Berlin - Nach eineinhalb Jahren fallen in Berlin die ersten Diesel-Fahrverbote: Weil im vergangenen Jahr in den betroffenen Straßen die Grenzwerte der Schadstoffbelastung mit Stickstoff eingehalten wurden, hat die Verkehrsverwaltung ein Ende der Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge in vier ehemaligen Verbotszonen angekündigt. Die Durchfahrt soll offenbar noch in dieser Woche wieder ermöglicht werden.

In den jeweiligen Abschnitten lag der Stickstoffdioxid-Wert 2020 im Jahresmittel unter 30 µg/m³. Damit sei sichergestellt, dass diese Straßen auch nach Aufhebung der Fahrverbote den europäischen Grenzwert von 40 µg/m³ nicht überschreiten. Deshalb dürfen auf den folgenden Streckenabschnitten Autos der Euro-Norm-5 künftig wieder fahren: 

- Brückenstraße (2020: 29 μg/m³ im Jahresmittel),
- Friedrichstraße (28 μg/m³),
- Reinhardtstraße (21 μg/m³) 
- Stromstraße (20 μg/m³)

Dabei bleibe die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer bestehen. Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) zeigte sich zufrieden mit der Entwicklung. Sie sieht darin einen Erfolg des Luftreinhalteplans der Berliner Landesregierung. Nachgerüstete Müllfahrzeuge der BSR, eine Zunahme der Elektrobusse der BVG, ein höherer Anteil von Diesel-Neufahrzeugen sowie die Verkehrsberuhigung durch den Corona-Lockdown hätten ebenfalls dazu beigetragen. 

Vier Diesel-Verbotszonen bleiben bestehen

Auf den vier übrigen Strecken sind die Stickstoffdioxid-Werte noch zu hoch. Dort soll laut Berliner Verkehrsverwaltung in der zweiten Jahreshälfte erneut Bilanz gezogen werden. Es geht um die Abschnitte auf folgenden Straßen: 

- Hermannstraße (Jahresmittel 2020: 38 μg/m³)
- Silbersteinstraße (36 μg/m³)
- Leipziger Straße (33 μg/m³)
- Alt Moabit (32 μg/m³)