mauer ist etwa 2,80 Meter hoch. Der Gesamtschaden lasse sich derzeit noch nicht beziffern.

Die 1937 in Nazi-Deutschland errichtete, weitgehend original erhaltene Mauer war Teil der Sicherungsanlagen. Bereits in der Vergangenheit sei die Mauer mehrfach durch Orkanstürme beschädigt worden, hieß es.

14 Tote durch Sturm „Zeynep“ in Europa, drei davon in Deutschland

14 Menschen kamen in Deutschland, Belgien, Großbritannien, Irland, den Niederlanden und in Polen bis Samstagvormittag ums Leben, zumeist durch auf Fahrzeuge gestürzte Bäume. Bislang die meisten Toten gab es in den Niederlanden, wo vier Menschen starben. In Großbritannien und Deutschland starben jeweils drei Menschen, zwei in Polen und jeweils ein Mensch in Belgien und Irland.

„Nordrhein-Westfalen blickt auf eine traurige Orkan-Bilanz: Nach bisherigem Stand hat der Sturm ‚Zeynep‘ zwei Menschen das Leben gekostet“, sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Reul am Samstag. Wie eine Sprecherin erläuterte, handelt es sich dabei zum einen um einen Autofahrer auf der Bundesstraße 54 in der Nähe von Altenberge im Kreis Steinfurt, dessen Wagen von einem Baum getroffen worden war. Das zweite Sturmopfer sei nach vorläufigen Erkenntnissen ein 17 Jahre alter Beifahrer, der mit zwei Gleichaltrigen in Hopsten im Kreis Steinfurt unterwegs gewesen war. Der Fahrer war nach Polizei-Angaben möglicherweise einem Ast ausgewichen und dadurch von der Fahrbahn abgekommen.

In der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste starb in der Nacht auf Samstag nach dortigen Polizeiangaben ein Mann, der während des Sturms das beschädigte Dach eines Stalls reparieren wollte. Der 68-Jährige sei durch das Dach gebrochen und rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt.

Die Sturmserie geht weiter – Beruhigung erst ab Dienstag

Die Serie schwerer Stürme reißt vorerst nicht ab. Die Verschnaufpause nach Orkan „Zeynep“ am Samstag ist nur von kurzer Dauer. „Bereits ab Sonntag nimmt die Sturmserie mit Annäherung des nächsten Sturmtiefs ‚Antonia‘ wieder deutlich an Fahrt auf“, sagte Adrian Leyser von der Wettervorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Auch der Montag bleibt noch stürmisch, erst ab Dienstag beruhigt sich das Wetter etwas.

„Antonia“ erreicht am Sonntag bereits das Seegebiet zwischen Schottland und Island, in der Nacht zum Montag die Nordsee und Südschweden. Das Sturmfeld befindet sich an der Südflanke des Tiefs und erfasst von Westen her allmählich ganz Deutschland.

Tagsüber ist der Wind zunächst noch gebremst unterwegs und erreicht nur auf Berggipfeln Orkanstärke. Im Flachland bleibt es zunächst eher bei starken bis stürmischen Böen. Dafür regnet es teilweise länger. Vor allem im Westen und Nordwesten kommen gebietsweise 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter zusammen. In den Staulagen der westlichen Mittelgebirge können es sogar 50 Liter sein.

„Richtig turbulent und mitunter auch gefährlich könnte es dann in der Nacht zum Montag werden“, sagte Leyser über „Antonia“: Schwere Sturmböen oder sogar orkanartige Böen sind nicht ausgeschlossen. „Die ohnehin durch die vorangegangenen Stürme in Mitleidenschaft gezogenen und in teilweise stark aufgeweichten Böden stehenden Bäume können dabei leicht umstürzen“, sagte Leyser.

dpa/Annette Riedl
Ein Baum liegt auf dem Gehweg an der Warschauer Straße.

Bahnverkehr in Deutschland bleibt nach Sturm weiter stark beeinträchtigt

Auch nach dem weitgehenden Abflauen des Sturmtiefs „Zeynep“ bleibt der Bahnverkehr in Deutschland massiv eingeschränkt. „Nördlich von Dortmund, Hannover, Berlin können keine Fernzüge fahren, auch nicht zwischen Berlin und Halle-Leipzig“, sagte Bahn-Sprecher Achim Stauß am Samstagmittag in Berlin. Ebenso könne weiterhin der Regionalverkehr im Norden Deutschlands „flächendeckend nicht stattfinden“. Noch mindestens für den gesamten Tag werde es Zugausfälle geben.

Durch die Stürme der vergangenen Tage seien „mehr als tausend Bahnkilometer in Deutschland stark betroffen und beschädigt“, sagte Stauß weiter. Rund 2000 Einsatzkräfte seien „rund um die Uhr“ dabei, Strecken freizuschneiden oder beschädigte Oberleitungen zu reparieren. Auch Hubschrauber seien im Einsatz, „um Strecken zu erkunden und festzustellen, ob ein sicherer Bahnbetrieb wieder möglich ist“.

Einen vollständigen Überblick über den Umfang der Schäden gebe es gleichwohl noch nicht, sagte der Sprecher. „Wir tun alles dafür, um den Zugverkehr so schnell wie möglich Schritt für Schritt wieder aufzunehmen.“ Schon jetzt sei klar, „dass viele Strecken im Norden auch heute im Laufe des Tages noch nicht wieder befahrbar sein werden“, schränkte er aber ein.

Die Deutsche Bahn forderte erneut alle Fahrgäste auf, geplante Reisen in die Unwetter-Regionen „wenn möglich zu verschieben“. Auch Reisende außerhalb dieser Regionen müssten sich auf Störungen einstellen und sollten sich vor Fahrtantritt über die gewählte Verbindung informieren. Der Sprecher verwies auf Kulanzregelungen, wonach bereits gekaufte Fahrkarten kostenlos storniert oder noch bis Ende kommender Woche flexibel genutzt werden können.

Feuerwehrmann in Kladow bei Sturm-Einsatz angegriffen

Bei einem Einsatz wegen des Sturms am Samstagmorgen in Kladow ist ein Feuerwehrmann angegriffen und verletzt worden. Wie die Polizei mitteilt, waren Einsatzkräfte der Berliner Feuerwehr gegen 2.30 Uhr in der Kreutzwaldstraße dabei, einen umgestürzten und auf der Fahrbahn liegenden Baum mit einer Kettensäge zu bearbeiten, um ihn anschließend von der Straße zu räumen. Während der Arbeiten soll der 50-jährige Tatverdächtige in Begleitung eines 30-jährigen Mannes mit einem Taxi angekommen sein, dass er wegen des umgestürzten Baums vorzeitig verlassen musste. Hierbei soll der offensichtlich alkoholisierte Mann gegen den mit der Kettensäge arbeitenden Mann getorkelt sein und versucht haben über den Baum zu steigen.

Nachdem zwei Feuerwehrleute den Tatverdächtigen zunächst vergeblich aufgefordert hatten, den Ort zu verlassen, führten sie den Mann aus dem Gefahrenbereich. Nun soll der 50-Jährige mit vollem Körpereinsatz einen Feuerwehrmann geschubst haben, sodass dieser stürzte und sich am Ellenbogen verletzte.

Den Einsatzkräften gelang es, den Tatverdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Er kam wenig später zu einer Blutentnahme. Sein Begleiter entfernte sich zwischenzeitlich vom Tatort, konnte jedoch wenige Meter entfernt von Polizisten festgehalten werden.

S-Bahn Berlin gibt weitere Strecken frei

Die S-Bahn Berlin gibt weitere Strecken frei. Es könne aber noch immer zu Verspätungen und Zugausfällen kommen, hieß es auf Twitter.

Weiterhin Ausnahmezustand: Mehr als 1300 Einsätze für Berliner Feuerwehr

Der Ausnahmezustand Wetter bei der Berliner Feuerwehr dauert weiter an. Bis zum Mittag hätten die Einsatzkräfte 1345 wetterbedingte Einsätze aufgenommen, twitterte die Feuerwehr. „Und noch ist kein Ende in Sicht“, hieß es.

Weiter Einschränkungen bei der Abfertigung am Flughafen BER

Am Hauptstadtflughafen BER gab es am Samstagvormittag weiterhin Verzögerungen bei der Abfertigung. „Wegen des Sturms abgesagte Flüge gab es nicht, teilweise gab es Flugverspätungen“, sagte ein Flughafensprecher am Samstagvormittag. „Und es gibt immer noch Probleme im Abfertigungsbetrieb.“ Es sei wegen der hohen Windgeschwindigkeiten immer noch so, dass das Gepäck häufig nicht aus den Flugzeugen aus- und auch nicht eingeladen werde. „Die Passagiere fliegen nur mit Handgepäck.“

„Was sonst normal ist, dass Gepäck und Passagiere zusammen fliegen, wird jetzt wegen des Sturms zum Teil getrennt“, so der Sprecher. „Das ist auch in den letzten beiden Tagen so gewesen.“ An der Situation werde sich voraussichtlich bis Mitte des Tages nichts ändern. Mit Einschränkungen sei bis dahin noch zu rechnen. „Wir haben aber die Hoffnung, dass es sich dann normalisiert.“

Am späten Freitagabend hatten Hunderte trotz des Unwetters angekommene Fluggäste vergeblich auf ihre Koffer gewartet. Das berichtete ein dpa-Reporter. Der Flughafen habe wegen des Sturms die Bestückung der Gepäckbänder eingestellt. Die Reisenden sollten ihre Koffer am Samstag abholen. Zudem bildeten sich lange Schlangen am Taxistand. Die Flüge an sich kamen laut Ankunftstafel des Airports trotz des Orkantiefs „Zeynep“ planmäßig an. Der Sprecher bestätigte, dass die Gepäckbänder aus den besagten Gründen nicht genutzt wurden. Das Abholen des Gepäcks sei inzwischen möglich.

S-Bahn-Verkehr in Berlin wird wieder aufgenommen

Der S-Bahn-Verkehr in Berlin wird wieder aufgenommen, ist allerdings noch eingeschränkt.

BVG: 26 Buslinien eingeschränkt, Tempolimit auf U-Bahn-Linien

Wie die BVG mitteilt, mussten im Busverkehr im Verlauf der Nacht und am Morgen zahlreiche Linien zeitweise umgeleitet oder unterbrochen werden. Nach Auskunft der Leitstelle war das gesamte Stadtgebiet betroffen. Einzelne Schwerpunkte ließen sich den Angaben zufolge nicht ausmachen. Vorübergehende Einschränkungen gab es von Freitagabend bis Samstagmorgen auf insgesamt 26 BVG-Linien: M11, M27, M43, M46, M48, 101, 112, 118, 123, 125, 160, 163, 168, 172, 179, 194, 218, 222, 234, 249, 256, 263, 277, 334, 398 sowie der Nachtlinie N23. Alle Störungen wurden schnellstmöglich beseitigt, Hindernisse entfernt. Je nach Schwere dauerte das in den meisten Fällen zwischen einigen Minuten und bis zu drei Stunden. Nur ein wartender Bus wurde leicht beschädigt, als er an einer Endhaltestelle von einem umfallenden Baum getroffen wurde.

Bei der Straßenbahn sprach die Leitstelle von „vergleichsweise geringen Auswirkungen“. Linienmaßnahmen waren zeitweise auf insgesamt sechs Linien notwendig, konkret der M8, M10, 27, 61, 62, 68. Ursache waren meist Gegenstände oder Baumteile in den Oberleitungen sowie in einem Fall ein möglicherweise witterungsbedingt ins Gleisbett geratenes Auto. Vorsorglich gilt im gesamten Straßenbahnnetz der BVG bereits seit Freitagabend ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern.

Auch bei der U-Bahn gilt auf den oberirdischen Abschnitten der Linien U1, U2, U3, U5 und U6 vorsorglich eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Stundenkilometern. Bereits am Freitagnachmittag war für ca. 50 Minuten die Linie U3 zwischen den Bahnhöfen Breitenbachplatz und Krumme Lanke gesperrt worden. Teile eines Baumes drohten im Bereich des Bahnhofs Onkel Toms Hütte auf die Schienen zu fallen. Die Feuerwehr entfernte die abgeknickte Baumspitze und sicherte die Stelle. Ansonsten fuhren die U-Bahnen ohne weitere Einschränkungen.

Wegen des hohen Wellengangs gingen Samstagmorgen zwei Fährlinien, die Wannseefähre F10 und die Linie F12 im Bereich Wendenschloss, zunächst nicht in Betrieb. Die Fähre F11 fährt unregelmäßig.

Sturmtief „Zeynep“: Rund 800 Feuerwehreinsätze in Berlin

Die Berliner Feuerwehr ist wegen des Orkantiefs „Zeynep“ am Freitag und frühen Samstag rund 800-mal ausgerückt. „Wir waren die ganze Nacht auf Trab“, so ein Sprecher der Feuerwehr am Samstagmorgen. Es habe sich aber vor allem um kleinere Einsätze gehandelt. Verletzt wurde nach den bisherigen Erkenntnissen niemand.

