Berlin - In Berlin gelten ab dem 20. August erweiterte Testpflichten für Menschen ohne Corona-Impfung. Das beschloss der Senat am Dienstag und setzte damit eine entsprechende Bund-Länder-Vereinbarung in Landesrecht um. Demnach sind viele Aktivitäten vornehmlich in geschlossenen Räumen künftig nur noch für Geimpfte, Genesene und eben Getestete erlaubt.

Die drei Gs (geimpft, genesen, getestet), die schon jetzt etwa in Innenräumen von Restaurants oder im Fitnesszentrum gelten, greifen laut Gesundheitsverwaltung künftig etwa für die Teilnahme an Veranstaltungen in geschlossenen Räumen oder an Veranstaltungen im Freien mit mehr als 100 zeitgleich anwesenden Personen. Sie greifen auch bei Versammlungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 50 anwesenden Personen, für den Friseurbesuch und andere körpernahe Dienstleistungen. Ebenso gilt das bei Besuchen in Krankenhäusern, Reha- oder Behinderteneinrichtungen.

Bei Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen müssen Ungeimpfte ebenfalls einen negativen Test vorlegen und dies zusätzlich an jedem dritten Tag ihres Aufenthalts wiederholen. Anerkannt werden bei all den beschriebenen Aktivitäten bis zu 24 Stunden alte Schnelltests, die ab 11. Oktober bundesweit nicht mehr kostenlos sein sollen, oder PCR-Tests. Deren Geltungsdauer wurde von 24 auf 48 Stunden verlängert. Die Testpflichten gelten nicht für Schüler und Teilnehmer von religiösen Veranstaltungen wie Gottesdiensten.

Maskenpflicht an Schulen in Berlin bis mindestens Anfang September

Berliner Schülerinnen und Schüler sind nun bis mindestens zum 5. September verpflichtet, eine medizinische Gesichtsmaske in der Schule zu tragen. Die zunächst für die ersten zwei Wochen nach den Ferien angeordnete Maskenpflicht sei um weitere 14 Tage verlängert worden, teilte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag nach der Senatssitzung mit. Dies sei zum Corona-Infektionsschutz nötig und damit wichtig, um einen sicheren Schulbetrieb in Präsenz abzusichern. „Wir bleiben vorsichtig.“ Die Regelung werde weiter gemeinsam mit Fachleuten fortlaufend überprüft, ergänzte die Bildungsverwaltung.

Auffrischungsimpfungen gegen Corona starten im September

Im September beginnen in Berlin die Auffrischungsimpfungen gegen Corona, wie Müller bekanntgab. Demnach ist das gleiche Vorgehen wie bei den ersten Impfungen ab Ende Dezember 2020 geplant: Mobile Teams suchen demnach Pflegeheime auf, um die Menschen dort zu impfen. Außerdem werden ältere Menschen - zunächst die Gruppe der Ältesten - in Impfzentren eingeladen. Die Kampagne werde derzeit sorgfältig vorbereitet.

Müller unterstrich, dass das Impfen der wichtigste Punkt sei, um wiedergewonnene Freiheiten dauerhaft abzusichern. Hier sei Berlin gut vorangekommen, es bleibe aber noch einiges zu tun. So müsse geschaut werden, wie man jüngere Menschen noch besser für das Impfen gewinnen könne. Geplant sei dazu etwa, ältere Schüler mit einem Shuttle von der Schule zum Impfzentrum zu bringen.

Die Sonderimpfaktionen etwa in Einkaufszentren, in Kiezen, auf Parkplätzen oder im Rahmen langer Impfnächte seien ein Erfolg, bilanzierte der Regierungschef. Sie hätten in den letzten Wochen 50.000 zusätzliche Impfungen gebracht. Es werde hier immer wieder neue Angebote geben. So habe S-Bahn-Chef Peter Buchner angekündigt, „im Rahmen eines S-Bahn-Zuges etwas anzubieten“, sagte Müller. Er sprach von einer kreativen und spektakulären Lösung. „Darauf setzen wir, dass wir mit vielen Partnern in der Stadt niedrigschwellige Angebote machen können.“

Der Senat plane auch noch einmal eine Informationskampagne mit Postkarten an alle Haushalte. Denn: „Es war noch nie so einfach, sich impfen zu lassen, wie jetzt.“