Berlin - Vielerorts sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners aktuell in Berlin unterwegs. Die Gesundheitsverwaltung des Senats warnt vor diesen Tieren, die auch in unmittelbarer Nähe zu Sportanlagen, Schulen, Kitas, Freibädern und Badegewässern zu finden sind.  

Die Brennhaare des Schädlings können Allergien, Husten, Halsschmerzen und Fieber auslösen. In seltenen Fällen lösen sie auch einen allergischen Schock aus. Wer spürbare Reaktionen hat, sollte sie im Zweifel ärztlich abklären lassen und dabei auf den Kontakt mit den Härchen hinweisen.

„Denn die Brennhaare enthalten ein Nesselgift, das bei Tieren und Menschen entzündliche Reaktionen auslösen kann. Dadurch können nach einem Hautkontakt Juckreiz und Hautentzündungen hervorgerufen werden. Sind die Augen betroffen, entstehen Augenreizungen oder ernsthafte Entzündungen“, heißt es vonseiten des Berliner Senats. Das Einatmen der Brennhaare reize die oberen Atemwege. Bei einer entsprechenden Vorbelastung könne dies auch zu Atemnot führen. Möglicherweise treten Symptome erst nach 24 Stunden auf.

„Der Lebensraum des Eichenprozessionsspinners sind Eichen – insbesondere Stiel- und Traubeneichen. Das Potenzial für eine gesundheitliche Gefährdung besteht vor allem dort, wo die Raupennester und -prozessionen in unmittelbarer Nähe von Häusern, Wegen, Erholungs- und Sportanlagen, Schulen, Kindertagesstätten, Freibädern und Badegewässern zu finden sind“, heißt es weiter.

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Raupen des Eichenprozessionsspinners bauen ein Nest.

Wichtig zu wissen: Wer schon einmal wegen der Brennhaare der Raupen gesundheitliche Beschwerden hatte, sollte eine wiederholte Berührung meiden. Symptome könnten in verstärkter Form auftreten.

In betroffenen Gegenden ist zu jeder Zeit Vorsicht angebracht. Gesundheitliche Beschwerden durch den Eichenprozessionsspinner können ganzjährig entstehen, schreibt auch die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) auf ihrer Website. Berühren sollten man weder die Tiere noch ihre Gespinstnester.

Nach Kontakt abduschen und Kleidung waschen

Kinder und auch Erwachsene, die mit den Brennhaaren in Kontakt kommen, sollten sich nach Möglichkeit rasch abduschen und ihre Haare waschen. Weil Brennhaare an Hose und Oberteil haften können, sollte man sich außerhalb der Wohnung ausziehen und die Kleidung nicht in der Wohnung ausschütteln, rät der BVKJ.

Die Sachen werden danach separat von anderer Kleidung gewaschen, idealerweise bei mindestens 60 Grad. Es ist ratsam, sichtbare Härchen vorher mit einer Fusselrolle oder einem Klebestreifen zu entfernen.

Nach Angaben der LWF sei die akute Gefahr durch die giftigen Haare während der Raupenfraßzeit am größten. Die gesamte Raupenperiode des Schädlings dauert von Anfang Mai bis ungefähr Ende Juni an, ehe er sich verpuppt und zu einem Schmetterling entwickelt. Dieser ist nachtaktiv und bis in den September hinein unterwegs.