In Dahlem wurden mit 108 Stundenkilometern die höchsten Windgeschwindigkeiten in ganz Berlin gemessen, wie eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes am Samstagmorgen sagte.

Wegen Sturm: Allein 215 Einsätze bei Polizei in Brandenburg

Wegen des Orkantiefs „Zeynep“ wurden allein bei der Brandenburger Polizei 215 witterungsbedingte Einsätze landesweit registriert. Über die Notrufnummer 110 seien Gefahren durch umgestürzte Bäume oder herabgestürzte Gebäudeteile gemeldet worden, sagte ein Sprecher des Polizeilagedienstes am Samstagmorgen. Vielfach hätten Anrufer auch informiert, dass Alarmanlagen aktiviert worden seien, weil Fenster durch den Sturm aufgedrückt wurden. Witterungsbedingte Verkehrsunfälle mit schweren Personenschäden habe es nicht gegeben, hieß es.

In den Regionalleitstellen der Brandenburger Feuerwehren wurde in der Nacht von zahlreichen Einsätzen berichtet. Der Sturm habe viele Bäume entwurzelt, hieß es. Von verletzten Menschen wurde zunächst nichts bekannt.

In Potsdam waren zwei Bäume auf eine parkende leere Straßenbahn gestürzt. Die Potsdamer Verkehrsbetriebe stellten dann um Mitternacht den Trambetrieb komplett ein. Die Fahrleitung im gesamten Netz musste abgeschaltet werden. Alle Bahnen wurden zuvor auf den Betriebshof beordert. Am Samstagmorgen wurde nach Angaben eines Sprechers das gesamte Streckennetz auf Schäden überprüft. Teilweise konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden, bis zum frühen Nachmittag sollen alle Strecken bedient werden.

Notruf in Teilen Brandenburgs überlastet

Laut der NINA-Warnapp ist der Notruf in den Landkreisen Uckermark, Barnim und Oberhavel völlig überlastet. Die Bevölkerung wird gebeten, den Notruf nur noch in lebensbedrohlichen Situationen zu wählen.

Bahnverkehr im Norden weiterhin stark eingeschränkt

Der Bahnverkehr im Norden Deutschlands und in den nördlichen Landesteilen Nordrhein-Westfalens ist infolge des Sturms weiterhin stark eingeschränkt. Wie die Deutsche Bahn in Berlin am Samstagmorgen berichtete, fahren weiterhin keine Züge des Fernverkehrs in den betroffenen Regionen. Dies gelte für Verbindungen nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin sowie zwischen Berlin und Halle (Saale)/Leipzig. Nur auf der Schnellfahrstrecke zwischen Köln und Frankfurt führen einzelne Züge.

Auch der Regionalverkehr falle noch flächendeckend aus, berichtete die Bahn weiter. Vor einer Wiederaufnahme des Verkehrs seien zunächst umfangreiche Erkundungsfahrten erforderlich, hieß es. „Mit abflauendem Sturm sind rund 2000 Einsatzkräfte der DB im Dauereinsatz, um Strecken zu erkunden und Reparaturen durchzuführen“, teilte die Bahn mit. Für einen Überblick über den Zustand der Strecken setze die Bahn auch Hubschrauber ein. „Die DB arbeitet mit Hochdruck daran, Strecken freizuräumen und den Verkehr Stück für Stück wieder aufzunehmen“, hieß es weiter.

„Wir gehen daher davon aus, dass der Betrieb im Fernverkehr der Deutschen Bahn auf den genannten Strecken frühestens ab 9 Uhr am Samstagmorgen sukzessive wieder aufgenommen werden kann“, hieß es in einer Kundeninformation. In Bereichen mit starken Sturmschäden sei jedoch auch eine deutlich spätere Wiederaufnahme möglich.

Gepäck-Probleme am Flughafen BER

Am Hauptstadtflughafen BER haben am späten Freitagabend Hunderte trotz des Unwetters angekommene Fluggäste vergeblich auf ihre Koffer gewartet. Das berichtete ein dpa-Reporter. Der Flughafen habe wegen des Sturms die Bestückung der Gepäckbänder eingestellt. Die Reisenden sollten ihre Koffer nun am Samstag abholen. Zudem bildeten sich lange Schlangen am Taxistand. Die Flüge an sich kamen laut Ankunftstafel des Airports trotz des Orkantiefs „Zeynep“ planmäßig an.

Strand der Insel Wangerooge im Sturm fast vollständig weggespült

Die Nordseeinsel Wangerooge hat im Sturm etwa 90 Prozent ihres Badestrandes eingebüßt. „Auf einer Länge von einem Kilometer gibt es kaum noch Sand“, sagte Wangerooges Inselbürgermeister Marcel Fangohr am Samstagmorgen. Die Schutzdünen vor dem Trinkwasserschutzgebiet hätten kein Deckwerk mehr, dies müsse wie der Strand neu aufgeschüttet werden. Dennoch sei der Sturm glimpflich ausgegangen, das Orkantief „Zeynep“ habe keine schweren Schäden verursacht.

Der Wasserstand habe etwa zwei Meter über dem normalen Stand gelegen, das sei weit von den Höchstständen entfernt, erklärte Fangohr. 2013 habe der Wasserstand bei 9,17 Metern gelegen, in der Nacht zum Samstag seien es 8,50 Meter gewesen. Glück im Unglück sei es gewesen, dass der starke Wind eher aus westlicher Richtung kam – nicht aus nordwestlicher. Neben dem weggespülten Strand seien Mülleimer umgekippt, eine Satellitenschüssel sei von einem Dach geflogen und Zäune umgefallen. „Wir haben Glück gehabt“, sagte er.

Mindestens sechs Wochen werde es dauern, den Strand wieder aufzuschütten, sagte Fangohr. Der Sand dafür komme von einer Sandbank vor der Insel. Schon nach den vergangenen Stürmen seien etwa 60 Prozent des Strandes weggespült worden, nun sei stellenweise überhaupt kein Sand mehr da.

„Es sieht verheerend aus“ – 55 Meter großer Baukran stürzt in Bremen ein

Ein 55 Meter großer Baukran ist während des Sturmtiefs „Zeynep“ in Bremen eingestürzt. Der Kran sei dabei in der Nacht auf den Samstag in ein im Rohbau befindliches Bürogebäude gekracht, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Es sieht verheerend aus“, so der Sprecher. Auch ein gerade vorbeifahrender Laster sei von dem Kran erwischt worden. Der Fahrer sei unverletzt geblieben. Ein weiterer 90 Meter hoher Kran wurde nicht beschädigt. Die Trümmerteile blockieren nun die umliegenden Straßen. Die Beseitigung des Krans werde noch bis zum Anfang der kommenden Woche dauern. Zur Schadenshöhe konnte die Polizei keine Angaben machen.

Sturmflut hat Hamburg erreicht – mehrere Autos von Hochwasser weggespült

Infolge des Sturmtiefs „Zeynep“ hat Hamburg eine schwere Sturmflut erreicht. Am Pegel St. Pauli wurden Samstagfrüh 3,75 Meter über dem mittleren Hochwasser gemessen, wie es vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hieß. Ab einem Pegel von 3,50 Meter wäre es eine sehr schwere Sturmflut gewesen, der Wasserstand begann aber bereits zu sinken.

Wegen des Hochwassers trieben im Bereich der Hamburger Hafencity mehrere Autos in dem über die Ufer getriebenen Elbwasser, wie die Hamburger Feuerwehr im Onlinedienst Twitter mitteilte. Einsatzkräfte hätten mit einem Schlauchboot zwei Menschen aus einem Fahrzeug gerettet. Sie seien rettungsdienstlich versorgt und dann in ein Krankenhaus gebracht worden.

In Berlin-Treptow habe der Sturm das Flachdach eines Bürogebäudes abgedeckt, sagte der Feuerwehrsprecher. In der Villengegend Berlin-Grunewald seien zudem viele Bäume umgestürzt. Hier war die Feuerwehr im Einsatz, um die Straßen frei zu machen. Ansonsten hätten sich die Feuerwehrleute um zahlreiche kleinere Dinge wie lose Bauteile kümmern müssen.

Wetterdienst hebt Warnung vor extremen Orkanböen an Nordsee auf

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am frühen Samstagmorgen seine Warnung vor extremen Orkanböen an der Nordsee von bis zu 160 Kilometern pro Stunde aufgehoben. In Büsum (Schleswig-Holstein) an der Nordsee hatte der DWD am Abend eine Böe mit 143,3 Kilometern pro Stunde gemessen.

Auch die Unwetterwarnungen für Nordrhein-Westfalen wurden aufgehoben. Der DWD warnt aber weiterhin vor Wind- und Sturmböen. Im Tagesverlauf soll der Wind weiter abnehmen, berichtete der DWD am Samstagmorgen.

Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg eingestellt

Der Bahnverkehr in Berlin und Brandenburg ist vorerst eingestellt, wie die Bahn mitteilt.

Wetterdienst warnt vor „sehr schwerer Sturmflut“ in Hamburg

Der DWD hat die Höhe der in Hamburg am frühen Samstagmorgen erwarteten Sturmflut nach oben korrigiert. Statt mit einer schweren Sturmflut mit Wasserständen von bis zu drei Metern müsse nun mit bis zu 3,5 Metern gerechnet werden, was einer sehr schweren Sturmflut entspräche, teilte der Wetterdienst am Samstag mit.

Mindestens neun Tote durch Orkantief „Zeynep“ in Europa

Mindestens neun Menschen sind am Freitag in Deutschland und anderen Ländern durch das Orkantief „Zeynep“ ums Leben gekommen. In der niedersächsischen Gemeinde Wurster Nordseeküste ist ein Mann während des Sturms von einem Dach gestürzt und gestorben. Der 68-Jährige habe in der Nacht auf Samstag versucht, das beschädigte Dach eines Stalls zu reparieren, teilte die Polizei mit. Dabei sei er durch das Dach gebrochen und rund zehn Meter in die Tiefe gestürzt.

Ein Autofahrer starb nach Angaben der Polizei am Freitagabend bei Altenberge in Nordrhein-Westfalen, als er mit dem Auto gegen einen quer auf der Fahrbahn liegenden Baum prallte. Der eingeklemmte 56-Jährige sei noch am Unfallort gestorben. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet. Etwa zur selben Zeit war ein Mann mit seinem Wagen im nahen Saerbeck unterwegs, als sich das Fahrzeug nach Polizeiangaben überschlug. Der 33-Jährige starb demnach ebenfalls noch am Unfallort. Die Ursache dieses Unfalls war zunächst unklar, vermutlich sei das Auto von einer Windböe erfasst worden, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Abend. Das konnte ein Polizeisprecher am frühen Samstagmorgen auf Nachfrage nicht bestätigen. Der Mann wäre das zehnte Opfer des Orkans.

Während des vorherigen Orkantiefs „Ylenia“ waren mindestens drei Autofahrer in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bei wetterbedingten Unfällen gestorben: Zwei wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen, ein dritter starb, als sein Anhänger im Sturm auf die Gegenfahrbahn geriet und es dabei zu einem Unfall kam.

In den Niederlanden kamen drei Menschen durch umstürzende Bäume ums Leben, darunter war auch ein Radfahrer. Großbritannien meldete ebenfalls drei Todesopfer. In London wurde erstmals die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. In Irland starb ein Mann infolge des Orkantiefs.

Lichtenrade: Sturm reißt Dach von Haus

Morris Pudwell
In Berlin-Lichtenrade riss der Sturm ein Hausdach herunter.

In der Lintruper Straße in Berlin-Lichtenrade riss der Sturm knapp 500 Quadratmeter der Dachkonstruktion eines Mehrfamilienhauses davon. Teile davon hingen an der Fassade herunter. Dichtmaterial verteilte sich großzügig in der Umgebung.

Schöneberg: S-Bahn erfasst Baum

Morris Pudwell
Einsatzkräfte untersuchen die Schäden an der S-Bahn.

Gegen 23.40 Uhr am Freitag erfasste eine S-Bahn zwischen Südkreuz und S-Bahnhof Priesterweg einen Baum. Da die Bahn auf dieser Strecke ebenerdig fährt, konnten alle Fahrgäste durch ein zwangsgeöffnetes Zaunteil die Bahn durch Bahnpersonal verlassen.

Neukölln: Baum durchbohrt Frontscheibe von geparktem Auto

Morris Pudwell
In Berlin-Neukölln durchbohrte ein Baum die Frontscheibe eines Autos.

Am Abend krachte ein großer Baum in der Lucy-Lameck-Straße in Berlin-Neukölln auf mindestens einen geparkten Pkw und durchbohrte die Frontscheibe. Kräfte der Berliner Feuerwehr trugen den Baum in stundenlanger Arbeit ab. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand. Es entstand hoher Sachschaden.

