Bettina Jarasch: Ich bin öfter mit dem Auto in Berlin unterwegs

Berlins Verkehrssenatorin möchte, dass auf Parkplätzen Fahrräder und E-Scooter stehen dürfen. Autofahrer sollen Platz machen. Dabei fährt Jarasch selbst Auto.   

Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne)  
Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) Imago/Jochen Eckel

Berlins Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hat in einem Interview das Vorhaben des Senats verteidigt,  dass ab 2023 auf Parkplätzen in Berlin auch Fahrräder und E-Scooter stehen dürfen.

Sie sagte dem Spiegel: „Es gab viel Aufmerksamkeit wegen dieser Sache. Dabei haben wir eigentlich nur klargestellt, was ohnehin geltendes Recht ist. Parkplätze sind für alle Fahrzeuge da, nicht nur für Autos. Fahrräder sind Fahrzeuge, und die dürfen auf Parkplätzen stehen.“

Jarasch reiste zur Einweihung eines Radweges mit dem Dienstwagen an

In dem Interview wird Bettina Jarasch auch auf ihr eigenes Verhalten angesprochen, ob sie viel Rad fahre und überhaupt ein Auto besitze. Die Grünen-Politikerin erklärte darauf: „Ich muss der Ehrlichkeit halber hinzufügen, dass auch ich öfter mit dem Auto unterwegs bin, das wäre in meinem Job aktuell anders völlig unmöglich.“

Jarasch war vor einigen Wochen in die Kritik geraten. Zur Einweihung eines Radweges kam sie mit dem Auto, um dann medienwirksam aufs Fahrrad zu steigen. Dann nutze sie wieder den Dienstwagen, um zum nächsten Termin zu kommen.

Trotzdem bleibt sie im Spiegel-Interview bei der Meinung, dass Autofahrer Platz machen müssen: „Sie müssen andere Verkehrsmittel nutzen. Angebote machen wir ihnen dafür genug. Zurzeit haben Fußgänger*innen und Radfahrende oft nicht den Platz, den sie brauchen. Wenn wir dafür sorgen wollen, dass alles ein bisschen gerechter zugeht, und vor allem, dass alle sicher und geschützt unterwegs sind, ja, dann müssen die Autos Platz abgeben.“