Freitag, 18. Februar:

Vermehrt Einsätze wegen des Sturms in Brandenburg

Kurz nach dem Unwettertief „Ylenia“ beschäftigt der nächste Sturm die Feuerwehren in Brandenburg. „Wir fahren vermehrt Einsätze“, sagte ein Sprecher der Regionalleitstelle Nordost am Freitagabend gegen 20.30 Uhr. Es gebe wegen „Zeynep“ erste umgefallene Bäume und auch Verkehrsunfälle in den Landkreisen Barnim, Oberhavel und Uckermark.

Auch die Regionalleitstelle Brandenburg, in deren Zuständigkeit die Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming sowie die Stadt Brandenburg/Havel fallen, verzeichnete deutlich mehr Einsätze. In den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und Havelland mussten sich die Feuerwehrleute um umgekippte Bäume und abgebrochene Äste kümmern, wie es von der Regionalleitstelle Nordwest hieß.

Berliner Feuerwehr seit 20.10 Uhr im Ausnahmezustand

Die Berliner Feuerwehr ist seit 20.10 Uhr im Ausnahmezustand. Von 20 bis 21 Uhr hatte sie 69 wetterbedingte Einsätze. „Kleinere technische Hilfeleistungen werden erst einmal erkundet“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Einsätze werden im Ausnahmezustand nicht mehr nach Reihenfolge ihres Eingangs bearbeitet, sondern nach Dringlichkeit.

Sturm „Zeynep“ lässt zahlreiche Bäume in Sachsen-Anhalt umstürzen

Der Sturm „Zeynep“ hat Sachsen-Anhalt am Freitagabend mit großer Wucht erreicht. „Es stürmt ordentlich. Die Feuerwehr ist zahlreich im Einsatz“, sagte ein Sprecher der Polizeiinspektion in Stendal. Der Sturm habe vielerorts Bäume umstürzen lassen. Es habe auch einige Unfälle deswegen gegeben. Verletzte wurden zunächst aber nicht gemeldet. Laut Deutschem Wetterdienst traf das Orkantief vor allem die Nordhälfte Deutschlands.

Zugausfälle und umgestürzte Bäume: „Zeynep“ fegt über NRW

Orkantief „Zeynep“ ist am Freitag mit Kraft über Nordrhein-Westfalen gebraust und hat bis zum Abend etliche Spuren hinterlassen. Bäume, Bauzäune und Straßenschilder fielen um. Im Zugverkehr gab es starke Beeinträchtigungen.

In Solingen wurde ein Mensch durch herabfallende Dachziegel verletzt, wie ein Stadt-Sprecher sagte. In Mülheim stürzten nach Angaben der Feuerwehr mehrere 25 Meter hohe Buchen aus einem Waldstück quer über die Straße und landeten auf Hausdächern. Die Bewohner mussten die Gebäude verlassen.

„In NRW ist die Kaltfront durchgezogen“, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Abend. Auf dem Kahlen Asten im Sauerland habe der Sturm eine Spitzengeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern erreicht. In Gütersloh seien Windgeschwindigkeiten von 119, in Köln von 115 Stundenkilometern gemessen worden. Im Laufe der Nacht werde die Lage sich in Nordrhein-Westfalen langsam entspannen.

Bahn stellt Fernverkehr in NRW komplett ein

Wegen des Sturms stellt die Deutsche Bahn den Fernverkehr in NRW komplett ein. Züge fahren nur noch bis zum nächsten Bahnhof, teilte die Bahn auf Twitter mit.

Baukran droht umzukippen – Häuser in Aurich evakuiert

Weil ein Baukran in Aurich in Ostfriesland umzukippen drohte, sind dort am Freitagabend zwei Einfamilienhäuser evakuiert worden. „Er drehte und neigte sich erheblich, wir mussten auch die Baufirma hinzuziehen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. Details zur Lage vor Ort nannte er zunächst nicht. Wegen des heftigen Sturms seien bis zum Abend im Kreis Aurich rund 70 Einsätze zu verzeichnen gewesen. Im Kreis Leer gab es mehr als 100 Einsätze, wie es hieß. Bäume seien auf Häuser gestürzt. Eine Eiche krachte in Aurich in ein Haus. Carports und Dächer mussten von den Einsatzkräften gesichert werden, sie drohten abzuwehen.

Berliner Feuerwehr bereitet sich auf stürmische Nacht vor

Die Berliner Feuerwehr bereitet sich auf das nächste Sturmtief vor. „Wir sind in intensiven Vorbereitungen auf die vor uns liegende Nacht“, sagte Landesbranddirektor Karsten Homrighausen am Freitagabend in der RBB-„Abendschau“. Die Leitstelle sei verstärkt worden, Abstimmungen mit der Freiwilligen Feuerwehr liefen, Fachberater des Technischen Hilfswerks seien an der Koordination der Einsätze beteiligt.

Nur einen Tag nach dem heftigen Sturm am Donnerstag stehen die Berliner Feuerwehrleute damit vor einer neuen Herausforderung – nachdem der einsatzstärkste Tag der vergangenen zehn Jahre hinter ihnen liegt, wie Homrighausen sagte. Insgesamt seien fast 2700 Einsätze am Donnerstag von 0 bis 24 Uhr bewältigt worden, so der Landesbranddirektor. „Das übertrifft sogar die Lagen, die wir Silvester hier in der Stadt vor der Corona-Pandemie hatten.“

Orkan „Zeynep“: Kaltfront erreicht Berlin

Die Kaltfront von Orkan „Zeynep“ hat gegen 20 Uhr Berlin erreicht. Es kann zu schweren Sturmböen bis 100 km/h kommen. Nach der Front wird es kurz ruhiger. Ab 23 Uhr kann es dann in und um die Hauptstadt zu Orkanwinden kommen.

Teile Bremens werden wegen Hochwassergefahr evakuiert

Aufgrund aktueller Hochwasserprognosen werden Teile Bremens evakuiert, teilt die Polizei mit. Betroffen sind die Bereiche Pauliner Marsch, Stadtwerder und Rablinghauser Deich.

Sturm bläst Fahrzeuge in Thüringen von der Straße

Sturmböen des Orkantiefs „Zeynep“ haben am Freitagabend in Thüringen Fahrzeuge nördlich von Erfurt zum Umkippen gebracht. Auf der Bundesstraße 4 bei Greußen im Kyffhäuserkreis sei ein Auto mit Anhänger regelrecht von der Straße geblasen worden, sagte ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale in Erfurt auf Anfrage. Bei Straußfurt sei ein Transporter vom Wind umgekippt worden. Menschen seien dabei nicht verletzt worden.

In Südwestthüringen entwurzelte der Sturm an verschiedenen Orten Bäume, er riss Äste oder ganze Kronen ab. Teile einer Holzhütte seien durch die Luft geflogen.

Rund 130.000 Haushalte in Nordfrankreich nach Sturm ohne Strom

Nach heftigem Sturmwetter waren in Nordfrankreich am Freitagabend rund 130.000 Haushalte ohne Strom. Wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte, rückten rund 700 Techniker mit schweren Fahrzeugen aus, um die Stromversorgung wiederherzustellen und Schäden am Leitungsnetz zu beheben. Der Wetterdienst hob unterdessen die Unwetterwarnung für fünf Departements im Norden wieder auf. Tagsüber war vor Windgeschwindigkeiten bis zu 140 Kilometern pro Stunde und bis zu vier Meter hohen Wellen an der Küste gewarnt worden. In der Nacht wurde aber weiter mit heftigem Niederschlag an der Küste und sehr starkem Wind gerechnet.

Für vom Sturm betroffene Gebiete kündigte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin das Ausrufen des Katastrophenfalls an, um Entschädigungen zu erleichtern. Wie die Zeitung Le Parisien berichtete, kam es zu erheblichen Schäden. Drei Menschen wurden schwer und acht weitere leicht verletzt, hieß es unter Verweis auf die Präfektur.

Mindestens drei Tote in England durch Sturm

Durch das heftige über Europa ziehende Sturmtief sind in England am Freitag mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Im Norden Londons starb nach Angaben der Polizei eine junge Frau in einem Auto, nachdem ein Baum auf das Fahrzeug gestürzt war. Im Nordwesten Englands kam der örtlichen Polizei zufolge ein Mann ums Leben, nachdem Trümmerteile auf die Windschutzscheibe seines Fahrzeugs fielen. Auch im Südosten des Landes starb ein junger Mann, genauso wie ein älterer Mann in Irland, der durch einen Baum erschlagen wurde.

In beiden Ländern waren wegen des Sturms, der in beiden Ländern „Eustice“ genannt wird, Zehntausende Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Etliche Gebäude erlitten Schäden an ihren Dächern, der Bahnverkehr war in vielen Regionen unterbrochen.

Wegen umherfliegender Trümmerteile bestehe Lebensgefahr, warnte der Wetterdienst Met Office. Die Londoner Feuerwehr verzeichnete innerhalb von zweieinhalb Stunden 550 Anrufe – mehr als sonst in einem durchschnittlichen 24-Stunden-Zeitraum.

Bahn stellt Fernverkehr von und nach Berlin bis mindestens Samstagvormittag teilweise ein

Im Norden Deutschlands und in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens fahren bis mindestens Samstagvormittag keine Züge mehr. Das teilt die Deutsche Bahn am Freitagabend mit.

Diese Verbindungen sind betroffen:

  • Es verkehren bis zum Tagesende keine Fernzüge mehr nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin.
  • ICE-Züge Köln–Hannover–Berlin fallen bis zum Tagesende aus.
  • ICE/IC-Züge Frankfurt(Main) bzw. Berlin–Amsterdam fallen bis zum Tagesende aus.
  • ICE-Züge Basel/München–Hannover fallen zwischen Fulda und Hannover aus.
  • ICE-Züge Basel/Frankfurt–Kassel-Wilhelmshöhe–Berlin fallen zwischen Fulda und Berlin aus.

Hamburg: Großer Baum begräbt zwei Autos unter sich – Kind leicht verletzt

Ein Baum ist in Hamburg im Sturm auf zwei parkende Autos gestürzt und hat ein Kind leicht verletzt. Es war mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, als der Baum umfiel, wie ein Polizeisprecher am Freitag sagte. Die Umgebung wurde gesperrt, Baum und Äste bedeckten eine Fläche von rund 200 Quadratmetern.

Starkregen: Autobahn 7 in Hamburg überspült

Starkregen als Vorbote des Orkantiefs „Zeynep“ hat die Autobahn 7 in Hamburg am Freitagnachmittag südlich des Elbtunnels teilweise so stark überflutet, dass eine Spur gesperrt wurde. Ehe das Wasser nicht abgepumpt worden sei, könne die Spur nicht genutzt werden, sagte ein Sprecher der Verkehrsleitzentrale. Richtung Süden stünden nur zwei Tunnelfahrbahnen zur Verfügung, in Richtung Norden seien es drei. Laut NDR-Verkehrsinfo kamen die Autos zwischen Hamburg-Stellingen und dem Elbtunnel auf rund fünf Kilometern nur stockend voran.

Irland: Ein Sturm-Todesopfer, Zehntausende ohne Strom

Im schweren Sturm ist in Irland ein Mann von einem umstürzenden Baum getroffen worden und ums Leben gekommen. Der Beschäftigte der Stadt Wexford, ein Mann in seinen Sechzigern, war draußen im Einsatz, als das Unglück passierte, wie die Polizei am Freitagnachmittag mitteilte.

Das auch in Deutschland für Chaos sorgende Sturmtief, das in Großbritannien und Irland „Eunice“ heißt, schnitt auf der irischen Insel rund 80.000 Haushalte und Betriebe von der Stromversorgung ab. Viele Straßen waren durch umgestürzte Bäume oder andere Schäden blockiert. Etliche Flüge von Dublin und Cork aus sowie Fährverbindungen wurden gestrichen. Am Leuchtturm Roches Point am Hafen von Cork wurden zeitweise Windgeschwindigkeiten von 137 Stundenkilometern gemessen.

Schätzung: Sturm kostet Versicherer eine halbe Milliarde Euro

Der Wintersturm „Ylenia“ könnte Deutschlands Versicherer eine halbe Milliarde Euro kosten. Das schätzt die auf Versicherungsmathematik spezialisierte Unternehmensberatung Meyerthole Siems Kohlruss (MSK) in Köln. Nahezu alle Regionen Deutschlands seien von dem Sturm getroffen worden, teilten die Experten am Freitag mit. Eine Schadensumme dieser Größe komme alle ein bis zwei Jahre vor.

„Weitere Länder wie Großbritannien, Dänemark und Polen sind zwar auch betroffen, die überwiegende Schadensumme in Europa dürfte aber aus Deutschland kommen“, sagte Geschäftsführer Onnen Siems. „Wir schätzen den versicherten Schaden in Deutschland auf 500 Millionen Euro.“ Das bedeutet, dass der Gesamtschaden noch erheblich höher liegen könnte, da bei Unwettern in aller Regel nicht alle Schäden versichert sind.

Drei Tote durch heftigen Sturm in den Niederlanden

Der schwere Sturm hat in den Niederlanden mindestens drei Menschen das Leben gekostet. In Amsterdam war ein Mensch am Freitagnachmittag von einem umstürzenden Baum erschlagen worden, wie die Feuerwehr mitteilte. Wenige Stunden später wurde ein Fahrradfahrer im Süden der Stadt von einem Baum getötet.

In Diemen im Osten der Hauptstadt starb ein Mensch, nachdem ein Baum auf sein Auto gefallen war. Der Sturm mit orkanartigen Böen legte das öffentliche Leben in großen Teilen des Landes lahm. Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt und Lastwagen stürzten um.

In Den Haag blies der Wind das Dach vom Fußballstadion. Der Zug- und öffentliche Nahverkehr wurden eingestellt. Schulen sowie Test- und Impfzentren schlossen. Die extremen Wetterbedingungen sorgten auch für Ausfälle und Verspätungen am Amsterdamer Flughafen Schiphol.

Berlin-Mitte: 38 umgestürzte Bäume, ein Verletzter

Der Bezirk Berlin-Mitte zieht eine erste Sturm-Zwischenbilanz. Bisher stürzten 38 Bäume um, eine Person wurde verletzt und drei Autos beschädigt, teilt das Bezirksamt auf Twitter mit. Es erneuert seine Warnung, wegen des Sturms keine Grünanlagen zu betreten. Die aktuelle DWD-Unwetterwarnung für die Berliner Region gilt von 20 Uhr bis 4 Uhr.

Aus Vorsicht: Berliner Bezirk verbietet Wochenmärkte

Die Wochenmärkte im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg müssen am Samstag wegen des Sturms geschlossen bleiben. Betroffen sind die Marktstandorte Winterfeldtmarkt, Crellestraße, Mariendorfer Damm und Breslauer Platz. Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf dürfen auf Wochenmärkten keine Zelte und Buden aufgebaut werden.

Lagermauer der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen teils eingestürzt

Der Sturm hat die historische Lagermauer in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Sachsenhausen in Oranienburg teilweise zum Einsturz gebracht. Betroffen seien auf etwa 200 Metern Länge Teile der rund 2,80 Meter hohen östlichen Lagermauer, die das dreieckige Häftlingslager des KZ Sachsenhausen umschloss, wie die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten am Freitag mitteilte. Der Schaden lasse sich noch nicht beziffern, bewege sich aber nach Schätzungen eines Experten vermutlich im sechsstelligen Bereich.

dpa/Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
Brandenburg, Sachsenhausen: Sturmtief „Ylenia“ hat in der Nacht zum Donnerstag Teile der östlichen Lagermauer in der Gedenkstätte Sachsenhausen zum Einsturz gebracht.

Die 1937 in Nazi-Deutschland errichtete, weitgehend original erhaltene Lagermauer war Teil der Sicherungsanlagen, die das Häftlingslager umgaben. Sie bestanden den Angaben zufolge aus einem Todesstreifen, den die Häftlinge nicht betreten durften, einem elektrisch geladenen Zaun, dem Postengang und der Lagermauer. Bereits in der Vergangenheit sei die Mauer mehrfach durch Orkanstürme beschädigt worden, hieß es.

Brandenburg: Feuerwehrleute im Sturm bedrängt und beleidigt

Bei Noteinsätzen sind nach Polizeiangaben in Brandenburg Feuerwehrleute bedrängt und beleidigt worden. Ein 32-Jähriger soll Einsatzkräfte in Casekow (Landkreis Uckermark) beschimpft, bedroht und ihnen vor die Füße gespuckt haben, wie die Polizei mitteilte. Die Feuerwehrleute waren nach den Angaben vom Freitag gerade auf einer vom Sturm verwüsteten Baustelle zugange und hatten den Mann gebeten, die Umgebung zu seiner Sicherheit zu verlassen.

Zudem hatte laut Polizeiangaben ein 79-Jähriger eine Absperrung der Feuerwehr in Heidesee (Landkreis Dahme-Spree) unerlaubt durchfahren, mit seinem Auto einen Feuerwehrmann weggeschoben, mehrere Leitkegel beschädigt und war anschließend davongefahren. Der Feuerwehrmann blieb demnach unverletzt. Gegen beide Männer wird nun ermittelt.

Ast im Stromabnehmer: Wuppertaler Schwebebahn steht still

In Wuppertal hat der Sturm am Freitagnachmittag vorübergehend die Schwebebahn lahmgelegt. Ein Ast sei auf eine Bahn gefallen und habe sich im Stromabnehmer verklemmt, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Stadtwerke (WSW). Die Fahrzeuge stehen den Angaben zufolge in den Stationen. Alle Fahrgäste hätten aussteigen können. Sobald der Ast beseitigt sei, solle der Betrieb wieder aufgenommen werden.

Imago/Tim Oelbermann
Wuppertal: Im Sturm war bereits am Donnerstag ein Baum auf das Schwebebahngerüst gestürzt.

Preußen-Stiftung schließt Parks und Gärten

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten schließt wegen der Sturmwarnung sämtliche Parks und Grünanlagen in ihrem Zuständigkeitsbereich. Sie sollen bis einschließlich Montag vorsorglich nicht mehr öffnen. Über die Schlösser in den Parks heißt es, nur das Schloss Charlottenburg in Berlin bleibe geöffnet.

Netz-Hit: Stream vom Londoner Airport zeigt Flugzeuge im Sturm

Ein YouTube-Kanal erweist sich angesichts des Sturms in Großbritannien als großer Internet-Hit. Tausende sehen aktuell im Livestream zu, wie Flugzeuge bei starken Windböen am Londoner Flughafen Heathrow starten und landen. Big Jet TV erreichte am Freitag 230.000 Zuschauer, als ein im Sturm wackelnder Airbus SE A380 von Qatar Airways seinen dritten Landungsversuch unternahm. Der YouTube-Kanal des Flugzeug-Enthusiasten Jerry Dyer hat derzeit 143.000 Abonnenten.

Odeg stellt Zugverkehr ab 17 Uhr ein

Nach der Deutschen Bahn im Fernverkehr stellt auch die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) den Verkehr wegen des angekündigten Orkans ein. Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, verkehren von 17 Uhr an bis voraussichtlich Samstag 7 Uhr keine Züge mehr auf den Linien der Odeg.

Betroffen seien die Strecken an der Ostseeküste RE9 und RE10, in Westmecklenburg RB13, RB14 und RB15 sowie die Regionalexpress-Line RE2 zwischen Wismar und Wittenberge. Die Einstellung des Bahnverkehrs erfolge auf Anordnung des Infrastrukturbetreibers DB Netz. Am Samstagmorgen werde es auf den genannten Strecken zunächst Erkundungsfahrten geben, um die Auswirkungen des Sturms zu bewerten. Erst wenn sichergestellt sei, dass keine Bäume auf den Gleisen liegen und die Oberleitungen intakt sind, werde der Zugverkehr wieder aufgenommen. Daher seien Ausfälle auf einzelnen Strecken im Verlaufe des Samstags möglich. Ersatzverkehr mit Bussen werde es auf Odeg-Linien nicht geben.

Auch in Brandenburg und Sachsen würden witterungsbedingte Einflüsse auf den Zugverkehr erwartet. Mit Zugausfällen und Verspätungen aufgrund von sicherheitsbedingten Geschwindigkeitsreduzierungen sei zu rechnen. Es werde empfohlen, während des Unwetters auf nicht zwingend notwendige Reisen zu verzichten, hieß es.

Orkan in Berlin: Zoo und Tierpark am Samstag geschlossen

Nach der erneuten Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes werden sowohl der Zoo als auch der Tierpark Berlin am Samstag schließen. Sofern keine gravierenden Sturmschäden auftreten und sich die Unwetterlage beruhigt habe, planen Zoo und Tierpark am Sonntag wieder zu öffnen. Das Aquarium Berlin bleibe geöffnet, teilte eine Zoosprecherin am Freitag mit.

Bereits am Donnerstag wurden die Pforten aufgrund der Gefahr durch herabfallende Äste geschlossen. Mehr als 20 Bäume und diverse Bauzäune seien in Folge des Sturms umgekippt. Glücklicherweise hätten alle Tiere und Mitarbeiter den Sturm gut überstanden und seien nicht zu Schaden gekommen, teilte Zoo- und Tierpark-Direktor Andreas Knieriem mit.

Chaos und Zerstörung: Sturm fegt über England

Stürmisches Wetter hat am Freitag in Großbritannien das öffentliche Leben teilweise lahmgelegt und Zerstörung angerichtet. In London wurde erstmals die höchste Warnstufe Rot ausgerufen. Sie galt auch für Teile Südwest- und Südostenglands sowie Wales. Bürgermeister Sadiq Khan forderte die Menschen in der britischen Hauptstadt dazu auf, zu Hause zu bleiben. Wegen umherfliegender Trümmerteile bestehe Lebensgefahr, warnte der Wetterdienst Met Office.

Auf Videos, die im Internet kursierten, war zu sehen, wie die Bespannung des Millennium-Domes im Londoner Stadtteil Greenwich teilweise fortgerissen wurde. Unter der zur Jahrtausendwende errichteten zeltartigen Konstruktion befindet sich die O2-Arena, in der es oft Musik- und Sport-Events gibt. Der Zugverkehr in London wurde teilweise eingestellt. Sturmtief „Eunice“, das in Deutschland „Zeynep“ getauft wurde, gilt als einer der schwersten Stürme seit Jahrzehnten in Großbritannien.

Imago/Pete Maclaine/Parsons Media
Leichtsinniger Spaziergang: Der Sturm trifft in Folkestone auf die Küste.

Wegen Sturm: VW stoppt Produktion im Werk Emden

Aufgrund des herannahenden Orkantiefs „Zeynep“ setzt Volkswagen die Produktion in seinem Emder Werk vorerst aus. Eine VW-Sprecherin bestätigte einen entsprechenden Bericht der Emder Zeitung. Demnach fielen die Spät- und die Nachtschicht am Freitag aus. Die Beschäftigten wurden aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Dies passiere aus Vorsicht, sagte die VW-Sprecherin. Es gehe darum, die Beschäftigten von ihrem Weg von und zum Werk vor dem Unwetter zu schützen.

Am Samstag sollte zudem die Frühschicht mit der Arbeit etwas später beginnen. Wie viele Arbeiterinnen und Arbeiter betroffen sind, war nicht bekannt. Bei VW in Emden arbeiten insgesamt rund 9000 Menschen.

Eon-Konzern: Sturm „Ylenia“ hat Windstrom-Rekord ermöglicht

Sturmtief „Ylenia“ hat nach einer Analyse des Energiekonzerns Eon für einen Windstrom-Rekordwert gesorgt. Am Mittwoch sei mit 47,12 Gigawatt in der Spitze so viel Windstrom in das deutsche Stromnetz eingespeist worden wie nie zuvor, berichtete Eon am Freitag in München nach Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur. Erreicht worden sei der neue Höchstwert am Mittwochabend.

Bahn: Keine Fernzüge nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin

Die Deutsche Bahn teilt mit: Für den Rest des Freitages sollen keine Fernzüge mehr nördlich von Dortmund, Hannover und Berlin fahren. Auf den Verbindungen von Amsterdam mit Berlin und Frankfurt fuhren bereits ganztägig keine Fernzüge.

Tierpark Cottbus wird erneut wegen Sturmwarnung geschlossen

Nach der erneuten Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes bleibt der Tierpark Cottbus am Samstag geschlossen. Das teilte der städtische Eigenbetrieb am Freitag mit. Es sei vorgesehen, am Sonntag wieder für Besucher zu öffnen. Bereits am Donnerstag hatte der Cottbuser Tierpark seine Pforten geschlossen gehalten. „Das durchziehende Sturmtief hat auch im Tierpark mehrere Bäume entwurzelt und zu Beschädigungen am Außenzaun geführt“, hieß es in der Mitteilung. Menschen, Tiere und Gebäude seien nicht zu Schaden gekommen.

Bahn: Fernverkehr von und nach Berlin teilweise eingestellt

Die Deutsche Bahn stellt offenbar die Fernverkehrsverbindungen von Hamburg aus in Richtung Berlin, Hannover und Köln ein. Betroffen ist zudem die Ost-West-Strecke von Köln über Hannover nach Berlin. Auch dort soll der ICE- und IC-Verkehr vorerst nicht mehr rollen.

Nordsee: Extreme Orkanböen jetzt schon am Nachmittag erwartet

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor extremen Orkanböen an der Nordsee bis zu 160 Kilometer pro Stunde ab Freitagnachmittag. In den Frühstunden des Samstags soll der Sturm wieder nachlassen. Der DWD warnt vor Lebensgefahr durch Sturmschäden wie umstürzende Bäume und herabstürzende Gegenstände. Türen und Fester sollen geschlossen und Gegenstände im Freien gesichert werden. Menschen sollen den Aufenthalt im Freien meiden und auf jeden Fall Abstand zu Gebäuden, Bäumen, Gerüsten und Hochspannungsleitungen halten. Der DWD rät, Autofahrten zu vermeiden und Fahrzeuge nach Möglichkeit in Garagen abzustellen.

„Code Rot“: Unwetterwarnung in Frankreich und den Niederlanden

Auch Frankreich und die Niederlande bereiten sich auf den Sturm vor. In Frankreich hat der Wetterdienst eine Unwetterwarnung für fünf Departements im Norden erlassen. Es drohten Windgeschwindigkeiten bis zu 140 Kilometern pro Stunde und bis zu vier Meter hohe Wellen an der Küste, teilte der Wetterdienst am Freitagmorgen mit. In den Niederlanden gilt für weite Teile des Landes die schwerste Stufe des Wetteralarms, „Code Rot“. Der Wetterdienst KNMI warnte am Freitag vor „gefährlichen Situationen“ durch sehr schwere Windstöße mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern.

Der Sturm kommt: Bahn stoppt Zugverkehr in Norddeutschland

Die Deutsche Bahn stoppt wegen des heraufziehenden Orkantiefs „Zeynep“ am Freitag sukzessive ihren Fern- und Regionalverkehr in weiten Teilen Norddeutschlands. Das kündigte ein Konzernsprecher in Berlin an. Der Stopp des Regionalverkehrs betrifft demnach die Bundesländer Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen sowie Teile Nordrhein-Westfalens und erfolge „im Laufe des Tages“.

Die Deutsche Bahn rät Fahrgästen, ihre für den späten Freitagnachmittag geplanten Reisen möglichst vorzuziehen. „Es ist ab den Nachmittagsstunden mit erheblichen Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs zu rechnen“, teilte das Unternehmen am Freitag in Berlin mit. Dann erreiche die nächste Sturmfront Deutschland.

Wetterdienst: Orkan erreicht Mitternacht deutsche Nordseeküste

Der für die Nacht zu Samstag vorhergesagte Orkan erreicht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gegen Mitternacht die Nordseeküste. Dort werden Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Stundenkilometern erwartet. In der zweiten Nachthälfte trifft „Zeynep“ auf die Ostseeküste und lässt dann allmählich nach. „Damit ist die Unwettergefahr erst einmal gebannt“, sagte ein DWD-Meteorologe am Freitag in Offenbach.

Trotzdem bleibt es laut DWD aber mindestens bis zum Montag in Deutschland stürmisch. „Es kehrt einfach keine Ruhe ein“, sagte der Meteorologe. Zu dem stürmischen Wetter geselle sich ein ungemütlicher Mix aus Regen und Graupelschauern. Oberhalb von 400 Metern fällt vielerorts Schnee, in den Alpen halten die Schneefälle auch länger an.

Lebensgefahr: Höchste Wetterwarnung in London ausgerufen

Millionen Menschen in der britischen Hauptstadt London, dem Süden Englands sowie in Wales sind am Freitag wegen stürmischen Wetters dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Wie der britische Wetterdienst Met Office mitteilte, droht wegen umherfliegender Trümmerteile bei Sturmgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern Lebensgefahr. Zu rechnen sei mit abgedeckten Dächern, entwurzelten Bäumen und Störungen im Zug- und Schiffsverkehr. Menschen an der Küste wurden vor großen Wellen und Überschwemmungen gewarnt.

Großbritannien bereitete sich am Freitag auf Sturmtief „Eunice“ vor, das in Deutschland „Zeynep“ getauft wurde. Der BBC zufolge könnte es sich um einen der schwersten Stürme in dem Land seit Jahrzehnten handeln. In Irland hatten heftige Winde bereits zu Stromausfällen bei rund 55.000 Haushalten geführt.

dpa/PA Wire/Jacob King
Der Sturm schlägt auch international zu: Wellen brechen am Deich von Porthcawl (Wales). Die deutsche Nordseeküste soll der Orkan gegen Mitternacht erreichen.

Hamburg: Fischmarkt unter Wasser, schwere Sturmflut erwartet

Nach dem Sturm am Donnerstag wurde am frühen Freitagmorgen erneut der Fischmarkt im Hamburger Stadtteil Altona überspült. Am Messpunkt St. Pauli erreichte der Wasserstand laut Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) 1,49 Meter über dem mittleren Hochwasser – einen Zentimeter unter der Grenze für Sturmfluten. Für Samstag rechnet das BSH mit Wasserständen von bis zu drei Metern über dem mittleren Hochwasser, das entspricht einer schweren Sturmflut. Der Höchstwert soll voraussichtlich am frühen Samstagmorgen erreicht werden.

dpa/Daniel Bockwoldt
Hamburg: Ein Fahrrad steht in den Fluten.

Berlin: Feuerwehr will Leitstelle personell verstärken

Die Berliner Feuerwehr will auch heute sämtliche Notrufannahmeplätze besetzen und gegen Abend die Leitstelle personell verstärken, weil das neue Sturmtief „Zeynep“ droht. Noch immer sind nicht alle Alarmierungen vom Donnerstag abgearbeitet, heißt es.

Bahn: Großteil der Strecken nach Sturm wieder befahrbar

Nach dem Sturm „Ylenia“ ist der Großteil der Strecken im Bahnverkehr wieder befahrbar. Insbesondere zwischen Berlin und Hamburg sowie zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen seien wieder Fernverkehrszüge unterwegs, teilte die Bahn am Freitagmorgen mit. Dennoch komme es weiterhin aufgrund von gesperrten Streckenabschnitten im Fernverkehr zu Einschränkungen.

Auf der Strecke nördlich von Berlin Richtung Ostseeküste und nördlich von Hamburg und Münster sowie den internationalen Verbindungen von Frankfurt/Main und Berlin nach Amsterdam würden noch keine ICE und Intercity-Züge fahren. Es komme zu Zugausfällen und Verspätungen. Im Regionalverkehr habe sich der Verkehr weitgehend wieder normalisiert. Beeinträchtigungen seien noch auf einzelnen Verbindungen in den besonders von dem Sturmtief betroffenen Gebieten, wie Teile Niedersachsens, möglich.

„Zeynep“ folgt auf „Ylenia“: Nächstes Orkantief kommt heute Nachmittag

Weiten Teilen Deutschlands droht an diesem Freitag schon der nächste Sturm. Nachdem „Ylenia“ erst am Donnerstag viele Bäume umstürzen ließ, auf den Straßen zu Unfällen mit einigen Toten und Verletzten führte, den Bahnverkehr durcheinanderbrachte und Schulausfälle verursachte, kommt von der Nordsee bereits das nächste Orkantief namens „Zeynep“.

Schwerpunkt dieser neuen schweren Sturm- beziehungsweise sogar Orkanlage sei vom Freitagnachmittag bis Samstagfrüh die Nordhälfte Deutschlands, sagen die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) voraus. Betroffen seien gerade auch Berlin und Nordbrandenburg.

Berliner Feuerwehr hebt Ausnahmezustand wieder auf

Die Berliner Feuerwehr hat den Ausnahmezustand „Wetter“ in der Nacht zu Freitag um 23.59 Uhr wieder aufgehoben. Man danke den Kräften der Berufsfeuerwehr sowie den freiwilligen Feuerwehrleuten und dem Technischen Hilfswerk.

Donnerstag, 17. Februar

Ausnahmezustand der Berliner Feuerwehr hält weiter an

Die Feuerwehr teilt am späten Donnerstagabend mit, dass der Ausnahmezustand Wetter weiter anhält. Man sei dabei, die wetterbedingten Einsätze abzuarbeiten.

1300 Einsätze für die Berliner Feuerwehr

Die Feuerwehr rückte seit der Nacht zu rund 1300 Einsätzen aus. „Die Einsätze ziehen sich weiter hin“, sagte ein Sprecher am Abend.

Bahn: Zugausfälle bis Samstag

Die Deutsche Bahn rechnet mit Zugausfällen bis zum Samstag, auch wegen der zweiten erwarteten Sturmfront am Freitagabend. „Ich fürchte, unsere Reisenden müssen noch über einen längeren Zeitraum mit Einschränkungen leben“, sagte ein Bahn-Sprecher. Reisende sollten sich vor ihren Fahrten genau informieren. Wenn möglich, sollten Reisen verschoben werden. Fahrkarten seien bis einschließlich 27. Februar gültig. Kostenlose Stornierungen seien ebenfalls möglich.

Die Deutsche Bahn stoppte schon am frühen Morgen den Fernverkehr in mehreren Bundesländern im Norden und Nordosten, darunter in Berlin und Brandenburg. Auch im Regionalverkehr kam es zu Zugausfällen und Verspätungen. Die Schäden seien „erheblich“. Reparaturtrupps waren unterwegs, um Strecken freizuräumen, mit der Kettensäge Bäume zu zerteilen und Oberleitungen zu reparieren.

Mehr als zwei Stunden Stau auf der Avus

Aufgrund der Teilsperrung der Avus stehen Autofahrer laut Verkehrsinformationszentrale am Abend stadtauswärts mehr als zwei Stunden im Stau. Die A115 Richtung Dreieck Nuthetal konnte mittlerweile wieder freigegeben werden.

Weiterhin Ausfälle bei der S-Bahn

Bei der S-Bahn gibt es auch am Donnerstagabend noch vereinzelt Ausfälle.

Reinickendorf: Bürgeramt Teichstraße muss nach Sturmschaden schließen

Weil nach dem Sturm Ylenia Dachziegel vom Bürgeramt an der Teichstraße fielen, mussten die Sprechstunden am Donnerstag gestoppt werden. Das teilt das Bezirksamt mit. Betroffene Bürgerinnen und Bürger mit noch anstehenden Terminen wurden vom Amt entsprechend benachrichtigt und erhalten für morgen einen neuen Termin im Rathaus Reinickendorf, Eichborndamm 215.

Wegen der Sturmfolgen muss das Bürgeramt zumindest auch am Freitag geschlossen bleiben. Wer für diesen Tag einen Termin im Bürgeramt Teichstraße hat, wird stattdessen zu der gebuchten Zeit im Rathaus Reinickendorf bei Vorlage seiner Vorgangsnummer bedient.

Rathaus Lichtenberg bis Sonntag wegen Sturmschäden gesperrt

Aufgrund von Sturmschäden, verursacht durch das Sturmtief „Ylenia“, wird das Rathaus Lichtenberg bis einschließlich Sonntag komplett gesperrt. Das teilt das Bezirksamt mit. Beim Sturm waren immer wieder Dachziegel vom Dach des Gebäudes geweht worden und auf die umliegenden Straßen gefallen.

Donnerstag weiter Sturmböen, neue Unwetterwarnung für Freitagabend

Für den Abend rechnet der Deutsche Wetterdienst weiterhin mit Sturmböen der Windstärke acht bis neun. Für den Freitag gab der DWD eine amtliche Unwetterwarnung vor Orkanböen heraus. Am Abend und in der Nacht zum Samstag treten Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 85 km/h und 105 km/h aus westlicher Richtung auf. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen müsse mit orkanartigen Böen bis 115 km/h gerechnet werden.

Flughafen BER: Weiter Probleme bei der Gepäckabfertigung

Am Flughafen BER kommt es bei der Gepäckabfertigung weiterhin zu Problemen. Flugzeuge können zwar grundsätzlich starten und landen, aber zumeist können Koffer und Taschen der Passagiere nicht verladen werden. Das liegt am weiterhin starken Wind in Berlin, wie es heißt. Die Fluggesellschaften müssen sich nun darum kümmern, dass die betroffenen Gepäckstücke den Weg zu ihren jeweiligen Besitzern finden.

Sturm verwüstet Dach der Charité-Zahnklinik

Große Teile des Daches des Charité-Centrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde liegen auf dem Gehweg der Aßmannshauser Straße in Berlin-Wilmersdorf. Der Sturm hat dort schwere Schäden angerichtet.

Zudem löste sich am Campus Benjamin Franklin in Steglitz ein Teil des Dachs an der Nordrampe. In beiden Fällen kamen wohl keine Menschen zu Schaden.

dpa/Jörg Carstensen
Sturmschäden in Berlin: So sah es am Donnerstag an der Charité-Zahnklinik aus.

Extreme Orkanböen an deutschen Küsten erwartet

Vor allem an den Küsten dürfte es von Freitag auf Samstag ruppig werden, wie Franka Nawrath, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD), in Hamburg sagte. „Wir warnen vor extremen Orkanböen bis 135 Stundenkilometern an der Nordseeküste.“ Auch an der Ostseeküste werden am Freitagabend demzufolge extreme Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 135 Stundenkilometern erwartet. In den übrigen Regionen des Nordens könne mit orkanartigen Böen oder auch Orkanböen gerechnet werden. Mit welcher Wucht das Orkantief den Norden treffen wird, sei aber noch immer nicht zu 100 Prozent berechenbar.

Blechplatte fällt vom Dach des Paul-Löbe-Hauses

Wie die Feuerwehr auf Twitter mitteilt, hat sich auf dem Dach des Paul-Löbe-Hauses in Berlin eine Blechplatte gelöst und ist heruntergefallen. Verletzt wurde niemand.

Berlin: Sturmböen bis Windstärke neun am Donnerstagabend

Für Donnerstagabend rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Berlin weiterhin mit Sturmböen der Windstärke acht bis neun. Stärke acht bedeutet eine mittlere Geschwindigkeit von 65 bis 70 Kilometern pro Stunde. Zweige brechen von Bäumen, das Gehen im Freien ist erschwert. Bei Windstärke neun fegt der Wind mit einer mittleren Geschwindigkeit von 75 bis 85 Stundenkilometer über freies Gelände. Es kann kleinere Schäden an Häusern geben, etwa abgehobene Dachziegel.

Sturm in Berlin: Olympiastadion muss Ringe abmontieren

Der Sturm hat die markanten Ringe des Berliner Olympiastadions beschädigt. „Eines der Stahlseile hielt dem Wind leider nicht Stand“, teilt die Olympiastadion Berlin GmbH auf Twitter mit. Man habe die olympischen Ringe aus Sicherheitsgründen vorläufig abmontiert.

Unwetterwarnung „pausiert“ – aber der Sturm wird zurückkehren

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hebt die aktuelle Unwetterwarnung für Donnerstag in Berlin und Brandenburg vorerst auf. Zunächst hatte die Unwetterwarnung bis Donnerstagabend gelten sollen. Auch von der Berliner Feuerwehr hieß es, dass die Unwetterwarnung „pausiere“. Es wird aber damit gerechnet, dass es am Abend gleichwohl weiter starke Böen gibt. Für Freitag wird erneut Sturm erwartet.

Sturm trifft Hausfassade: Trümmer stürzen auf Auto und Straße

In der Almstadtstraße in Berlin-Mitte sind Teile einer Hausfassade abgebrochen. Die Trümmer fielen auf Straße und Gehweg. Das Dach eines Autos wurde erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr sperrte die Straße, Fachleute untersuchen die Standfestigkeit des Wohngebäudes.

AP/Hannibal Hanschke
Berlin-Mitte: Trümmer einer Hausfassade sind auf den Gehweg und ein Auto gefallen.

Blockierte Gleise: Sturm sorgt für Bahn-Chaos im Norden

Ausgefallene Züge, Bäume auf den Gleisen und Ersatzbusse: Das Sturmtief „Ylenia“ hat in Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein die Fahrpläne des Nah- und Fernverkehrs gehörig durcheinandergebracht. Es sei im gesamten Norden zu zahlreichen Ausfällen und Verspätungen gekommen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Donnerstag. Dabei sei im Regionalverkehr hauptsächlich Niedersachsen betroffen gewesen. Aber auch im übrigen Norden standen Züge oft still. Teils fuhren demnach Ersatzbusse als Grundversorgung. Im Fernverkehr im Norden ging laut Bahn auch am Nachmittag noch immer nichts.

Berliner Feuerwehr: Schon 1100 Einsätze, Alarm in Krankenhaus

Die Berliner Feuerwehr hatte am Donnerstag zwischen 0 Uhr und 15.30 Uhr rund 1100 wetterbedingte Alarmierungen, so ein Sprecher. 400 dieser Einsätze seien noch nicht abgearbeitet, hieß es am Nachmittag. „Wir sind an den Einsatzorten teilweise sehr lange tätig“, so der Sprecher. „Der Ausnahmezustand wird auch noch weiter andauern. Wir werden unterstützt von über 60 Einsatzfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr.“ Derzeit sind die Retter am Martin-Luther-Krankenhaus in Charlottenburg im Einsatz, weil dort ein Baum gegen das Gebäude gekippt ist.

Sturm in Polen kippt Baustellenkran um – zwei Tote

In Polen ist bei starkem Wind ein Kran auf einer Baustelle umgekippt und hat vier Bauarbeiter verletzt. Zwei der Männer seien im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, wie die Polizei in Krakau mitteilte. Einer von ihnen habe zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem Dach eines Neubaus gearbeitet, der andere am Boden. Ersten Erkenntnissen zufolge war der 30 Meter hohe Kran von einer Windböe erfasst worden und auf ein fünfstöckiges Gebäude gestürzt. Der Kran war nicht in Betrieb, die Führerkabine unbesetzt. Die genaue Unglücksursache steht aber noch nicht fest. Die Verwaltung wies nach dem Unglück die Bauaufsicht an, alle Kräne in der Region zu überprüfen. Ähnlich wie Deutschland ist auch Polen von schweren Orkanböen betroffen. Die Feuerwehr fuhr landesweit über 6200 Einsätze.

Herabfallende Dachziegel: Rathaus Lichtenberg gesperrt

Das Rathaus Lichtenberg ist nach Angaben des Bezirks wegen herabfallender Dachziegel vorsorglich gesperrt worden.

Brandenburg: Autos fahren gegen umgestürzten Baum – Verletzte

Beim Zusammenstoß mit einem beim Sturm umgestürzten Baum sind an der Landesgrenze von Mecklenburg zu Brandenburg zwei Autofahrer verletzt worden. Wie eine Polizeisprecherin sagte, lag der Baum auf der Landesstraße zwischen Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) und Wredenhagen (Mecklenburgische Seenplatte). Ein 21-Jähriger aus der Müritzregion fuhr mit dem Auto dagegen, dann von der anderen Seite ein Mann mit seinem Transporter. Die beiden Verletzten wurden in Krankenhäuser gebracht. Die Fahrzeuge könnten sich geblendet haben, hieß es.

Berliner Feuerwehr: „Ziemlich chaotisch heute“

Bei der Berliner Feuerwehr sind noch mehr als 420 wetterbedingte Einsätze unerledigt. Ein Mitarbeiter des Lagedienstes sagt der Berliner Zeitung: „Wir arbeiten alle Einsätze nach und nach ab. Es war schon ziemlich chaotisch heute. Aber langsam sehen wir ein kleines Licht am Ende des Tunnels.“ Zudem müssten noch rund 300 Rettungseinsätze koordiniert und abgearbeitet werden.

Baum stürzt auf Berliner Grundschule

Ein Baum ist auf das Dach der Otto-Wels-Grundschule im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg gestürzt. Kräfte der Berliner Feuerwehr sind im Einsatz, um den Baum vom Dach zu ziehen. Laut Meteorologen sind heute und in der kommenden Nacht weiterhin Sturm- und Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 120 km/h zu erwarten.

dpa/Bodo Marks
Berlin: Einsatzkräfte der Feuerwehr versuchen, den Baum vom Schuldach zu ziehen.

Berlin: Baum stürzt auf Avus, VIZ meldet Sperrung und Stau

Die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) meldet bei Twitter: „Auf der A115 (Avus) ist ein Baum umgestürzt.“ Die Autobahn sei derzeit zwischen Hüttenweg und Spanischer Allee gesperrt. Es komme zu Verkehrsstau.

Deutsche Bahn bietet Reisenden kostenlose Hotline an

Die Deutsche Bahn arbeitet daran, alle sturmbedingten Störungen im Netz zu beseitigen. Bahnreisenden steht für Informationen die kostenlose Hotline 08000/996633 zur Verfügung. Die Deutsche Bahn hatte den Fernverkehr von ICEs und ICs in Nord- und Nordostdeutschland am Donnerstag komplett eingestellt. Das betraf bereits seit der Nacht Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg. Auch im Regionalverkehr kam es zu Zugausfällen und Verspätungen in vielen Bundesländern.

Sachsen-Anhalt: Baum stürzt auf Auto, 55-Jähriger tot

Ein 55-Jähriger ist am Donnerstag im Sturm bei einem Autounfall auf einer Landstraße in Sachsen-Anhalt gestorben. Ein Baum sei durch den starken Wind auf den Wagen des Mannes gefallen, teilte die Polizei mit. Daraufhin habe sich der fahrende Wagen am Morgen überschlagen. Der Mann starb noch am Ort des Unfalls im Kreis Mansfeld-Südharz, wie es hieß.

S-Bahn Berlin: Alle Strecken frei, aber Verspätungen und Ausfälle

Die S-Bahn Berlin meldet gegen 14.40 Uhr auf Twitter: „Aktuell sind keine Streckenabschnitte mehr gesperrt. Aber aufgrund der vorsorglichen Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit der Züge ist mit Verspätungen und vereinzelten Ausfällen zu rechnen.“

Feuerwehr räumt Mast weg, Tempelhofer Damm wieder frei

Die Sperrung des Tempelhofer Damms in Berlin konnte am frühen Donnerstagnachmittag wieder aufgehoben werden. Die Straße sei wieder in beiden Richtungen befahrbar, teilte die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) auf Twitter mit. Die Berliner Feuerwehr ergänzte, dass der dort umgestürzte Antennenmast sicher umgelegt werden konnte. Der herabgestürzte Mast hatte, wie berichtet, für erhebliche Sperrungen gesorgt.

Im Video: Sturmwelle zerschlägt Frontscheiben von Elbfähre

Auf stürmischer Fahrt über die Elbe hat eine große Welle die Frontscheiben einer Hamburger Hafenfähre zerschlagen. Es sei offenbar niemand an Bord ernsthaft verletzt worden, sagte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Hadag, Tobias Haack. Nach dpa-Informationen gab es jedoch einen leicht verletzten Passagier. Die Fähre „Tollerort“ sei am Donnerstagmorgen auf der Linie 68 von Teufelsbrück zum Anleger des Airbuswerks unterwegs gewesen, als die Welle über Bord gegen die Scheiben rollte, hieß es.

Mehrere Videos, die im Netz etwa auf Youtube hochgeladen wurden, zeigten offensichtlich den Moment des Unglücks. Dort sind nur wenige Fahrgäste zu sehen, die nach dem Wassereinbruch aus dem Fahrgastraum laufen.

Alle Passagiere seien am Anleger zu Fuß von Bord gegangen, sagte Haack. Die Hadag versuche, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. „Es war ein Zwischenfall, den wir so noch nie hatten.“ Die Scheiben sollten eigentlich „seeschlagfest“ sein. Es handele sich um Sicherheitsglas, das zerbröselt sei. Das Schiff sei eine sogenannte Bügeleisen-Fähre des Typs 2000.

Sturmböe erfasst Autobahnbrücke, Lastwagen kippt um

Auf einer Autobahnbrücke bei Oldenburg hat eine Sturmböe einen Lastwagen erfasst und umgekippt. Der Fahrer blieb unverletzt, wie ein Polizeisprecher am Donnerstag sagte. Da der Sattelzug nun mitten auf der Brücke liege, gestalte sich die Bergung schwierig. Ein Kran wurde angefordert. Die Huntebrücke der A29 wurde in Richtung Wilhelmshaven gesperrt. In der Gegenrichtung Osnabrück fließe zwar der Verkehr, sagte der Polizeisprecher – doch für Lastwagen und Gespanne sei die Brücke nun wegen des Sturms gesperrt.

dpa/Mohssen Assanimoghaddam
Oldenburg: Der umgekippte Lkw liegt mitten auf der Huntebrücke der Autobahn A29.

Sturm zerstört Weihnachtsbaum des 1. FC Union

Das Sturmtief „Ylenia“ hat auch beim 1. FC Union Berlin Schaden angerichtet. Eine mehr als 20 Meter hohe Tanne direkt vor der Geschäftsstelle der Eisernen in Köpenick knickte am Donnerstagvormittag bei einer heftigen Sturmböe um. „Der Baum ist hin. Wir sind alle sehr traurig“, sagte Kommunikationschef Christian Arbeit bei der Pressekonferenz der Eisernen vor dem Bundesliga-Spiel bei Arminia Bielefeld. Weiterer Schaden sei aber nicht verursacht worden. Vor Weihnachten wurde der imposante Baum immer festlich mit roten Kugeln geschmückt. In den sozialen Netzwerken betrauerten viele Fans den Vorfall.

Berlin: Führerloses Boot auf der Spree, Polizei im Einsatz

Die Berliner Polizei meldet via Twitter ein losgerissenes Boot auf der Spree. Die Wasserschutzpolizei sei im Einsatz, um das Gefährt zu bergen und zu sichern.

Wetterdienst warnt: Weiteres Orkantief am Freitagabend

Der Deutsche Wetterdienstes (DWD) erwartet für Berlin und Brandenburg am Freitagabend ein weiteres Orkantief. Bereits am späten Nachmittag ist mit ersten Sturmböen zu rechnen, wie der DWD am Donnerstag in Potsdam mitteilte. Am Abend und zu Beginn der Nacht zum Samstag seien Böen zwischen 90 und 110 Stundenkilometern möglich, stellenweise auch Orkanböen um 120 Stundenkilometer. In der zweiten Nachthälfte, lasse der Wind deutlich nach. Nach DWD-Angaben ist von „einer Wetterlage mit hohem Unwetterpotenzial“ auszugehen. Er rät dazu, die weiteren Wettervorhersagen aufmerksam zu verfolgen.

dpa/Paul Zinken
Sturmtief Ylenia wütet in Berlin.

Autofahrer von Baum erschlagen

Ein 37 Jahre alter Mann ist in seinem Auto Opfer des Orkantiefs „Ylenia“ geworden. Er war am Donnerstagmorgen gegen 9 Uhr auf der L252 zwischen Bad Bevensen und Seedorf im Landkreis Uelzen unterwegs, als ein Baum auf seinen Pkw stürzte und ihn erschlug. Wie ein Sprecher der Feuerwehr bestätigte, war der Fahrer sofort tot. Für die Dauer der Bergungsarbeiten wurde die Landstraße gesperrt.

Verband bittet um Berichte von gestrandeten Bahnfahrern

Der Deutsche Bahnkunden-Verband bittet gestrandete Bahnfahrer um Augenzeugenberichte über die Auswirkungen des Orkantiefs „Ylenia“ auf den Nah- und Fernverkehr. Es gebe Sturm über Deutschland und „wieder sind beziehungsweise werden tausende Fahrgäste im Nah- und Fernverkehr im Nirgendwo stranden, ohne Information und Betreuung an Haltestellen auf eine Weiterbeförderung warten, auf sich alleine gestellt sein“, kritisierte der Verband am Donnerstag in Berlin. Das müsse sich ändern. Trotz notwendiger Einschränkungen und Ausfälle müsse es eine Betreuung und Informationen geben, forderte der Bahnkunden-Verband.

Gesammelt würden positive wie auch negative Erlebnisse, um die Deutsche Bahn wiederholt darauf hinzuweisen, dass sich endlich etwas ändern müsse an vorbeugender Vegetationspflege, an Reserven an Personal und Fahrzeugen. „Denn solche Naturereignisse wird es immer häufiger geben“, so der Verband. Die Erlebnisse würden anonym ausgewertet und in einen Forderungskatalog einfließen. Die Erlebnisse können per Mail unter sturm@bahnkunden.de an den Verband gesendet werden.

Berliner Feuerwehr: 600 Einsätze seit 9 Uhr, zwei Verletzte

Die Berliner Feuerwehr ist seit Donnerstagmorgen, 9 Uhr, zu mehr als 600 Sturm-Einsätzen ausgerückt. Alle Freiwilligen Feuerwehren wurden in den Dienst gerufen. Zwei Verletzte in der Altvaterstraße in Berlin-Schlachtensee mussten in Kliniken gebracht werden.

BER: Sturm führt zu Flugverspätungen in Berlin

Passagiere am Berlin-Brandenburger Flughafen BER brauchten am Donnerstagvormittag Geduld. Wegen starker Windböen war die Flugzeugabfertigung stark eingeschränkt, es kam zu Verspätungen, wie ein Sprecher der Betreibergesellschaft sagte. Die erste Welle von Starts und Landungen am BER zu Betriebsbeginn am frühen Morgen war den Angaben zufolge noch reibungslos gelaufen. Weil der Sturm danach wieder stärker wurde, durften die Ausleger der Fluggastbrücken des Terminals nicht an die Maschinen herangefahren werden. Teilweise wurde auf mobile Brücken ausgewichen. Wegen starker Böen durften zeitweise auch keine Gepäckklappen geöffnet werden.

Wie groß die Verspätungen waren, blieb zunächst offen. Auch über Flugabsagen gab es noch keine abschließende Information. Die Lufthansa hatte in der Nacht Flüge nach Frankfurt annulliert.

Sturmtief sorgt für Stromausfälle in Brandenburg

Der Sturm hat im Süden Brandenburgs viele Stromausfälle verursacht. Am frühen Donnerstagmorgen waren im Umland von Cottbus rund 5000 Haushalte ohne Strom, wie der Netzbetreiber Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mitteilte. Am Vormittag reduzierte sich die Zahl auf rund 700 Haushalte. Betroffen waren noch die Landkreise Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße.

Hauptursache für die Stromausfälle waren demnach zusammenschlagende Leiterseile sowie Bäume und Äste, die Stromleitungen beschädigten. Zunächst hatte der RBB berichtet. Der Netzbetreiber warnte davor, sich während des Sturms elektrischen Anlagen und Leitungen zu nähern. Während des Sturms sei immer wieder mit Ausfällen zu rechnen, sagte ein Sprecher.

dpa/Patrick Pleul
Seelow in Brandenburg: Ein entwurzelter Baum liegt umgestürzt neben einer Straße.

Umgestürzter Antennenmast blockiert Ringbahn und Tempelhofer Damm

Um 11.15 Uhr meldete die Berliner Feuerwehr, dass ein etwa 15 Meter hoher Antennenmast auf Gleisanlagen am Tempelhofer Damm gestürzt ist. Der S-Bahnverkehr der Ringbahn wurde komplett eingestellt. Für die Aufräumarbeiten ist auch der Tempelhofer Damm in Richtung stadteinwärts gesperrt. Auch die Autobahnabfahrten der BAB A100 an Anschlussstelle Tempelhof sind gesperrt. Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Potsdam: Sturm legt Fähre und Tram streckenweise lahm

Das Sturmtief „Ylenia“ hat in Potsdam zu streckenweisen Ausfällen beim Fähr- und Tramverkehr geführt. Wegen zweier umgestürzter Bäume in den Wendeschleifen Marie-Juchacz-Straße und Gaußstraße ist der Tramverkehr der Linien 92 und 96 derzeit nur bis/ab Bisamkiez möglich, teilte der Verkehrsbetrieb Potsdam am Donnerstagvormittag mit. Zwischen Waldstraße/Horstweg und Marie-Juchacz-Straße wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. „An der Beseitigung der Bäume wird gearbeitet, anschließend muss noch die Fahrleitung überprüft werden“, hieß es weiter.

Auch der Fährverkehr der Linie F1 zwischen Auf dem Kiewitt und Hermannswerder wurde am Vormittag eingestellt. Fahrgäste können die Buslinie 694 von/bis S-Hauptbahnhof und aus Potsdam-West bis/von S-Hauptbahnhof die Tram 91 und die Busse der Linien 605, 606 und 631 nutzen.

Elbe für große Schiffe gesperrt: Kreuzfahrtschiff muss warten

Das Sturmtief „Ylenia“ zwingt Reisende auf dem Kreuzfahrtschiff „Aidaprima“ zur Geduld. Weil die Elbe derzeit für große Schiffe gesperrt ist, darf das Schiff nicht wie geplant den Hamburger Hafen anlaufen, wie eine Sprecherin der Hafenbehörde HPA sagte. Dem Schiffsnavigationsdienst vesselfinder.com zufolge kreuzt das Schiff derzeit mit niedriger Geschwindigkeit zwölf Seemeilen nördlich Helgoland in der Deutschen Bucht.

„Den Gästen geht es gut und sie werden laufend an Bord durch den Kapitän informiert“, sagte eine Sprecherin der Reederei Aida Cruises. „Wir rechnen derzeit damit, dass das Schiff voraussichtlich morgen früh für den geplanten Wechseltag in den Hafen von Hamburg einlaufen wird.“

Berlin: Unfall mit Ausflugsschiff im Westhafen

Die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) meldet den Unfall eines Ausflugsschiffes im Westhafen. Nähere Informationen liegen zur Stunde noch nicht vor. Die Berliner Feuerwehr wurde wegen des Sturms bis zum Donnerstagvormittag zu mehr als 100 Einsätzen gerufen. Allein zwischen 2 Uhr und 5.30 Uhr gab es 76 Einsätze.

Wegen Sturmtief: Flugzeugabfertigung am BER unterbrochen

Wegen des Sturmtiefs „Ylenia“ hat der Flughafen Berlin-Brandenburg BER am Donnerstagmorgen die sogenannte Flugzeugabfertigung unterbrochen. Das bedeutet, dass wegen der starken Sturmböen keine Maschinen beladen beziehungsweise entladen werden und zunächst auch keine Passagiere in die Flugzeuge einsteigen können, wie ein Sprecher des BER sagte. Bereits abgefertigte Maschinen können jedoch noch starten und Landungen finden auch noch statt. Details zur Zahl abgesagter Flüge blieben zunächst unklar.

Sturmböen erreichen Windstärke 1o in Berlin

In Berlin hat es nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in der Nacht zum Donnerstag schwere Sturmböen mit Windstärke 10, in Brandenburg sogar orkanartige mit Windstärke 11 gegeben. Dabei wurden in Potsdam Windgeschwindigkeiten von bis zu 111 Stundenkilometern, in Berlin-Dahlem von 104 Stundenkilometern gemessen.

Auch im Süden Brandenburgs gab es während der Nacht orkanartige Böen, in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) mit Geschwindigkeiten von ebenfalls 111 Stundenkilometern. In Angermünde (Uckermark) hat der DWD sogar einen Wert von 125 Stundenkilometern gemessen. Der DWD wies darauf hin, dass der Sturm noch nicht zu Ende sei.

Eine Unwetterwarnung gilt noch bis Donnerstagabend. Nach einer etwas ruhigeren Phase am Morgen nehme der Sturm wieder an Fahrt auf. Dem Deutschen Wetterdienst zufolge ist damit zu rechnen, dass es in Berlin und Brandenburg erneut verbreitet zu Böen mit Windstärke 10 kommt.

Morris Pudwell
Ein riesiger alter Baum ist in Berlin-Lichtenrade umgestürzt. Mehrere Autos wurden dabei zertrümmert.

Berlin: Feuerwehr ruft erneut Ausnahmezustand aus

Angesichts der aktuellen Sturmlage hat die Berliner Feuerwehr um 9 Uhr erneut den Ausnahmezustand ausgerufen. „Bei uns laufen gerade wieder jede Menge wetterbedingte Einsätze ein. Der Sturm hat sich zurückgemeldet. Um die Einsatzlage zu bewältigen, erhalten wir Unterstützung von den Freiwilligen Feuerwehren. Seit 2 Uhr morgens mussten wir mittlerweile deutlich mehr als 100 wetterbedingte Einsätze abarbeiten“, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Die meisten davon wurden durch umgestürzte Bäume, abgebrochene Äste oder umherfliegende Dachteile ausgelöst. Ausnahmezustand bedeutet, dass die Feuerwehr ihre Einsätze priorisiert. „Da wo Menschenleben in Gefahr sind, fahren wir zuerst hin“, so ein Feuerwehrsprecher.

BVG: Das sind die Auswirkungen auf den Bus- und Bahnverkehr

Wie die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) um kurz nach 9 Uhr mitteilten, hatte der Sturm bisher „vergleichsweise geringe Auswirkungen“ auf den Bus- und Bahnverkehr. Gemessen an den Prognosen seien die Störungen bei Bussen und Bahnen der BVG weniger schwer als erwartet. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Seit etwa 2 Uhr kam es im Busverkehr auf wenigen Linien zu Umleitungen und kurzzeitigen Unterbrechungen. Ursache waren meist umgestürzte Bäume, große Äste oder Gegenstände auf der Fahrbahn. Betroffen waren bis 9 Uhr insgesamt elf Linien: M41, M45, 154, 186, 181, 218, 259, 380, 398 sowie die Nachtlinien N20, N24. Die Busse wichen meist auf andere Routen aus. Die Maßnahmen dauerten, je nach Aufwand der Räumung, zwischen zehn Minuten und rund zwei Stunden, so die BVG.

Bei der Straßenbahn kam es nur ganz vereinzelt zu Störungen. Die Linie M6 wurde in der Nacht zeitweise unterbrochen, weil Absperrungen einer benachbarten Baustelle auf die Gleise geweht waren. Auf der Linie M5 musste am Morgen ebenfalls ein Hindernis von den Schienen geräumt werden. Auf der Linie M10 kam es kurzzeitig zu Verspätungen wegen eines umgestürzten Baums. Seit etwa 9 Uhr gilt auf den Straßenbahnlinien vorsorglich ein Tempolimit von 40 Stundenkilometern.

Die U-Bahn-Leitstelle ließ am Mittwochabend gegen 23 Uhr vorsorglich die Höchstgeschwindigkeit auf den oberirdischen Streckenabschnitten der Linien U1, U2, U3, U6 und U6 auf 40 Stundenkilometer reduzieren. Mit Betriebsbeginn am Donnerstagmorgen wurde die Reduzierung bereits wieder aufgehoben. Die Fährlinie 12 wurde gegen 9 Uhr vorsorglich eingestellt. Die übrigen Fährlinien der BVG sind bisher ohne Einschränkungen unterwegs.

Baum stürzt auf Wuppertaler Schwebebahn

Wegen des Sturmtiefs „Ylenia“ ist in der Nacht zu Donnerstag ein etwa 40 Meter hoher Baum umgestürzt und auf die Schienen der Wuppertaler Schwebebahn gefallen. Die Feuerwehr sei mit einem Kran- und einem Leiterwagen im Einsatz gewesen, habe den Baum noch in der Nacht zersägt und weggeräumt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Zuvor hatte der WDR berichtet. Laut dem Bericht sollen Statiker noch prüfen, ob die Schwebebahn am Donnerstag planmäßig an der Stelle fahren kann.

Umgestürzte Bäume: Tausende Haushalte ohne Strom

Für etwa 54.000 Haushalte in NRW ist in der Nacht zu Donnerstag der Strom ausgefallen. Das teilte der Betreiber Westnetz auf Twitter mit. Gegen 3 Uhr sei es zu der Störung gekommen, sagte eine Polizeisprecherin am Morgen. Nach Angaben von Westnetz waren umgestürzte Bäume die Ursache. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, es seien Bäume gefunden worden, die in Umspannwerke gefallen seien. Um 8 Uhr gab der Versorger Entwarnung: Alle Betroffenen Bereiche seien wieder zugeschaltet, hieß es auf Twitter. „Die Störung ist behoben.“

Rund zwei Stunden nach dem Beginn der Störung meldete ein Anwohner laut Polizei eine Funken sprühende Starkstromleitung. Ob es einen Zusammenhang zwischen der beschädigten Leitung und dem Stromausfall gab, sei allerdings nicht klar, so die Polizeisprecherin. Die Feuerwehr habe die Leitung gesichert.

Berliner Feuerwehr weiter im Sturm-Einsatz

Die Berliner Feuerwehr ist wegen des Sturms am Donnerstagmorgen weiterhin im Einsatz gewesen. Die Lage habe sich aber deutlich beruhigt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Berliner Feuerwehr warnt weiterhin davor, das Haus zu verlassen, wenn das nicht unbedingt nötig sei. Es sei damit zu rechnen, dass der Sturm im Laufe des Vormittags noch einmal an Stärke zunehme, warnte der Feuerwehrsprecher. Wälder und Parkanlagen in Berlin sollten besser nicht betreten werden, etwa weil durch den Sturm Äste von den Bäumen fallen könnten.

Bahn stellt Fernverkehr in mehreren Bundesländern ein – auch in Berlin

Die Deutsche Bahn hat wegen des Sturms den Fernverkehr in mehreren Bundesländern eingestellt. In Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg verkehren keine Züge des Fernverkehrs, wie das Unternehmen am Donnerstagmorgen mitteilte. Auswirkungen gebe es auch in anderen Bundesländern.

Umgestürzte Bäume zertrümmern Autos

Zahlreiche Bäume sind bereits durch den Sturm zu Fall gekommen. So auch in der Schillerstraße in Lichtenrade: Hier stürzte nach ersten Informationen von vor Ort gegen 2.40 Uhr ein riesiger, mindestens 100 Jahre alter Baum um. Dabei wurden drei Autos beschädigt. An einem geparkten Nissan entstand ein Totalschaden, heißt es. Der Baum krachte genau mittig durch das Fahrzeug. Verletzt wurde niemand. Die Feuerwehr zerlegte den Baum, so Reporter von vor Ort.

Morris Pudwell
Die Berliner Feuerwehr zerlegt eine umgestürzte Tanne.

Auch in der Ringstraße in Lichterfelde kam ein Baum zu Fall. Hier stürzte eine große Tanne um und beschädigte ein Auto sowie eine Laterne. Zwei weitere Bäume sollen schwer beschädigt worden sein. Es entstand ein hoher Sachschaden, heißt es.

Berliner Feuerwehr: „Auch uns hat das Unwetter erreicht“

Die Feuerwehr Berlin hat am frühen Donnerstagmorgen wegen des Sturmtiefs „Ylenia“ vorübergehend den Ausnahmezustand ausgerufen. „Auch uns hat das Unwetter erreicht“, sagte ein Sprecher der Berufsfeuerwehr Berlin. Rund zwei Stunden später, um 4.30 Uhr, konnte der Ausnahmezustand wieder beendet werden. Der Feuerwehr zufolge war die Lage am frühen Morgen wieder entspannter, man kümmere sich nun vor allem um Folgeeinsätze.

Ab 2 Uhr war den Angaben zufolge zunächst ein starker Anstieg an wetterbedingten Einsätzen verzeichnet worden. Gegen 2.30 Uhr habe man sich entschieden, den Ausnahmezustand auszurufen. Mehrere Freiwillige Feuerwehren wurden in den Dienst gerufen, um die Berufsfeuerwehr zu unterstützen. Zudem waren Einsatzkräfte mit sogenannten Erkundungsfahrzeugen unterwegs, die nach der Meldung eines Schadens erst einmal herausfinden sollen, ob und in welchem Umfang der Einsatz der Feuerwehr wirklich nötig ist.

Die Feuerwehr musste zu Dutzenden Einsätzen ausrücken. Dabei handelte es sich ihren Angaben nach überwiegend um umgestürzte Bäume und lose Dachziegel oder ähnliche Gebäudeschäden. In Lichterfelde waren etwa drei Bäume auf parkende Autos gefallen, auch ein Lichtmast wurde mitgerissen. Meldungen von Verletzten lagen aus Berlin zunächst nicht vor.

Tipps der Berliner Feuerwehr zum Sturm

Bahn und Flughafen BER bereiten sich auf Sturm vor

Die Deutsche Bahn und der Berliner Flughafen BER haben sich angesichts des erwarteten schweren Sturms vorbereitet. „Mitarbeitende und Einsatzfahrzeuge werden in Bereitschaft versetzt, um eventuelle Sturmschäden schnell beseitigen zu können“, sagte ein Bahnsprecher am Mittwoch.

Einige Züge in Berlin und Brandenburg werden in den frühen Morgenstunden am Donnerstag vorsorglich erst ab 6.30 Uhr ihren Betrieb aufnehmen und auch mit verminderter Geschwindigkeit fahren. Davon sind zum Beispiel die Linien RE6 zwischen Wittenberge und Neuruppin oder die RB23 zwischen Potsdam Hbf und Michendorf betroffen.

Auch beim Flughafen BER werde die Wetterentwicklung überwacht und alle Geräte zum Beispiel auf dem Vorfeld wetter- und windfest gemacht. „Wir stellen sicher, ob bei allen Gepäckwagen die Bremsen angezogen sind, ob keine Pylonen mehr rumstehen und alles abgedeckt ist, was rumfliegen könnte“, sagte Flughafensprecher Jan-Peter Haack. Vorausgesagte Flugausfälle oder Einschränkungen im Flugverkehr gebe es derzeit nicht, vielmehr müsse die Lage ständig überwacht und bewertet werden.

„Für den Luftverkehr sind starke Windböen aber deutlich problematischer als die reine Windgeschwindigkeit.“ Starker Wind, der konstant aus einer Richtung komme, könne ausgesteuert werden, aber bei starken Böen aus verschiedenen Richtungen werde es schwieriger. „Im Zweifelsfall entscheidet immer die Kapitänin oder der Kapitän“, sagte der Flughafensprecher. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor allem in der Nacht zum Donnerstag vor schweren Sturmböen und Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Stundenkilometern.

Berliner Schüler dürfen zu Hause bleiben

Die Berliner Schulkinder dürfen wegen des Sturms zu Hause bleiben. Eine formlose schriftliche Mitteilung der Eltern genüge, teilte die Senatsbildungsverwaltung mit. Die Schulpflicht gelte aber prinzipiell weiter, die Betreuung der Schüler an den Schulen sei sichergestellt. Dieses Verfahren sei in Berlin bei Unwetterwarnungen üblich.

Bahn: Fahrgäste können Tickets kostenfrei stornieren

Die Deutsche Bahn warnt bereits vorsorglich vor möglichen Streckensperrungen und Zugausfällen. Auswirkungen des Unwetters auf den Bahnverkehr seien bundesweit möglich, erklärte das Unternehmen. Es setzte Kulanzregelungen für Fernverkehrstickets in Kraft. Fahrgäste, die wegen des Sturms eine für Donnerstag oder Freitag geplante Reise nicht antreten wollen, könnten ihre Fahrkarten kostenfrei stornieren oder „flexibel“ für alternative Fahrten nutzen.

Verspätungen bei Zeitungszustellung am Donnerstag möglich

Am Donnerstag kann es auch zu Verspätungen bei der Zustellung der Berliner Zeitung kommen. Die Ausgaben werden nachgeliefert.

Gärten der Welt geschlossen, Wochenmärkte fallen aus

Auch die Gärten der Welt bleiben geschlossen, wie das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf mitteilt. In Charlottenburg-Wilmersdorf fallen die Wochenmärkte aus.

Zoo und Tierpark Berlin schließen am Donnerstag

Wegen des Sturms hat der Zoo Berlin angekündigt, seine Einrichtungen am Donnerstag zu schließen – bis auf das Aquarium. Direktor Andreas Knierim erklärte am Dienstag: „Die Sicherheit unserer Tiere und Gäste hat für uns oberste Priorität. Bei einem Baumbestand von mehr als 10.000 Bäumen nur im Tierpark dürfen wir kein Risiko eingehen und haben vorsorglich entschieden, Zoo und Tierpark am Donnerstag nicht für unsere Gäste zu öffnen.“

Man hoffe sehr, dass man von größeren Schäden verschont bleibe. Nichtsdestotrotz werden vorsorglich Sicherheitsvorkehrungen für die Tiere getroffen: Sie würden in Häusern und Stallungen untergebracht, heißt es in einer Mitteilung. Der Zoo Berlin plant, am Freitag wieder für den Besucherverkehr zu öffnen, sofern „keine gravierenden Sturmschäden auftreten“ und sich die Wetterlage beruhigt habe.

Bezirk Mitte warnt vor umstürzenden Bäumen

Der Berliner Bezirk Mitte warnt wegen morscher Bäume für Mittwoch und Donnerstag „ausdrücklich und dringend“ vor dem Betreten von Parks. „Bäume können unvermittelt umstürzen. […] Für Menschen, die sich in Parks und Grünanlagen aufhalten, besteht Lebensgefahr.“ Viele Bäume seien wegen der langen Trockenheit der vergangenen drei Jahre stark geschwächt. „Es kann zum Umsturz ganzer Bäume und zum Abbrechen starker Äste kommen, auch wenn die Bäume jährlich auf die Verkehrssicherheit überprüft wurden.“ Die Menschen sollten auch nach dem Sturm Parks erst wieder betreten, wenn Entwarnung gegeben wurde und gravierende Schäden beseitigt worden seien.

Feuerwehr: Wer draußen ist, sollte den Blick nach oben richten

Die Feuerwehr empfiehlt, bei einem heftigen Sturm grundsätzlich vorsichtig zu sein. „Am sichersten ist man in den eigenen vier Wänden. Man sollte prüfen: Muss ich das Haus verlassen?“, so ein Sprecher. Wer unbedingt hinaus müsse, solle Parks und Wälder meiden, um nicht durch herabfallende Äste in Gefahr zu geraten. Auch in der Stadt sollten die Menschen aufmerksam sein und den Blick nach oben richten, um mögliche Gefahren zu erkennen.

Besonders vorbereiten müsse sich die Feuerwehr auf eine Sturmnacht nicht. 500 bis 600 Feuerwehrleute stünden schon im Normalfall nachts bereit. Jederzeit könnten zusätzlich die freiwilligen Feuerwehren mit ihren insgesamt 1500 Mitgliedern sehr kurzfristig alarmiert werden. Erfahrungsgemäß gingen bei Sturm die meisten Alarmmeldungen nicht nachts ein, sondern früh morgens, wenn die Menschen aufwachten und die Sturmschäden entdeckten.

Unwetter: Parks und Anlagen in Brandenburg schließen am Donnerstag

Wegen der Sturmgefahr sollen in den kommenden Tagen auch mehrere öffentliche Anlagen in Brandenburg schließen. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten teilte am Mittwoch mit, ihre Parkanlagen ab Donnerstag bis auf Weiteres nicht für den Besucherverkehr zu öffnen. Auch der Tierpark und der Spreeauenpark Cottbus sollen am Donnerstag geschlossen bleiben, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte. Die Schließungen können sich den Angaben zufolge je nach Wetterlage auch auf die darauffolgenden Tage erstrecken.

Brandenburg: Präsenzpflicht an Schulen wegen Sturm ausgesetzt

Das Brandenburger Bildungsministerium hat wegen der Unwetterwarnung die Präsenzpflicht im Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler am Donnerstag vorsorglich ausgesetzt. Die Sicherheit habe oberste Priorität, teilte das Ministerium am Mittwoch dazu mit. Das Fernbleiben vom Unterricht gelte daher an diesem Tag grundsätzlich als entschuldigt. „Die Sicherheit geht immer vor, deshalb sollten Eltern sich ständig über die aktuellen Straßen- und Witterungsverhältnisse erkundigen und dann abwägend entscheiden“, betonte das Ministerium.

Die Lehrkräfte und das sonstige pädagogische Personal sollen allerdings in den Schulen erscheinen, um den eintreffenden Schülern Aufenthalt zu gewähren und den Minderjährigen, wenn notwendig, Betreuung anzubieten.

Wetterexperte Jung warnt vor Sturm

Auch Wetter-Experte Dominik Jung warnt auf Wetter.net vor den orkanartigen Böen, die über das Land hinwegfegen. Auch Jung geht davon aus, dass auf den Sturm vom Donnerstag weitere folgen. Der Diplom-Meteorologe empfiehlt zudem, lose Gegenstände, die sich draußen befinden, zu sichern. Auch auf Einschränkungen im ÖPNV solle man sich einstellen, da Bäume umstürzen könnten.

(mit dpa, AFP, epd)